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Stärken und Schwächen der dualen Struktur in der Schweiz

Denkanstösse von Daniel Kosch, Generalsekretär der RKZ, zur innerkatholischen Diskussion um die staatskirchenrechtlichen Strukturen.

Die Schweizer katholische Kirche hat über die Jahrhunderte eine eigene staatskirchenrechtliche Struktur entwickelt. Diese Strukturen sind nun aus unterschiedlichen Gründen in Diskussion. Daniel Kosch, Generalsekretär der RKZ, geht in einem Artikel auf dem digitalen theologische Feuilleton feinschwarz.net den Fragestellungen, Hintergründen, Stärken und Schwächen dieser dualen Struktur nach.

Link zum Beitrag von Daniel Kosch auf feinschwarz.net


Milizengagement – eine Ressource für die Akteure, die Kirchen und die Gesellschaft

«Milizengagement – Auslauf- oder Zukunftsmodell?» lautete die provokative Frage, mit der sich an einer RKZ-Tagung rund 70 Personen befassten.

Neben der direkten Demokratie und dem Föderalismus sei der «Esprit de milice» die dritte Säule, welche die politische Identität der Schweiz trägt, hielt Tibère Adler, Direktor des Think-Tanks Avenir Suisse in der Romandie fest. Und schon im Rahmen ihrer Begrüssung hatte Susana Garcia, Vizepräsidentin der RKZ, den Tagungsteilnehmenden vorgerechnet, dass allein in der katholischen Kirche vermutlich rund 9‘000 Personen ein Milizamt wahrnehmen. Der Gesellschaft und den Kirchen kann es daher nicht egal sein, wenn dieser Pfeiler unserer nationalen Identität bröckelt.

Vielerorts wird nach neuen Lösungen gesucht – oft sind diese zwiespältig

Es erstaunt daher nicht, dass an vielen Orten in der Schweizerischen Zivilgesellschaft darüber nachgedacht wird, welches die Gründe für das abnehmende Milizengagement sind und wie seine Zukunft gesichert werden kann. Viele der vorgeschlagenen Lösungen sind allerdings zwiespältig:

  • Schränkt man die Aufgabe von Milizbehörden ein, werden sie marginalisiert und drohen zur Folklore zu werden – ist die   Aufgabe umfassend, drohen Überlastung und Überforderung.
  • Erhöht man die Entschädigungen, leidet die Glaubwürdigkeit und werden falsche Anreize geschaffen – bleibt sie tief, können sich Frauen und Männer, die auf ein Einkommen angewiesen sind, den erheblichen Zusatzaufwand nicht leisten.

Ähnliche Dilemmata bestehen bei den Themen Professionalisierung, Zeitaufwand etc. Als Ausweg stellt Avenir Suisse einen Bürgerdienst für alle (als Ausweitung der militärischen Dienstpflicht für Männer) und die Einführung des passiven Wahlrechts für Ausländer auf Gemeindeebene zur Diskussion, kombiniert mit vermehrter Anerkennung des Engagements durch Bildungsangebote und Nachweise des Engagements und der erworbenen Kompetenzen.

Milizengagement stiftet Sinn –falsche Professionalisierung und Bürokratisierung schaden

Einen anderen Blick auf das Milizengagement eröffnete der zweite Referent. Theo Wehner, emeritierter Professor für Arbeitspsychologie an der ETH Zürich, erbrachte den Nachweis, dass Miliztätigkeit die Lebenszufriedenheit erhöht. Wer sich im Milizsystem engagiert, erfährt und stiftet Sinn: durch Teilhabe und Teilnahme an sozialen Innovationen, durch die Erfahrung von Übereinstimmung zwischen eigenen Werten und der ausgeübten Tätigkeit, durch die Erfahrung von Zugehörigkeit und Wertschätzung. Gefährdet sei die Erfahrung von Miliztätigkeit als Sinnressource durch folgende Fallstricke: Abwertung des Laienwissens und Überhöhung von Professionalisierungsbemühungen, Managementisierung und Verbürokratisierung des Ehrenamtes, Fehlen einer phantasievollen Anerkennungs- und Beteiligungskultur.

