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 Aktuell 

Christliche Bildung – profiliert, mit Plus!

Einladung zur Herbsttagung plusbildung am 24./25. November 2015.

Was macht unsere Bildungsangebote besonders und zeichnet sie gegenüber anderen Anbietern aus? Verfügt Bildung in christlicher Trägerschaft über ein „Plus“, also einen Mehrwert – und wenn ja, worin besteht dieser? Wie schaffen wir es, mit unserer Bildungsarbeit an aktuelle gesellschaftliche Entwicklungen anzuschliessen ohne dabei unsere Identität und zentrale Werte zu verlieren?

Das Thema der Tagung des vergangenen Jahres wird fortgesetzt: Im gemeinsamen Austausch sowie mit Fachinputs vertiefen wir die Frage nach einem spezifischen Profil – dem „Plus“ – christlicher Bildungsarbeit heute.

Die Tagung steht allen interessierten Bildungsfachleuten offen, auch VertreterInnen von Organisationen aus der französisch- oder italienischsprachigen Schweiz sind herzlich willkommen.

Flyer Herbsttagung plusbildung 24./25. November 2015

Anmeldeformular


Milizsystem auf Gemeindeebene: Quo vadis?

Podiumsdiskussion am 29. September 2015 in Zürich zur Fragestellung «Wie lässt sich die Attraktivität der Ämter in politischen, Schul- und Kirchgemeinden erhöhen?»

Das Milizsystem als Pfeiler des schweizerischen Staatsaufbaus gerät zunehmend unter Druck: Während sich das nationale Parlament vom Ideal der nebenamtlichen Politik entfernt, haben die politischen, Schul- und Kirchgemeinden Mühe, Kandidaten für die lokalen Ämter zu finden. Bisherige Anpassungen erhöhten die Attraktivität der lokalen Ämter nur beschränkt. Zudem schwächen sie den Milizgedanken, da die Ämter durch die Reformen entweder an Bedeutung verlieren oder durch die Betonung materieller Anreize Berufscharakter annehmen. Wie weiter?

In Kooperation mit Avenir Suisse lädt die Paulus-Akademie am 29. September 2015, 12:00-14:00, zu einer Podiumsdiskussion zum Thema «Milizsystem auf Gemeindeebene: Quo vadis? - Wie lässt sich die Attraktivität der Ämter in politischen, Schul- und Kirchgemeinden erhöhen?»

Mehr Informationen und online Anmeldung finden Sie hier


50 Jahre Zweites Vatikanisches Konzil

Tagung am 12. Oktober 2015 in Luzern zur 50 Jahre Konzilserklärung über die Religionsfreiheit «Dignitatis humanae [personae]».

Das 50. Jubiläum der Konzilserklärung über die Religionsfreiheit kann nicht überschätzt werden. Hier hat sich die kath. Kirche fast 200 Jahre nach der Französischen Revolution zum modernen Verfassungsstaat bekannt. Dies ist nicht nur für die staatskirchenrechtlichen Strukturen in der Schweiz von grösster Bedeutung. Der moderne Staat ist von hier an nicht mehr "die böse Welt", sondern ein demokratischer Rechtsstaat, den man auch aus lehramtlicher Sicht bejaht. Es ist ein Meilenstein in der Kirchengeschichte. Karl Rahner schreibt dazu: Es ist "der Schritt vom Recht der Wahrheit zum Recht der Person". Damit wären die Grundlagen gelegt für die Menschenrechte in der Kirche, wie sie Paul VI. nach dem Konzil in einem Grundgesetz in Auftrag gegeben hat. Leider wurde dieser Verfassungsentwurf von Johannes Paul II. nicht in Kraft gesetzt.

Die Anerkennung der Personenwürde verändert das gesamtkulturelle Selbstverständnis des Katholizismus. So kam es zu neuen Verständnisweisen des kirchlichen Amtes, der Liturgie, der Offenbarung, der Gemeindepastoral, der Berufung der Laien, der Stellung der Frau, des gesamten Erziehung- und Bildungswesens usw. Gleichzeitig führte dieses andere Selbstverständnis der Kirche auch zur grundsätzlichen Anerkennung der anderen christlichen Bekenntnisse, der anderen Religionen und der säkularisierten, ja atheistischen Weltanschauungen. All dies war nur möglich, weil man davon ausging, dass jeder Mensch von Natur aus Person ist und daher in seinen Lebensentscheidungen unbedingt geachtet werden muss.

