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 Aktuell 

RKZ-Präsidium trifft Nuntius Thomas E. Gullickson

Medienmitteilung zur Begegnung des Nuntius mit RKZ-Präsidium vom 23. August 2016

Am 23. August nahm der Apostolische Nuntius in der Schweiz, Erzbischof Thomas E. Gullickson, an einem Teil der Sitzung des Präsidiums der RKZ teil. Ziele dieser ersten Begegnung waren das gegenseitige Kennenlernen, die Information des Nuntius über die RKZ, ihre Tätigkeit im Dienst der Kirche und ihr Umfeld, sowie ein Gedankenaustausch.

Medienmitteilung vom 25. August 2016



Deutsche Bischofskonferenz lädt zum Experimentieren ein

Arbeitshilfe der Deutschen Bischofskonferenz «Gemeinsam Kirche sein»

Es geschieht nicht alle Tage, dass eine Bischofskonferenz die Seelsorgenden und die kirchliche Basis zum «Experimentieren» einlädt und sich aktiv für «Förderung von Innovation» einsetzt. Ein Jahr nach Erscheinen des bemerkenswerten Dokumentes «Gemeinsam Kirche sein», legt die Deutsche Bischofskonferenz nun jedoch eine Arbeitshilfe ein, die genau dies bezweckt. Die rund 100 Seiten umfassende Broschüre enthält Denkanstösse, aber auch Praxisberichte. Letztere dokumentieren Erfahrungen, die in Pfarreigemeinschaften und kirchlichen Einrichtungen aller Art gemacht wurden. Und dies nicht nur intern, sondern auch ökumenisch und im Dialog mit Nichtchristen.

Unter den vielen «Impulsen, Einsprüchen und Ideen» der Arbeitshilfe finden sich auch solche zum Thema «Leitung hat viele Gesichter». Dort ist unter anderem zu lesen: «Kirchliche Führung in heutiger Zeit braucht Know-how in der Organisations- und Kirchenentwicklung». Dabei geht es «exemplarisch um die Frage, wie partizipationstauglich wir als Kirche vor Ort denn wirklich sind». Partizipation «bedeutet dann auch, die Leitung selbst …wo immer dies möglich ist, zu teilen».

Im selben Zusammenhang heisst es: «Kirchliche Führung in heutiger Zeit braucht die Fähigkeit zur Irritation. Irritationen eröffnen Organisationen die Möglichkeit zu lernen». Abgerundet wird die anregende Arbeitshilfe mit einem Gebet des zuständigen Bischofs Franz-Josef Bode (Osnabrück), in dem es unter anderem heisst: «In jedem echten Aufbruch und Neuanfang erkennen wir dein Wirken».

Wie schon nach der Lektüre von «Gemeinsam Kirche sein» drängt sich die Frage auf, ob die katholische Kirche in der Schweiz nicht auch dringend darauf angewiesen wäre, dass die Bischofskonferenz «Impulse, Einsprüche und Ideen» ins Gespräch bringt und so den Austausch zwischen Kirchenbasis und Leitungsebene verstärkt.

Deutsche Bischofskonferenz: Gemeinsam Kirche sein. Impulse – Einsprüche – Ideen, Berlin 2016 (Arbeitshilfen Nr. 286)



©Jutta Vogel

Licht in Schattenwelten

Buchrezension zu «Kirchliche Gassenarbeit Luzern»

Dass die von Prof. Adrian Loretan (Luzern) herausgegebene Buchreihe «Religionsrecht im Dialog» einen Band zur Kirchlichen Gassenarbeit in Luzern veröffentlicht, erstaunt auf den ersten Blick. Auf den zweiten Blick jedoch zeigen sich Zusammenhänge. Daniel Kosch, Generalsekretär der RKZ, zeigt diese Zusammenhänge im Rahmen eines Artikels auf dem digitalen theologischen Feuilleton feinschwarz.net auf und würdigt das Buch.

Link zum Beitrag von Daniel Kosch auf feinschwarz.net



©SBK/CES

Leiterin für den neuen Bereich «Marketing und Kommunikation»

Generalsekretariat der Schweizer Bischofskonferenz

Im Rahmen des laufenden Organisationsentwicklungsprozesses innerhalb des Generalsekretariats der Schweizer Bischofskonferenz (SBK) wurde der Bereich «Marketing und Kommunikation» neu eingerichtet. Erste Leiterin dieses anspruchsvollen Bereichs ist seit dem 1. August 2016 Frau Encarnación Berger-Lobato.