Workshops zu kirchenspezifischen Einzelthemen

Die nachmittäglichen Workshops waren vor diesem Hintergrund auf folgende Fragen fokussiert:

  • Wie kann das Milizsystem generell und auch in den Kirchen durch veränderte Rahmenbedigungen gestärkt werden? 
  • Dienen Entschädigungsmodelle dem kirchlichen Milizsystem und seiner Glaubwürdigkeit?
  • Was stärkt die Motivation zum Engagement im kirchlichen Milizsystem?
  • Was fördert eine gute Zusammenarbeit zwischen Milizbehörden und Hauptamtlichen?
  • Welchen Gestaltungsspielraum können Milizbehörden in der katholischen Kirche nutzen?
  • Was hilft kirchlichen Milizbehörden ihre Aufgabe in grösser werdenden Pastoralräumen sinnvoll wahrzunehmen?

Die Inputs von Fachleuten, der Dialog zwischen «Profis» und «Milizlern», der Blick über die Kantons- und Sprachgrenzen sowie der Erfahrungs- und Gedankenaustausch erwiesen sich für sehr viele Teilnehmende als Ermutigung für ihr persönliches Engagement, aber auch für eine Stärkung des Milizsystems. In der Schlussdiskussion waren folgende Stichworte wiederholt zu hören:

  • «Einsatz für gute Rahmenbedingungen», 
  • «Schaffung echter Beteiligungsmöglichkeiten», 
  • «Anerkennung der vielfältigen Kompetenzen der Mitglieder von Milizbehörden», 
  • «Dialog innerhalb des dualen Systems».

Welchen Beitrag die RKZ über die Tagung hinaus leisten kann, wird noch zu klären sein. Ganz sicher werde man sich jedoch vor bürokratischen Massnahmen hüten, hielt RKZ-Generalsekretär Daniel Kosch in seinem Schlussvotum fest.


Abschluss einer Zusammenarbeitsvereinbarung zwischen SBK und RKZ

Gemeinsame Medienmitteilung SBK-RKZ vom 11. Dezember 2015

Die Schweizer Bischofskonferenz (SBK) und die Römisch-Katholische Zentralkonferenz der Schweiz (RKZ) sind übereingekommen, ihre Zusammenarbeit neu und verbindlicher zu regeln.

Konkret handelt es sich um den Abschluss von zwei Vereinbarungen: Die eine befasst sich mit den Grundsätzen dieser Zusammenarbeit (Zusammenarbeitsvereinbarung), die andere mit der Koordination der pastoralen und der finanziellen Entscheide im Zusammenhang mit den pastoralen Aufgaben auf gesamtschweizerischer und sprachregionaler Ebene (Mitfinanzierungsvertrag). Beide Dokumente sind heute in Bern durch die Präsidenten von SBK und RKZ, Bischof Markus Büchel und Hans Wüst, unterzeichnet worden.

Grund für die Neuregelung der Zusammenarbeit sind der gesellschaftliche Wandel und die Veränderungen der Religionslandschaft, welche die katholische Kirche in der Schweiz mit grossen Herausforderungen konfrontieren. Diese betreffen nicht zuletzt Fragen des Verhältnisses zum Staat und der zukunftstauglichen Organisation und Finanzierung des kirchlichen Lebens. Angesichts dieser Herausforderungen gewinnt das verbindliche Miteinander von den pastoralen und den staatskirchenrechtlichen Instanzen an Bedeutung.

Die Zusammenarbeitsvereinbarung gründet auf der gegenseitigen Anerkennung von SBK und RKZ in ihren unterschiedlichen Aufgaben, Verantwortungsbereichen, Kompetenzen und Rollen. Als Bereiche der Zusammenarbeit nennt das Dokument neben der Finanzierung pastoraler Aufgaben die Positionierung in Fragen des Verhältnisses von Kirche und Staat sowie der Stellung der Kirche in der Gesellschaft, die gegenseitige Information und die Kommunikation gegenüber der Öffentlichkeit bei jenen Themen, die für beide Partner von Bedeutung sind. Konkret ist dafür die Schaffung eines gemeinsamen Gremiums vorgesehen, das die Zusammenarbeit auf strategischer und operativer Ebene gestalten soll.