Kurz: Eine solche Wende zur Person und zu einem personalen Verständnis von Glaube, Kirche und Liturgie ist ein grundlegender Interpretationsansatz für die Theologie des Konzils. So entsteht eine dialogisch orientierte personale Sicht der Kirche.

Wie wurde das Verhältnis von personaler Freiheit und Wahrheit der Kirche vor dem Konzil gedacht? Die traditionelle katholische Lehre geht vom Primat der Wahrheit gegenüber der Freiheit aus. Nur die Wahrheit hat ein Recht der Irrtum hat keinerlei Recht. Welche institutionellen Konsequenzen hat das? Nur die Kirche als die Instanz, die konkret über die Wahrheit entscheidet, und diejenigen die ihr angehören, haben Recht. Das ist aber keine Rechtstheorie, sondern eine Machttheorie, und sie ist prinzipiell sozial unverträglich, so E.-W. Böckenförde.

Die Rechtsordnung dagegen ist allgemein. Thomas von Aquin betont darin die Gegenseitigkeit. „Alles, was ihr also von anderen erwartet, das tut auch Ihnen!“ (Mt 7, 12) Mit dieser Goldenen Regel der Gegenseitigkeit beginnt auch die Kirchenrechtswissenschaft im Jahr 1140. Eine Maxime des Rechts gilt daher ihrer Natur nach allgemein, nicht nur für mich, sondern auch gegen mich. Ein Rechtsprinzip, dass die Gegenseitigkeit ausschliessen will, ist kein Rechtsprinzip mehr, sondern ein Machtprinzip. Dieses Akzeptieren der Goldenen Regel (Mt 7,12) im Recht verändert die Rechtstellung jeder Person in der Kirche.

Das Recht der Person tritt an die Stelle des Rechts der Wahrheit. Eine kopernikanische Wende ist eingeleitet. Anstatt des Zwangs, der unter dem Titel ‚Recht der Wahrheit‘ legitimiert werden konnte, wurde das personale Recht der Freiheit gesetzt, wie auch die Pastoralkonstitution betont: „Die Würde des Menschen verlangt daher, dass er in bewusster und freier Wahl handle, das heisst personal, von innen her bewegt und geführt, und nicht unter blindem innerem Drang oder unter blossem äusserem Zwang.“ (GS 17).

Aber 50 Jahre nach der Verabschiedung der Konzilserklärung über die Religionsfreiheit ist diese Lehre von der personale Würde noch kein Allgemeingut in der Kirche. Die Tagung am 12. Oktober 2015 in der Universität Luzern will dazu beitragen.

Flyer zum Tagungsprogramm


Ethisch-nachhaltig investieren

Eine Orientierungshilfe für Finanzverantwortliche katholischer Einrichtungen in Deutschland.

Die Deutsche Bischofskonferenz und das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) haben gemeinsam eine Orientierungshilfe zur Geldanlage kirchlicher Einrichtungen veröffentlicht.

«Der Umgang der Kirche mit ihren Finanzen und ihrem Vermögen ist eine zentrale Frage für die Glaubwürdigkeit von Kirche insgesamt», so ZdK-Präsident Alois Glück. «Ein wichtiger Aspekt ist dabei die Transparenz von kirchlichen Finanzstrukturen und Vermögensverhältnissen.» Kardinal Marx, Präsident der Deutschen Bischofskonferenz, hob bei der Präsentation hervor, dass auch die Kirche eine Akteurin ist, die vom wirtschaftlichen Handeln nicht ausgenommen sei: «Ethisch-nachhaltig zu investieren ist insbesondere im Umgang mit ihrem Vermögen eine Aufgabe der Kirche. Deshalb müssen wir uns auch fragen lassen, wie die Kirche mit ihren finanziellen Ressourcen umgeht, wie kirchliche Einrichtungen mit ihrem Kapital operieren und wie ethisch gewirtschaftet werden kann», so Kardinal Marx. «Allen kirchlichen Einrichtungen gemeinsam sollte das Interesse sein, ihre Investments an christlichen Wertvorstellungen zu orientieren. Es geht ihnen dann nicht nur darum, mit dem angelegten Kapital und den erwirtschafteten Zinsen die Zwecke der eigenen Einrichtungen zu erfüllen und so Gutes für die Menschen und die Schöpfung zu tun. Es muss ihnen ebenso um die direkten und indirekten Auswirkungen ihrer Investition auf die Umwelt und auf andere Menschen, besonders auf die Armen, gehen.