Mediencommuniqué der SBK vom 13. Juli 2016



Vereinfachung der Finanzflüsse zur Erhöhung von Transparenz und Steuerbarkeit

Medienmitteilung zur Plenarversammlung der RKZ vom 24./25. Juni 2016 in Vevey (VD).

Kantonalkirchliche Gelder fliessen ab 2018 nur noch über einen Kanal auf die sprachregionale Ebene, nämlich über die Mitfinanzierung durch die RKZ. Nach der Schweizer Bischofskonferenz haben auch die Delegierten der Zentralkonferenz dieser Vereinfachung zugestimmt. An ihrer Plenarversammlung in Vevey befassten sie sich ferner mit der Zukunft des Milizsystems und beschlossen Beiträge zu Gunsten des Engagements der Kirche im Bereich Palliative Care sowie für Projekte im Zusammen-hang mit dem Reformationsjubiläum.

Medienmitteilung vom 30. Juni 2016



©Cath-Info

Kein Streichkonzert bei RTS

Die Umsetzung der Sparmassnahmen bei den religiösen Sendungen des Westschweizers Radio und Fernsehen (RTS) ist weniger einschneidend als erwartet

Die Ende 2015 bekannt gegebenen Sparpläne des Westschweizer Radios und Fernsehens RTS haben in der Romandie deutliche Proteste (z.B. eine Petition, die von 25‘000 Personen unterzeichnet wurde, Interventionen von Politikern, kritische Medienberichterstattung) ausgelöst. Im Rahmen intensiver Verhandlungen gelang es, für die Umsetzung der Sparmassnahmen Lösungen zu finden, mit denen sich auch für die kirchlichen Mediendienste Cath-Info und Medias-Pro einverstanden erklären konnten. Auch die Kirchenleitungen waren am Ende in den Prozess einbezogen, namentlich der Medienbischof, Mgr. Alain de Raemy, der Präsident der CER (Conférence des Églises réformées de Suisse romande) Pfr. Xavier Paillard, und Daniel Kosch, Generalsekretär der RKZ, als Vertreter der Finanzgeber auf katholischer Seite.

Das erreichte Resultat stellt in publizistischer, aber auch finanzieller Hinsicht eine deutliche Verbesserung gegenüber den zunächst kommunizierten Sparmassnahmen dar. Je ein Magazin auf Radio und TV bleiben erhalten, zur Kompensation der reduzierten Gottesdienstübertragungen am TV wird ein Versuch mit Streaming im Internet gemacht. Die Abgeltung der Leistungen der Medienzentren durch RTS bleibt substanziell. Zudem hat sich das Klima wieder verbessert: Dominierte anfangs das einseitige Handeln seitens RTS, war in den letzten Etappen von «partenariat» die Rede und wurde die gute Zusammenarbeit auch RTS-seitig geschätzt.



Was macht eigentlich genau die Katholische Arbeitsgemeinschaft für Erwachsenenbildung der Schweiz und Liechtensteins KAGEB

Geschichten aus der Mitfinanzierung FO/RKZ.

Frau Gabriel, seit 2011 leiten Sie die Geschäftsstelle der Katholischen Arbeitsgemeinschaft für Erwachsenenbildung der Schweiz und Liechtenstein KAGEB. Was steht im nächsten Halbjahr besonders gross in der Agenda der KAGEB? 

Fast alles dreht sich nun um unser "Kind" plusbildung. KAGEB ist Gründungsmitglied und Mitträgerin dieser ökumenischen Dachorganisation für Erwachsenenbildung. Nach der Gründung im Jahr 2013 und dem Aufbau des attraktiven Webportals plusbildung.ch muss dieses in der Öffentlichkeit bekannt gemacht werden. Das schafft man nicht auf die Schnelle. Zudem steht eine erste Strategiebereinigung an.

Stellen Sie sich vor, Sie können Ihre Pläne in den nächsten drei Jahren erfolgreich umsetzen und erreichen all Ihre Ziele. Was ist dann anders? Woran merken Ihre Zielgruppen, dass sich etwas verändert hat?