Der neue Mitfinanzierungsvertrag wurde nötig, weil der bestehende Vertrag zwischen SBK, RKZ und Fastenopfer nach der Neuregelung des Inland-Engagements von Fastenopfer Ende 2017 aufgelöst wird. Der Vertrag regelt insbesondere das Zusammenwirken zwischen den Organen der SBK und der RKZ bei der Zuweisung der finanziellen Mittel an kirchliche Einrichtungen auf nationaler und sprachregionaler Ebene.

Materiell handelt es sich bei der Mitfinanzierung um einen Betrag von derzeit rund 9.5 Millionen Franken. Damit werden namentlich die Schweizer Bischofskonferenz, ihr Generalsekretariat und ihre Gremien, die kirchlichen Medienzentren in den drei Sprachregionen, kirchliche Bildungseinrichtungen, Organisationen für die Jugendpastoral und die Migrantenseelsorge sowie zahlreiche Institute und Fachstellen unterstützt.

Mitfinanzierungsvertrag SBK - RKZ vom 11. Dezember 2015

Vereinbarung über die Zusammenarbeit zwischen SBK und RKZ

Hintergrund-Bericht zur Zusammenarbeit SBK-RKZ


Kirchenaustritte – langsame, aber stetige Zunahme

Im Dezember 2015 hat das Schweizerische Pastoralsoziologische Institut St. Gallen (SPI) eine Übersicht über Entwicklungen in der Religions- und Kirchenstatistik der Schweiz veröffentlicht. Die Langzeitentwicklung der Religionszugehörigkeit zeigt, dass die beiden grossen Landeskirchen seit den 1960er Jahren stark an Bedeutung eingebüsst haben, während vor allem die Zahl der Konfessionslosen, aber auch der Angehörigen anderer Religionsgemeinschaften ständig ansteigt. Allein zwischen 2000 und 2014 hat sich die Zahl der Konfessionslosen praktisch verdoppelt (von 11.4 auf 22.2%).

Was die Kirchenaustritte betrifft, liegen leider keine Zahlen für die ganze Schweiz vor. Aber in sämtlichen Kantonen, die über Zahlenmaterial verfügen, haben die Kirchenaustritte zwischen 2012 und 2014 zugenommen. Die Unterschiede von Kanton zu Kanton sind beträchtlich. So traten im Kanton Basel-Stadt im Jahr 2012 rund 21, im Jahr 2014 jedoch 30 Personen von Tausend aus der katholischen Kirche aus, im Kanton Thurgau waren es 2012 acht, 2014 neun von Tausend, im Kanton Appenzell nur 1 bzw. 2 von Tausend. Die Austritte schwanken also zwischen Zahlen im Promillebereich bis zu 3% jährlich. Überblickt man die Periode von 2000 bis 2014, so fällt einerseits der starke Ausschlag im Jahr 2010 auf (Missbrauchsskandale!), anderseits jedoch die steigende Gesamttendenz. Die Erosion schreitet also immer schneller voran – in der katholischen Kirche einzig kompensiert durch die Zuwanderung. Im Vergleich mit Deutschland und Österreich steht die Schweiz leicht besser da (2014: D 0.91%, A 1.03%, CH 0.87%).

Das Fazit der Verfasserin, Judith Albisser, lautet: «Es ist davon auszugehen, dass sich das Sinken des Anteils der Grosskirchen in der Schweizer Bevölkerung fortsetzen wird, und dass religiöse Pluralisierung und Säkularisierung die Religionslandschaft weiter prägen und verändern werden.» Zwar ist eine «verstärkte mediale Präsenz des Themas Religion unverkennbar», aber nach wie vor erlebt die Schweiz wie ganz Westeuropa «eine Entkirchlichung des Christseins und eine Entchristlichung der Religiosität» (Hans-Joachim Höhn, Gewinnwarnung. Religion – nach ihrer Wiederkehr, Paderborn 2015, 29).

SPI, St. Gallen: Aktuelle Daten aus der Religions‐ und Kirchenstatistik der Schweiz

 

 

 


Ein nicht gerade handliches, aber (ge-)wichtiges Handbuch

Ein neues, umfangreiches Handbuch gibt Einblicke in die vielfältigen Themen des Kirchenrechts.