Download Broschüre «Ethisch-nachhaltig investieren»


Neuregelung der Beziehungen von Staat und Kirche in Luxemburg

Bericht von Enry Gillen zu den neuen Konventionen vom 26. Januar 2015.

Mit der Trennung von Kirche und Staat hat das Großherzogtum Luxemburg im Januar bis weit über die Landesgrenzen hinaus Schlagzeilen gemacht. Für Aussenstehende war es bislang nicht leicht, das monatelange Ringen zwischen der Regierung und dem Erzbistum nachzuvollziehen. Jetzt hat der ehemalige Generalvikar Erny Gillen einen detailkundigen Zwischenbericht vorgelegt. Gillen war einer der Protagonisten auf kirchlicher Seite. Der frühere Professor für Theologische Ethik und Vorsitzende von Caritas Europa war seit 2011 Generalvikar. In dieser Funktion bekam er die zunehmenden Risse im alten System des Staatskatholizismus mit. Ein System, das 200 Jahre überdauert hatte: «Seit der napoleonischen Epoche stand die Zeit in Sachen Religion und Staat im Großherzogtum lange still», schreibt Gillen in dem 68-seitigen Bericht.

Eine neue Regierungskoalition, die 2013 an die Macht kam, brachte sehr rasch Dynamik in die Diskussion. Schon zwei Jahre später wurden mit der Kirche und anderen Religionsgemeinschaften Verträge abgeschlossen, die zur Folgen haben, dass die Kirche künftig nur noch sieben von bisher 23 Millionen Euro erhalten wird. Als Errungenschaft ist zu werten, dass sich die drei abrahamitischen Religionen für die Beziehungen zum Staat zu einem Rat zusammenschlossen und dass sie inskünftig im staatlichen Recht gleichgestellt sind.

Aus Schweizer Sicht ist an der Entwicklung bemerkenswert, wie schnell auch in einem sehr stark katholisch geprägten Land die staatskirchenrechtlichen Rahmenbedingungen sich wandeln können – insbesondere wenn Entflechtungen, die aufgrund der gewachsenen Bedeutung der staatlichen Neutralität in einem religiös pluralen Staat angezeigt gewesen wären, nicht vollzogen wurden.

Download Bericht von Enry Gillen «Neue Verhältnisse in Luxemburg – zwischen Staat und Religionsgemeinschaften»

 

 


Familienvielfalt in der katholischen Kirche. Geschichten und Reflexionen

Der Schweizer Beitrag zur Familiensynode

  

Erwartungsvolle Blicke nach Rom

Obwohl die Hoffnungen gedämpfter sind als im Frühjahr 2015, werden auch im Oktober viele engagierte Katholikinnen und Katholiken erwartungsvoll nach Rom schauen, wenn die Bischofssynode zu Familienfragen tagt. Wie werden die Bischöfe aus aller Welt die vielfältigen Herausforderungen gewichten, mit denen Familien und Lebensgemeinschaften konfrontiert sind? Wie werden sie mit den «heissen Eisen» umgehen? Werden sie von der Wirklichkeit ausgehen, samt Brüchen und Widersprüchen? Werden sie wirklich neue Wege suchen oder bloss Auswege? Werden sie Jesu Forderung nach Barmherzigkeit genauso «wörtlich» nehmen wie das Verbot der Ehescheidung? Wird Papst Franziskus auf der Basis der Beratungen eine Entscheidung fällen? Und wenn ja: Welche?

Diese Fragen sind wichtig: Für das Bild von Familie, das die Kirche vermittelt. Für ihren Umgang mit Vielfalt. Für ihre Haltung gegenüber Menschen, deren Lebensentwürfe zerbrechen und gegenüber Paaren, die an ihren Idealen scheitern. Und selbstverständlich auch für das Bild der Kirche und jenes von Papst Franziskus: Sind sie wirklich zur Veränderung bereit? Oder reden sie nur davon und erwarten sie von anderen?