An der jährlichen Herbsttagung treffen sich die VertreterInnen von kirchl. (kath., ref.) Bildungsstellen aus allen Kantonen und grösseren Städten/Gemeinden mit anderen christlichen Bildungsorganisationen zum fachlichen Austausch und Networking. Sie realisieren gemeinsame Angebote und nutzen so Synergien. Für die Bildungskunden ist plusbildung.ch das Label für Tiefgang, Kompetenz und Qualität.

Welche Rolle spielt freiwilliges Engagement bei der KAGEB? Was tun Sie, um freiwilliges Engagement zu fördern? Was für Zusatzkosten würden entstehen, wenn sie die freiwillige Arbeit bezahlen müssten?

Unser Vorstand engagiert sich ehrenamtlich. Ohne diesen Einsatz wäre die Verbandstätigkeit in diesem Umfang nicht möglich u. eine zeitgemessene Entlöhnung wäre bei unserem kleinen Budget gar nicht denkbar. Das Engagement bedeutet durchaus eine Bereicherung der beruflichen Tätigkeit. So entsteht eine inspirierende Wechselwirkung sowohl für KAGEB wie auch für die Arbeitgeber, die dies unterstützen.

Sie erhalten von Fastenopfer und RKZ jährlich einen Betriebsbeitrag. Welches ist der konkrete Gegenwert in Form von Leistungen zu Gunsten der Kirche?

KAGEB und plusbildung stehen für das Bildungsangebot von kirchlichen Stellen und Bildungshäusern. Die äusserst vielfältigen Angebote richten sich an alle Bildungsinteressierten, haben damit Zugang zu einem grösseren Kreis und sind Türöffner für die Kirche. Zudem unterstützen und vernetzen wir als Fachverband kirchliche Bildungsstellen.

Wenn Sie als Institution einen Wunsch an die Schweizer Bischofskonferenz richten könnten: Was würden Sie sich wünschen? 

Wir sind dankbar für die Unterstützung und wünschen uns weiterhin einen guten, offenen Dialog. Die Bildungsangebote unserer Mitglieder sind Orientierungshilfe in unserer medienüberfluteten Gesellschaft, wo Kenntnisse über eigene und fremde Religionen und kulturelle Wurzeln zunehmend fehlen.

Steckbrief

Gründungsjahr
1963
Wichtigste
Dienstleistungen
  • der gemeinsame Auftritt der Mitglieder (Webplattform und Öffentlichkeitsarbeit)
  • Austausch und Vernetzung untereinander (z.B. jährliche Fachtagung für die Bildungsanbieter)

 


ÄltesteR MitarbeiterIn

Unsere Geschäftsstelle hat nur zwei Mitarbeiterinnen und das Alter ist nicht relevant.
Interessanter ist dieser Aspekt bei unseren Verbandsmitgliedern:

Die Katholische Arbeitnehmerinnen- und Arbeitnehmer-Bewegung KAB Schweiz
wurde bereits 1899 gegründet und ist ein KAGEB-Gründungsmitglied

JüngsteR MitarbeiterIn
Das Fastenopfer ist unser «jüngstes» Mitglied (seit 2015) und ist nicht halb so alt
(Gründungsjahr 1961)
Anteil FO/RKZ-Beitrag
am Gesamtbudget
rund 30%
Link zur Websitewww.kageb.ch und www.plusbildung.ch   


Personelles

Personelle Informationen aus der RKZ, SBK und dem Fastenopfer


Susana Garcia orientiert sich beruflich neu und scheidet aus dem RKZ-Präsidium aus

Susana Garcia, seit 2008 Generalsekretärin der Kantonalkirche Waadt, orientiert sich beruflich neu und scheidet deshalb aus der RKZ aus. Schon im ersten Amtsjahr wurde sie ins Präsidium gewählt. 2009 wurde sie Vizepräsidentin, seit 2012 präsidierte sie die Kommission für Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit und begleitete in dieser Funktion auch den Ausbau der Öffentlichkeitsarbeit der Zentralkonferenz.

Die Nachfolge von Susana Garcia im Präsidium der RKZ ist noch offen. Renata Asal-Steger (LU), die der Kommission für Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit bereits als Mitglied angehört, übernimmt deren Vorsitz.

Roland Loos wird Nachfolger von Adolf Klingler (VD)

Adolf Klingler, der seit 2003 die Waadtländer Körperschaft in der RKZ vertreten hat, tritt als RKZ-Delegierter zurück und wird durch Roland Loos ersetzt, der seinen Kanton Ende November erstmals in der RKZ vertreten wird.