Insbesondere, wenn man nicht vom Fach ist, wünschte man sich ein «Handbuch des katholischen Kirchenrecht» handlich, also nicht allzu umfangreich, verständlich und praxisbezogen. Wer das soeben in dritter, vollständig neu bearbeiteter Auflage erschienene «Handbuch des katholischen Kirchenrechts» mit dieser Erwartung bestellt, wird enttäuscht: 2‘200 eng bedruckte Seiten, trotz dünnem Papier fast 10 cm dick, zahlreiche Fussnoten …

Wer jedoch gelegentlich genauer wissen will, was das Kirchenrecht wirklich zu dieser oder jener Frage sagt, wer Einführungen in die vielfältigen Rechtsgebiete und Grundsatzfragen, die das Kirchenrecht aufwirft benötigt, wird das neue Handbuch mit Gewinn konsultieren. Vom Eherecht bis zum Papst, von den Kardinälen bis zu den kirchlichen Vereinen, von der Migrantenseelsorge bis zur Krankensalbung, vom Kirchenvermögen bis zum Staatskirchenrecht im deutschsprachigen Raum kommen verschiedenste Themen zur Sprache. Und die einzelnen Kapitel sind umfangmässig durchaus verkraftbar und auch für Nicht-Spezialisten verständlich.

Mitglieder staatskirchenrechtlicher Behörden werden schon deshalb mit Gewinn in diesem Buch blättern und einzelne Beiträge lesen, weil in unserem «dualen System» oft recht abstrakt vom Verhältnis zwischen den kirchenrechtlichen und den staatskirchenrechtlichen Zuständigkeitsbereichen die Rede ist. Zudem kann man bei der Lektüre feststellen, dass das Kirchenrecht wie jedes andere Recht auch unterschiedliche Auslegungen zulässt und keineswegs nur beschränkt und verbietet, sondern auch Freiräume eröffnet und eine Rechtsanwendung zulässt, die der jeweiligen Situation Rechnung trägt. Wer jedoch eine wirklich «handliche», d.h. allgemeinverständliche und überblickbare, aber keineswegs oberflächliche Einführung ins Kirchenrecht sucht, sei auf den entsprechenden Band von Urs Brosi in der Buchreihe «Studiengang Theologie» verwiesen.

Stephan Haering u.a., Handbuch des katholischen Kirchenrechts (3. Auflage), Pustet: Regensburg 2015

Urs Brosi, Recht, Strukturen, Freiräume, NZN bei TVZ, Zürich 2013


Stabsübergabe von Hans Wüst an Luc Humbel

Standortbestimmung, Dank und Ausblick in die Zukunft vom scheidenden und neuen Präsidenten sowie der Vizepräsidentin der RKZ


Hans Wüst: Gemeinsam Kirche sein

In der Eröffnungsansprache zur letzten von ihm präsidierten Plenarversammlung nahm Hans Wüst Bezug auf das neue Dokument der deutschen Bischöfe zum Thema «Gemeinsam Kirche sein» und die Rede des Papstes zum 50-jährigen Bestehen der Bischofssynode. Darin sagte Franziskus, die heutige Welt verlange von der Kirche eine «Steigerung ihres Zusammenwirkens in allen Bereichen». Genau dieser Weg der Synodalität, des gemeinsamen Vorangehens, sei das, «was Gott von der Kirche des dritten Jahrtausends erwartet». Für den Anteil der RKZ am künftigen gemeinsamen Weg in der Schweizer Kirche verwies Hans Wüst auf das Statut der RKZ, das zum «Dialog mit der Schweizer Bischofskonferenz verpflichtet» und auf das Strategiepapier 2012-2015, welches das «Eintreten für Zusammenarbeit und Solidarität im Dienst einer glaubwürdigen und zeitgemässen Kirche» ins Zentrum stellt.