Jede Familie, jede Lebensgemeinschaft ein Einzelfall

Gleichzeitig ist festzuhalten: «Rom» ist nicht die Kirche. Den Realitäten der Familienvielfalt muss die katholische Kirche in der Schweiz sich unabhängig davon stellen, was in Rom gesagt oder entschieden wird. Auch der beste Papst wird uns die Aufgabe nicht abnehmen, als Individuen, als Familien, als Seelsorgende und als Pfarreien mit der Realität der Familienvielfalt umzugehen. Jede Familienpastoral ist orts- und situationsbezogen. Und jeder Ort, jede Situation erfordert die ihr angemessene Familien- oder besser: Beziehungspastoral. Längst geht es nicht mehr darum, «im Einzelfall» Lösungen für besondere Situationen (z.B. Wiederheirat nach Scheidung, gleichgeschlechtliche Partnerschaft) zu finden. Vielmehr gilt es zu anerkennen: Jede Familie, jede Lebensgemeinschaft ist ein Einzelfall.

Ein lebensnahes und praxisrelevantes Buch

Solche Überlegungen waren der Anstoss für das Buch «Familienvielfalt in der katholischen Kirche. Geschichten und Reflexionen», das soeben erschienen ist. Arnd Bünker, Verantwortlicher für die Umfragen zu den beiden Familiensynoden und Hanspeter Schmitt, Professor für theologische Ethik an der Theologischen Hochschule Chur, haben es herausgegeben. Etliche kantonalkirchliche Organisationen, besonders jene im Kanton Zürich sowie das Bistum St. Gallen haben es grosszügig gefördert. Es enthält fünf Familienporträts ganz unterschiedlicher Art, verfasst von der Journalistin Christina Caprez und vom Journalisten Martin Lehmann. Darüber hinaus enthält es sechs spannende Interviews mit Expertinnen und Experten aus der Wissenschaft und aus der Seelsorge sowie mit unterschiedlichen Fachleuten. Fotos und ein attraktives Layout erhöhen die Lesbarkeit.

Arnd Bünker charakterisiert das Buch wie folgt: «Es ist in einem journalistischen Stil gehalten, lebensnah und praxisrelevant. Es ermöglicht eine gut verständliche Auseinandersetzung mit den Fragen der Familiensynode. Das Buch eignet sich 

  • als Sommerlektüre
  • als Grundlage für pastorale Arbeit in Pfarreien und in Gruppen
  • als Lesestoff für den Religionsunterricht und
  • als Ausgangspunkt für die Reflexion in Pfarreien, Kirchgemeinden, Gruppen und unter Seelsorgenden.»

In seiner zusammenfassenden Würdigung verwendet Hanspeter Schmitt den Begriff «Inspiration für anstehende Dialoge und Reformen». Solche Dialoge und Reformen braucht es nicht nur in Rom, sondern auch in der Schweiz. Das Buch liefert dazu spannende Einblicke und fundierte Reflexionen. Ich wünsche ihm viele Leserin-nen und Leser und eine breite Aufmerksamkeit!

Leseprobe zum Buch «Familienvielfalt in der katholischen Kirche. Geschichten und Reflexionen»

Arnd Bünker / Hanspeter Schmitt (Hg.), Familienvielfalt in der katholischen Kirche. Geschichten und Reflexionen, Edition NZN bei TVZ, Zürich 2015, 155 Seiten, CHF 25.--


Hauptsache Suchen und Finden

Einladung zur Fachtagung vom Netzwerk freiwillig.engagiert am 2. November 2015 in Olten.

Das Netzwerk freiwillig.engagiert ist ein loser Zusammenschluss von nationalen Organisationen in der Schweiz, bei denen viele Freiwillige im Einsatz stehen. Eine jährliche Fachtagung fördert den Dialog und den Austausch untereinander.

Die Freiwilligkeit ist aufgrund ökonomischer, gesellschaftlicher und politischer Veränderungen einem starken Wandel unterworfen. Neue Formen wie Crowdsourcing oder Micro-Volunteering kommen auf und erfreuen sich wachsender Beliebtheit. Welche Veränderungen kommen auf uns zu? Und welche Rolle spielen diese für die Gewinnung von Freiwilligen? Mit Referaten und Workshops werden Antworten auf Fragen bezüglich der Gewinnung von Freiwilligen gesucht. Die Fachtagung richtet sich an Koordinatorinnen und Koordinatoren von Freiwilligenarbeit. Die Referate werden simultan übersetzt.

Mehr Informationen und online Anmeldung zur Fachtagung 2015 finden Sie hier


Wie viel und welche Katholizität ist möglich? Kirche im Zeichen der Migration»

Einladung zum Studientag von migratio vom 16. September 2015 in Bern

Migration im kirchlichen Kontext ist ein vielschichtiges Thema, welches für die in der Kirche engagierten Menschen auf allen Arbeits- und Funktionsebenen nicht nur eine pastoral-praktische und verwaltungstechnische Herausforderung darstellt, sondern vor allem auch zahlreiche gesellschaftspolitische Fragen aufwirft. Der Studientag geht diese Thematik sowohl aus pastoraltheologischen als auch einer migrationssoziologischer und kulturwissenschaftlicher Perspektive an. 