Stéphane Vergère wird Vollmitglied der COR

Stéphane Vergère, Kanzler und Verwaltungsdirektor des Bistums Sitten und seit langer Zeit Verwalter der Fédération romande catholique romaine (FRCR), des Zusammenschlusses der Diözesen und kantonalkirchlichen Organisationen in der Romandie, ist in dieser Funktion zum Vollmitglied der Conférence des Ordinaires de la Suisse romande (COR) ernannt worden. Zuvor hatte er seit einiger Zeit als ständiger Gast an deren Sitzungen teilgenommen. Es ist das erste Mal, dass ein ständiger Diakon, verheirateter mehrfacher Familienvater und Grossvater zahlreicher Enkel Mitglied eines solchen Gremiums der Kirchenleitung wird – und ein Ausdruck verbesserter Zusammenarbeit und gewachsenen Vertrauens zwischen den Bistumsleitungen und den kantonalkirchlichen Organisationen in der Romandie.

Regula Furrer übernimmt das Präsidium der Fachgruppe 3

Regula Furrer, Verwalterin der Berner Landeskirche, übernimmt ab Juli als Vertreterin der RKZ den Vorsitz in der Fachgruppe 3, die im Rahmen der Mitfinanzierung für Bildungsangebote, sprachregionale Fachstellen, Jugendpastoral und die Erwachsenenverbände zuständig ist. Als Präsidentin dieser Fachgruppe gehört sie von Amtes wegen dem Bildungsrat für die Deutschschweiz an und nimmt Einsitz in die Paritätische Planungs- und Finanzierungskommission SBK – FO/RKZ (PPFK).

Neue Vize-Generalsekretärin der SBK

Birgitta Vianin-Winners heisst die neue Vize-Generalsekretärin der Schweizer Bischofskonferenz. Sie hat ihr Amt im April 2016 angetreten. Die Juristin bringt viel Management-Erfahrung aus der Privatwirtschaft mit. Sie soll im Generalsekretariat insbesondere für die internen Abläufe zuständig sein und Aufgaben im Bereich der Personalführung übernehmen.

Samuel Belouhl verlässt migratio

Samuel Behloul, der seit 2013 als Nationaldirektor von migratio tätig war, verlässt sein Amt Ende August 2016. Er wird neu beim Zürcher Institut für interreligiösen Dialog (ZIID, früher «Zürcher Lehrhaus») einen Bildungsauftrag wahrnehmen. Der seit vielen Jahren ungeklärte und ungewisse Status der bischöflichen Kommission Migratio verunmögliche es, dass diese als katholisches Kompetenzzentrum im nationalen Umfeld auftreten kann. Die Kommission befinde sich auf einem Abstellgeleise, sagte Behloul auf Rückfragen zu den Gründen für seine Demission.

Fastenopfer auf der Suche nach einem neuen Direktor

Am 21. Juni 2016 wurde mitgeteilt, dass Patrick Renz, der Fastenopfer seit 2014 leitete, das Hilfswerk auf Mitte Juli 2016 verlässt. Unterschiedliche Vorstellungen bei der Implementierung einer erneuerten Führungskultur veranlassten Renz zu diesem Schritt. Der Stiftungsrat und die Geschäftsleitung bedauern diese Entscheidung und danken dem scheidenden Direktor für sein grosses Engagement.

Alt-Regierungsrat Martin Gehrer (SG) übernimmt Amtsgeschäfte voll

Der seit dem 1. Januar 2016 als Präsident des Administrationsrates des katholischen Konfessionsteils des Kantons St. Gallen amtierende Martin Gehrer wurde Ende April als Regierungsrat und Finanzdirektor verabschiedet. Bis zu diesem Zeitpunkt nahm die Vizepräsidentin des Administrationsrates viele seiner Aufgaben wahr. Martin Gehrer wird die St. Galler Katholiken als Nachfolger von Hans Wüst auch in der RKZ vertreten.

Neuer Generalsekretär für die Katholische kirchliche Körperschaft des Kantons Freiburg

Am 1. März 2016 hat Martin Peyraud sein Amt als Generalsekretär der Freiburger Körperschaft angetreten. Er folgt auf Hans Rahm. Peyraud studierte Wirtschaft, ist verheiratet und hat drei Kinder. Bisher leitete er während 13 Jahren das Altersheim Villa St-François in Villars-sur-Glâne FR. Als RKZ-Delegierter vertritt er die Freiburger Katholiken auch auf nationaler Ebene.