Susana Garcia: Pilgernd unterwegs in bewegter Zeit

Als Vizepräsidentin hatte Susana Garcia die Aufgabe, die vierjährige Präsidentschaft von Hans Wüst zu würdigen. Sie zeigte auf, wie viele wichtige Projekte unter seiner Leitung vorangebracht wurden: Die RKZ musste sich mit dem «Vademecum» und der damit ausgelösten Kontroverse befassen. Sie führte einen neuen Beitragsschlüssel ein, erneuerte ihr Erscheinungsbild und verstärkte die Kommunikation. Zudem engagierte sie sich beim Aufbau der sprachregionalen Medienzentren, der Kompetenzzentren für kirchliche Bildung sowie für das Kompetenzzentrum Jugendpastoral. Vor allem aber wurde die Ablösung des Inland-Engagements des Fastenopfers durch höhere RKZ-Beiträge beschlossen und eingeleitet. Das wichtigste Thema aber war die Weiterentwicklung der Zusammenarbeit mit der SBK. Dazu hielt Susana Garcia fest «Mit viel Einsatz und Umsicht hast Du zur Suche nach konsensfähigen Lösungen beigetragen – zwischen SBK und RKZ, aber auch innerhalb unserer Konferenz.»

Dass es Hans Wüst gelang, die Arbeit der RKZ «trotz der Fülle der Geschäfte mit Ruhe und Umsicht zu leiten, zügig, aber nie hastig», habe vielleicht etwas damit zu tun, dass er parallel zum Weg der RKZ auch einem anderen Weg gefolgt sei: Dem Weg der Pilger nach Santiago di Compostela. Jährlich hat er zusammen mit seiner Frau und Grosskindern eine Etappe zurückgelegt, teils zu Fuss, teils zu Velo. Dieser Pilgerweg sei ihm wichtig – auch als Erfahrung des Miteinander Unterwegsseins, als Familie und als Kirche. Ihren Rückblick beendete Susana Garcia mit einem Wunsch: «Nimm auch unseren Dank auf diesen Weg mit, und wenn Du ab und zu Zeit für ein kleines Pilgergebet für unsere Kirche und unsere RKZ hast, kann das sicher nicht schaden. Denn auch wir bleiben miteinander unterwegs!»

Luc Humbel: Das Engagement nicht verstecken

Luc Humbel verbindet seinen Dank zu seiner Wahl zum neuen Präsidenten der RKZ mit der Überzeugung, dass die «Arbeit von engagierten Christen in den Pfarreien, in den Spitälern, im Gefängnis, in Asylunterkünften oder etwa in kirchlichen Sozialdiensten eine immense Bedeutung für unsere Zivilgesellschaft hat. Gerade in der heutigen Zeit ist es unabdingbar, dieses Engagement beim Namen zu nennen. Wir müssen und dürfen uns mit unserem Engagement nicht verstecken. Mehr noch sind wir es den Steuerzahlenden schuldig, über die effektive Mittelverwendung Rechenschaft abzulegen. Weiter verlangen etwa die Not der Menschen auf der Flucht aber auch die Verunsicherung der hier schon beheimateten Menschen danach, dass eine Gesellschaft mit ihren Werten Halt bieten kann. In der Schweiz sind dies vorab christliche Werte. Es darf und muss für alle Teile der Gesellschaft spürbar sein, dass in diesem Land Christen leben.» Als Präsident will er sich «dafür und für eine in diesem Sinne gut aufgestellte Kirche Schweiz unter Mitwirkung und Verantwortung der Laien einsetzen».


Die RKZ wählt einen neuen Präsidenten

Medienmitteilung zur Plenarversammlung der RKZ vom 27./28. November 2015 in Zürich

An ihrer letzten Plenarversammlung der Amtsperiode wählte die RKZ Luc Humbel (AG) zum Präsidenten für die nächsten zwei Jahre. Erstmals erhält die RKZ zudem zwei Vizepräsidentinnen. Wichtigstes Sachgeschäft waren die Beschlüsse über die Verteilung der Mitfinanzierungsbeiträge von 8.5 Millionen Franken für gesamtschweizerisch finanzierte pastorale Aufgaben.

Medienmitteilung vom 4. Dezember 2015


MPLC-Umbrella-License® für Kirchen und Religiöse Vereinigungen

Stellungnahme der RKZ und des Schweizerischen Evangelischen Kirchenbundes (SEK) bezüglich der Angebote der MPLC Switzerland GmbH.