Die Veranstaltung richtet sich an Seelsorgende, Anderssprachige Missionare, kirchliche Verwaltungen, Studierende und weitere Interessierte.

Tagungsprogramm


«An ihren Taten sollt ihr sie erkennen»

SPI-Studie zum Ansehen der Kirchen in der Schweiz und Impulse zum Reputationsmanagement.

Wie steht es um den Ruf und das Ansehen der römisch-katholischen und der evangelisch-reformierten Kirchen in der Schweiz? Welche Spuren und Narben haben kirchliche Skandale hinterlassen? Was trägt zu einem guten Image bei? Diese und weitere Fragen wurden in den vergangenen zwei Jahren in einem breit angelegten Forschungsprojekt untersucht. Knapp 1400 Menschen mit unterschiedlichen beruflichen Hintergründen wurden befragt.

Wichtigste Ergebnisse
Neben verschiedenen Baustellen förderte die Studie auch Positives zu Tage: Die Kirchen können sich auf motivierte und kompetente Mitarbeitende verlassen, kirchliche Angebote wie Taufen oder Hochzeiten werden geschätzt und ihr gesellschaftliches Engagement wird von den Befragten gewürdigt. Dies alles trägt positiv zur Reputation bei.

Gleichzeitig zeigt die Studie, dass der Ruf der katholischen Kirche in den vergangenen Jahren gelitten hat. Gründe dafür sind unter anderem das Öffentlich-Werden von Missbrauchsfällen sowie die Positionen der katholischen Kirche zur Fragen der Sexualmoral, der Gleichstellung der Geschlechter oder das Festhalten am Zölibat. An diesen Fragen droht das Herzstück der Reputation, die emotionale Verbundenheit mit der Organisation zu zerbrechen. D.h. die Menschen verlieren ihr Vertrauen in die Kirche, sie erachten diese als unglaubwürdig oder haben ein ungutes Gefühl, wenn sie an die Kirche denken. Die Politiker(innen) schätzten die reformierten Kirchen in den meisten Reputationsbereichen, wie Management, Leadership und Motivation der Mitarbeitenden sowie der Globalreputation positiver ein als die katholische Kirche.

Die Studie zeigt, dass sich der Ruf der Kirchen auch auf die Einstellung der Befragten zum Verhältnis von Kirche und Staat, auf die Attraktivität kirchlichen Engagements sowie auf die Wahrscheinlichkeit eines Kirchenaustritts auswirkt: Je schlechter es um die Reputation der Kirchen in den Augen der Befragten steht, desto eher befürworten sie eine Trennung von kirchlicher und staatlicher Sphäre und desto weniger scheint es ihnen attraktiv, sich in der Kirche freiwillig oder professionell zu engagieren. Zudem fördert ein schlechter Ruf die Wahrscheinlichkeit, aus der Kirche auszutreten.

Aus der Studie lassen sich folgende Empfehlungen ableiten:
Offen, transparent und ehrlich kommunizieren
Kirche-Sein heisst auch im Dialog mit der Gesellschaft und den Menschen zu stehen. Wollen die Kirchen weiterhin als wichtige Stimmen und Akteure in der Gesellschaft wahrgenommen und akzeptiert werden, müssen sie offen, transparent und ehrlich kommunizieren. Doppelmoral gilt es genauso zu vermeiden wie jegliche Versuche, interne Missstände zu vertuschen. Zudem sind die Kirchen gefordert, ihren gesellschaftlichen Beitrag immer wieder auszuweisen.

Sich Veränderungen aktiv stellen und die Zukunft gestalten
Die Veränderungen in Gesellschaft und Kirchen dürfen weder klein geredet, noch beschönigt oder verneint werden. Die Kirchen sollten sich den Veränderungen stattdessen mutig und aktiv stellen und die eigenen Handlungsspielräume so gut wie möglich ausnützen.

Taten statt Worte: Ruf und Ansehen der Kirchen entscheiden sich an ihren Taten. Vertrauen und Glaubwürdigkeit müssen erarbeitet werden. Geeignete Massnahmen dafür sind eine sorgfältige Kirchenleitung, ein verantwortungsvoller Umgang mit den anvertrauten Geldern, gehaltvolle Angebote, kompetente und engagierte Mitarbeitende sowie ein nachhaltiges gesellschaftliches und religiöses Engagement.