©Katharina Wieland Müller / pixelio.de

Gesetz zur «Kleinen Anerkennung» in GE und NE geplant

Religionsrechtliche Entwicklungen in den Trennungskantonen Neuenburg und Genf

In den Kantonen Genf und Neuenburg, in denen auch die grossen Kirchen vom Staat nicht öffentlich-rechtlich anerkannt und im Privatrecht organisiert sind, sind vergleichbare religionsrechtliche Entwicklungen im Gang. Beide Kantonsregierungen haben den Parlamenten Gesetzesvorschläge unterbreitet, die zum Ziel haben, die bisher den Kirchen vorbehaltene öffentliche (sogenannt «kleine») Anerkennung für andere Religionsgemeinschaften zu öffnen.

Gesetz über die Laizität des Staates (Genf)

Das vom Genfer Staatsrat vorgeschlagene «Gesetz über die Laizität des Staates» formuliert im Zweckartikel folgende Ziele:

  1. die Glaubens- und Gewissensfreiheit zu fördern und zu schützen;
  2. die religiöse Vielfalt und den religiösen Frieden zu wahren;
  3. den religiösen Organisationen zu erlauben, ihren Beitrag zum Zusammenhalt der Gesellschaft zu leisten;
  4. einen geeigneten Rahmen für die Beziehungen zwischen den staatlichen Behörden und den religiösen Organisationen zu schaffen.

Die Laizität des Staates wird als «Prinzip der Neutralität des Staates in religiösen Belangen definiert, welche die Bewahrung der Glaubens- und Gewissensfreiheit gewährleistet, den religiösen Frieden erhält und jede Diskriminierung aufgrund religiöser Überzeugungen ausschliesst. Sie fördert die Toleranz und den gegenseitigen Respekt in der Gesellschaft.»

Für die Religionsgemeinschaften, die eine öffentliche Anerkennung und die Möglichkeit erhalten möchten, freiwillige Kirchenbeiträge zu erheben, wird eine ganze Reihe von Anforderungen formuliert, darunter die Transparenz bezüglich der Herkunft der Mittel. So müssen sie einzelne Beiträge von Personen, Staaten oder Institutionen, die 5% ihres Gesamtertrags übersteigen, offenlegen.

Im Vergleich mit der bisherigen Gesetzgebung fällt einerseits eine wesentlich wertschätzendere, nicht nur die negative, sondern auch die positive Seite der Religionsfreiheit betonende Grundhaltung auf. Bereits haben jedoch kritische, auf einer wesentlich strikteren Abgrenzung des Staates von der Religion bestehende Kreise ihre Kritik angemeldet und alternative Vorschläge formuliert. Das Parlament wird das Gesetz im Herbst 2016 behandeln.

Gesetz über die Anerkennung von Religionsgemeinschaften (Neuenburg)

Auch das Neuenburger Gesetzgebungsvorhaben beabsichtigt, die Voraussetzungen für die Anerkennung weiterer Religionsgemeinschaften zu schaffen und formuliert dafür eine Reihe von Bedingungen. Als Wirkungen der Anerkennung nennt der Gesetzesvorschlag

  • die Möglichkeit der Subventionierung durch den Staat,
  • die Steuerbefreiung,
  • die Möglichkeit, einen freiwilligen Beitrag der Mitglieder der Religionsgemeinschaft zu erheben und den Staat mit der Erhebung desselben zu beauftragen,
  • die Beteiligung am öffentlichen Leben, z.B. durch Einbezug in Kommissionen und Arbeitsgruppen, aber auch an öffentlichen Anlässen und Feierlichkeiten,
  • die Benutzung von Schulräumen für den Religionsunterricht,
  • die Seelsorge in Gefängnissen und Einrichtungen des Gesundheitswesens, analog zu den drei in der Verfassung anerkannten Kirchen. 