Die Motion Picture Licensing Company (MPLC Switzerland GmbH) versendet in regelmässigen Abständen an Kirchgemeinden und Pfarreien Angebote zum Abschluss sogenannter Umbrella Lizenzen für öffentliche, nicht kommerzielle Filmvorführungen. Die RKZ hat zusammen mit dem Schweizerischen Evangelischen Kirchenbund (SEK) zu den Angeboten der MPLC Switzerland GmbH eine Stellungnahme verfasst.

Stellungnahme RKZ und SEK Schirmlizenz MPLC 


Kirche und Staat: Impulse des Konzils

Die Verhältnisse zwischen Kirche, Staat und Gesellschaft sind dynamisch. Daniel Kosch, Generalsekretär der RKZ, reflektiert Impulse des Konzils zur Orientierung in diesem weiten Feld.

Das Verhältnis zwischen Kirchen, Religionsgemeinschaften und dem Staat sorgt nicht nur in der Schweiz, sondern auch im deutschsprachigen Raum und weltweit seit einiger Zeit für Diskussionen, Suchprozesse und Spannungen. Auch 50 Jahre nach Abschluss des Zweiten Vatikanischen Konzils lohnt sich diesbezüglich die Auseinandersetzung mit dessen Impulsen zum Thema.

Basierend auf einem Referat für das Liechtenstein-Institut am 3. November 2015 hat Daniel Kosch dazu einen Beitrag im neuen digitalen theologischen Feuilleton feinschwarz.net veröffentlicht. Zu den Kernthesen gehört, dass aus Sicht des Konzils die Regelung des Verhältnisses von Kirche und Staat unter Einbezug des gesam-ten Volkes Gottes erfolgen muss, und dass nicht Machtfragen, sondern die Wahrung der Religionsfreiheit und der pastorale Auftrag das Hauptkriterien für die Angemessenheit einer Regelung sind.

Link zum Beitrag von Daniel Kosch auf feinschwarz.net


Von der Notwendigkeit und Schönheit des «gemeinsamen Vorangehens»

Kommentar von Daniel Kosch, Generalsekretär der RKZ, zur Rede von Papst Franziskus zum 50. Jahrestag der Errichtung der Bischofssynode.

Während der Familiensynode feierten die teilnehmenden Bischöfe aus aller Welt und Papst Franziskus am 17. Oktober 2015 den 50. Jahrestag der Errichtung der Bischofssynode. Aus diesem Anlass hielt Papst Franziskus eine bemerkenswerte Rede, die weit über den Anlass hinaus von Bedeutung ist und deshalb auch bald einen Monat danach einen Hinweis verdient.

Link zum Kommentar von Daniel Kosch auf kath.ch


Finanzierung der Kirchen im Kanton Graubünden

Bericht des Regierungsrates

Aufgrund eines Fraktionsauftrags der FDP hat der Bündner Regierungsrat einen umfangreichen Bericht zur Finanzierung der Kirchen im Kanton Graubünden erstellt. Der Bericht gibt einen gründlichen Überblick über die finanzielle Lage, Zukunftsentwicklungen und mögliche Finanzierungsmodelle. Der Bericht wurde in enger Zusammenarbeit mit den Landeskirchen erstellt. Der Bericht enthält auch einen Überblick über die Rechtslage in anderen Kantonen sowie eine Risikoanalyse, die zum Schluss kommt, «dass der Staat und die Gesellschaft jedes Interesse am Erhalt starker Landeskirchen mit einem soliden Mitgliederbestand und einer robusten finanziellen Ausstattung haben». Nach Abwägen verschiedener Alternativen zum geltenden Kirchenfinanzierungssystem gelangt der Bericht zum klaren Urteil, der Status quo sei beizubehalten, dies auch in Respekt vor dem klaren Volksentscheid zur Kultussteuer-Initiative, welche die Abschaffung der Kirchensteuer für juristische Personen anstrebte. Auf der Grundlage des Berichtes folgte der Grosse Rat ohne Gegenstimmen dem Antrag, das bewährte Finanzierungssystem beizubehalten. Allerdings gab es auch kritische Stimmen, die etwa für einen Wechsel zur Mandatssteuer plädierten.