«Es ist nicht egal, was wir tun» - Bericht zur Tagung «Kirchenreputation» vom 11. Mai 2015 von Daniel Kosch

Link zu den Referaten der Tagung «Kirchenreputation» vom 11. Mai 2015

Urs Winter-Pfändler (2015). Kirchenreputation. Forschungsergebnisse zum Ansehen der Kirchen in der Schweiz und Impulse zum Reputationsmanagement. St.Gallen: Edition SPI (ISBN: 978-3-906018-11-9). Bestellung hier möglich.


Verhältniss Kirche und Staat im Kanton Bern

Weiterentwicklung des Verhältnisses von Kirche und Staat im Kanton Bern im Kontext gesamtschweizerischer Entwicklungen.

Ausgelöst durch die «Angebots- und Strukturüberprüfung 2014» hat sich die Berner Kantonsregierung grundsätzlich mit dem Verhältnis von Kirche und Staat befasst. Sie hat dazu einen umfangreichen Expertenbericht sowie einen eigenen Bericht veröffentlicht. Diese bilden die Grundlagen für die parlamentarische Beratung und leiten einen Prozess ein, der zur Totalrevision der Kirchengesetzgebung führen soll. Die Landeskirchen haben die Möglichkeit, sich aktiv in das ganze Vorhaben einzubringen, garantiert ihnen die Kantonsverfassung doch ein Vorberatungs- und Antragsrecht in Angelegenheiten, die sie betreffen.

Das Vorhaben verfolgt aus regierungsrätlicher Sicht die Ziele,

  • das bernische Staatskirchenrecht durch eine Entflechtung von Staat und Kirche auf ein zeitgemässes Fundament zu stellen,
  • die Rolle der Landeskirchen zu stärken und ihnen insbesondere die Verantwortung für die Anstellung und Entlöhnung der Geistlichen zu übertragen, 
  • den finanziellen Handlungsspielraum des Kantons zu erweitern, aber zugleich ein zeitgemässes und verlässliches System für die Finanzierung der Landeskirchen auszuarbeiten.

Von der Anerkennung weiterer Religionsgemeinschaften soll abgesehen werden, doch sollen andere Massnahmen entwickelt werden, um Religionsgemeinschaften zu fördern, welche gesellschaftlich relevante Leistungen erbringen.

Aus gesamtschweizerischer Sicht reiht sich das Vorhaben gut in die aktuellen Dynamiken im Verhältnis von Staat und Kirchen ein. Innovativ ist der Expertenbericht namentlich darin, dass er einen ganzen Modellbaukasten enthält, der zwischen «Staatskirchentum» und «Trennung von Kirche und Staat» in den Dimensionen «Verflechtung», «Finanzierung» und «Anerkennung» eine ganze Palette von Massnahmen entwirft, die von milder über mittlere zu starker Entflechtung reichen. Zudem schlägt er eine ganze Reihe von Kriterien vor, um diese Modelle bzw. Massnahmen aus gesellschaftlicher und ökonomischer Sicht zu bewerten.

Ausführlichere Darstellung durch Daniel Kosch im Kontext gesamtschweizerischer Entwicklungen

Link zu den Berichten, Communiqués und Stellungnahmen der röm.-kath. Landeskirche des Kantons Bern 


Palliativ-Pflege-Tagung 2015: «Da und doch so fern»

Einladung zur Palliativ-Pflege-Tagung «Menschen mit Demenz bis zuletzt begleiten» vom 3. September 2015 in Emmenbrücke (LU)

Bis heute gilt: Demenz ist unheilbar. Wer an Demenz erkrankt, wird auch mit Demenz sterben. Gerade die letzte Lebensphase von Menschen mit Demenz ist noch wenig erforscht. Aus diesem Grund beleuchtet Caritas an ihrer diesjährigen Palliativ-Pflege-Tagung vom 3. September 2015 die Verbindung von Demenz und Sterben aus unterschiedlichen Perspektiven mit dem Ziel, die besonderen Bedürfnisse von Sterbenden mit Demenz sowie ihren Angehörigen besser wahrnehmen und auf sie eingehen zu können. Diese Fachtagung wird unter anderem von der RKZ unterstützt.

Prospekt und Anmeldekarte Palliativ-Pflege-Tagung 2015

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