«Kleine Anerkennung» in der West- und Nordwestschweiz weiter verbreitet

Vergleicht man die religionsrechtliche Entwicklung in den verschiedenen Regionen der Schweiz fällt auf, dass die «kleine» und deshalb niederschwelligere öffentliche Anerkennung (ohne Gewährung des Rechts zum Einzug der Kirchensteuer) in der West- und Nordwestschweiz weiter verbreitet ist als in anderen Landesteilen. In Basel-Stadt wird dieses Rechtsinstitut bereits angewandt, auf Verfassungsstufe vorgesehen ist es in BS, FR, NE und GE, im Detail geregelt ist die kleine Anerkennung im Kanton Waadt. Sofern die Gesetzgebungsvorhaben in GE und NE im vorgeschlagenen Sinne realisiert werden, baut die Romandie ihren Vorsprung in diesem Bereich noch aus.

Die Gründe für diese Ungleichzeitigkeit müssten genauer analysiert werden – religionssoziologisch korrespondiert sie mit der Tatsache, dass die Entkirchlichung der betreffenden Kantone weiter fortgeschritten ist als in anderen Landesteilen.

Zum Stand der Anerkennungsdiskussion vgl. René Pahud de Mortanges, Staatliche Anerkennung von Religionsgemeinschaften: Zukunfts- oder Auslaufmodell? (FVRR 31), Zürich 2015.



©Erwin Lorenzen / pixelio.de

Neue Publikationen

Hinweise zu aktuellen Büchern und Zeitschriften, die sich mit den Themen Religion, Kirchenfinanzen und Recht auseinandersetzen.

«Zukunft der Religion» als Thema von swissfuture

Das Magazin für Zukunftsmonitoring «swissfuture»  hat seine erste Ausgabe im Jahr 2016 dem Thema «Zukunft der Religion» gewidmet. Das Thema wird breit und vielfältig erörtert, und zwar sowohl aus gesellschaftlicher Perspektive als auch mit Blick auf die verschiedenen Religionsgemeinschaften. Ein Beitrag widmet sich der Frage nach dem «Wertewandel und der Zukunft der Landeskirchen». Anhand unterschiedlicher Szenarien für den Wertewandel wird gefragt, wie dieser sich auf Religion und Kirchen auswirkt: Was, wenn die Individualisierung und Privatisierung alles dominiert («Ego 2030»)? Was, wenn es angesichts des spürbaren Wohlstandsverlusts zum Kampf um knappe Ressourcen kommt und Religion für solche Konflikte instrumentali-siert wird («Clash 2030»)? Welche Auswirkungen hätte es, wenn eine Balance zwischen Arbeit, Beziehungspflege, Lebens-kunst, freiwilligem Engagement und Spiritualität zum dominierenden Lebensmuster wird («Balance 2030»)? Und was, wenn Sicherheit, Ordnungsliebe und Kontrolle aller Lebensvollzüge zum herrschenden Paradigma wird («Bio Control 2030»). Der Autor, Andreas M. Walker, bilanziert: «Der aktuelle Wertewandel ist eine offene Entwicklung - er kann zu unterschiedlichen Zukünften führen. … Die Kirchen sind herausgefordert, ihre Zukunft aktiv zu gestalten und künftige Werke mitzugestalten, rück-wärts in die gute alte Zeit führt sicher kein Weg.»

Geld, Gott und Glaubwürdigkeit

Unter dem Eindruck der Diskussionen um mangelnde Transparenz der Kirchenfinanzen im eigenen Land, aber auch im Vatikan, führte die Konrad-Adenauer-Stiftung im Herbst 2014 ein Symposium zum Thema «Geld, Gott und Glaubwürdigkeit» durch. Dabei richtete sich der Blick auch auf andere Weltteile und andere Religionsgemeinschaften. Afrikanische und lateinameri-kanische Perspektiven fehlen genau so wenig wie Einblicke in die Islamische Welt, ins Judentum, aber auch in rechtliche, finanztechnische, sozialwissenschaftliche oder kirchenrechtliche Aspekte des Themas. Wer den Horizont weiten und über die typisch schweizerischen Diskussionen über das duale System und die Kirchensteuern, besonders juristischer Personen hinausblicken möchte, findet eine Fülle von Informationen, Perspektiven und Denkanstössen.

Karlies Abmeier (Hg.), Geld, Gott und Glaubwürdigkeit (Religion – Staat – Gesellschaft, Band 3), Paderborn 2016, 367 Seiten.