Download Bericht zur Finanzierung der Kirchen im Kanton Graubünden


Martin Gerber, Pfarreiforum

Kirchliche Stiftungen

Bevorstehende bundesrechtliche Änderungen

Ab Januar 2016 treten neue Vorschriften für Stiftungen in Kraft, die auch Auswirkungen auf die kirchlichen Stiftungen haben. Insbesondere werden alle Stiftungen verpflichtet, sich ins Handelsregister einzutragen. Bestehende Stiftungen haben dafür 5 Jahre Zeit. Bei Nichteintragung drohen Sanktionen. Durch die Eintragung im Handelsregister werden wichtige Informationen zu den Stiftungen veröffentlicht, was der Transparenz dienen soll und den Hauptzweck der Änderungen bildet. So wird öffentlich, welche kirchlichen Stiftungen es überhaupt gibt und wer darin Verantwortung trägt. Die Schweizerische Kirchenzeitung hat dazu einen sehr hilfreichen Artikel veröffentlicht.

Artikel in der SKZ 44/2015: Kirchliche Stiftungen - Bevorstehende bundesrechtliche Änderungen


«Leitung hat viele Gesichter» - Plädoyer der deutschen Bischöfe für «Gemeinsam Kirche sein»

Gestützt auf das Kirchenverständnis des Zweiten Vatikanischen Konzils haben die deutschen Bischöfe ein Dokument zur Erneuerung der Pastoral verfasst.

Es trägt den programmatischen Titel «Gemeinsam Kirche sein». Erarbeitet wurde es in einem längeren Prozess unter Beizug von Fachleuten. Unter anderem stützt es sich auch auf Arbeitsthesen, die gemeinsam mit dem wichtigsten Laiengremium, dem Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) erarbeitet wurden.

Bei der Lektüre fällt auf, wie klar sich die deutschen Bischöfe für ein Miteinander von Amtsträgern und Laien und für vielfältige Leitungsdienste aussprechen. Das Schlusskapitel steht unter dem Leitsatz «Wir wollen gemeinsam Kirche sein für alle Menschen». Die Bischöfe schreiben: «Wir wollen

  • das Zueinander von Klerus und Laien ganz in den Dienst der Kirche an allen Menschen stellen;
  • die unterschiedlichen Berufungen und Aufgaben im Leib Christi nicht als Über und Unterordnungen, sondern als vielfältigen Ausdruck der einen Sendung begreifen;
  • an den verschiedenen Leitungsdiensten in der Kirche möglichst viele Frauen und Männer gerecht beteiligen;
  • unsere Pfarreien begleiten, damit sie sich zu Gemeinschaften von Gemeinschaften entwickeln können, in denen es viel Formen der Beteiligung gibt.»

Bemerkenswert ist auch, was zu den Fähigkeiten gesagt wird, die von Menschen mit Leitungsverantwortung erwartet werden: «Leitung braucht Fachlichkeit und Professionalität. Solche Kompetenzen erwachsen aus spezifischer Aus- und Weiterbildung.» Benötigt werden nicht nur theologische Kenntnisse. «Viele andere Kompetenzen im organisatorischen, pädagogischen, psychologischen, ökonomischen und methodischen Bereich und vielen anderen Feldern gehören zur Professionalität kirchlichen Handelns.» Auch «lebensgeschichtliche Erfahrungen … gehen in die Professionalität der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ein. Solche professionellen Kompetenzen werden von hauptberuflichen wie von ehrenamtlich engagierten Christgläubigen eingebracht.»

Der Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken, Alois Glück, hat «Gemeinsam Kirche sein» als «Schlüsseldokument für die gemeinsame Verantwortung von Laien und Priestern sowie die Glaubwürdigkeit der Kirche in der Gesellschaft» gewürdigt.

Das Dokument ist auch für schweizerische Verhältnisse inspirierend und ermutigend, nicht zuletzt mit Blick auf die Laienmitwirkung im dualen System und die vielen freiwilligen und angestellten Laien im kirchlichen Dienst. Ist es ein Wink des Heiligen Geistes, dass es das Datum vom 1. August trägt?

Download Dokument «Gemeinsam Kirche sein»