Schweizerisches Jahrbuch für Kirchenrecht 2015

Das Schweizerische Jahrbuch für Kirchenrecht wird zwar von der Schweizerischen Vereinigung für evangelisches Kirchenrecht herausgegeben, ist aber – namentlich im staatskirchenrechtlichen Bereich und bezüglich der Zusammensetzung der Autorenschaft – längst ein ökumenisches Vorhaben. Die Hauptbeiträge befassen sich mit den Auswirkungen religiöser Pluralität. Ein sehr interessantes Thema greift Bernhard Ehrenzeller auf: «Die Benediktsregel und die Weisheit des Rechts». Der Vergleich regt ihn zu grundsätzlichen Reflexionen über den Zusammenhang von Recht, Religion und Glück des Menschen an – und auch über die Grenzen, was mit Hilfe von Regeln und Gesetzen geregelt werden kann.

Aus Sicht der RKZ und der katholischen Kirche in der Schweiz ist erfreulich, dass das Jahrbuch wichtige Rechtstexte aus diesem Kontext dokumentiert und vorstellt. Im Jahrbuch 2015 sind die neuen Vereinbarungen zwischen SBK und RKZ und ein grösserer Bericht zu deren Einordnung enthalten.

Wer das Jahrbuch regelmässig erhalten und über die Aktivitäten, insbesondere die Jahrestagung der Schweizerischen Vereinigung für evangelisches Kirchenrecht informiert werden möchte, kann der Vereinigung beitreten. Der Jahresbeitrag beträgt CHF 50. Darin ist der Erhalt eines Exemplars des Jahrbuches enthalten. Adresse: Schweizerische Vereinigung für evangelisches Kirchenrecht, c/o Dr. iur. Martin Röhl, Hirschengraben 50, Postfach 8024 Zürich; martin.roehl@zh.ref.ch.

Schweizerisches Jahrbuch für Kirchenrecht – Annuaire suisse de droit ecclesial 2015, Bern 2016, 343 Seiten.

Kirchliche Gassenarbeit Luzern

Dass die von Prof. Adrian Loretan (Luzern) herausgegebene Buchreihe «Religionsrecht im Dialog» einen Band zur Kirchlichen Gassenarbeit in Luzern veröffentlicht, erstaunt auf den ersten Blick. Auf den zweiten Blick jedoch zeigen sich Zusammenhänge. So basiert diese Gassenarbeit auf einer 30-jährigen «Zusammenarbeit von Kirchen und staatlichen Institutionen zugunsten von suchtbetroffenen Personen», wie es im Untertitel heisst. Und mit dem Stichwort «Menschenwürde» ergibt sich ein wichtiger gemeinsamer Bezugspunkt zwischen dem «Grund der Menschenwürde in der Verfassung» und dem Grund für dieses Engagement, das «der Würde des Menschen auf der Gasse» dient, wie es Adrian Loretan in seinem Nachwort erläutert.

Eindrücklich dokumentiert das Buch aus der Perspektive von in der Gassenarbeit Engagierten, aus der Perspektive aussenstehender Experten sowie aus der Perspektive von suchtbetroffenen Menschen ein diakonisches Engagement, das weit über die kirchlichen Kreise hinaus wahrgenommen wird. Es füllt nicht nur den Begriff der «Menschenwürde», die ausnahmslos allen zukommt, sondern auch jenen der «gesamtgesellschaftlichen Leistungen der Kirchen» und der Zusammenarbeit von Kirche(n), Staat und Zivilgesellschaft mit Inhalt. Zudem ist das Buch auch ein hervorragender Denkanstoss zum «Jahr der Barmherzigkeit», das Papst Franziskus ausgerufen hat.

Adrian Loretan, Ueli Mäder, Sepp Riedener, Fridolin Wyss (Hg.), Kirchliche Gassenarbeit Luzern. Eine 30-jährige Zusammenarbeit von Kirchen und staatlichen Institutionen zugunsten von suchtbetroffenen Personen (ReligionsRecht im Dialog, Band 22), Zürich 2016.

Konfessionelle Grabfelder auf öffentlichen Friedhöfen

Für das staatliche Religionsrecht und das Verhältnis zwischen Religionsgemeinschaften, Staat und Gesellschaft sind in der Praxis nicht nur die grundsätzlichen Themen wie Religionsfreiheit, Anerkennung von Religionsgemeinschaften oder Finanzierung der Aktivitäten der Religionsgemeinschaften von Bedeutung. Wichtig sind auch konkrete Einzelthemen: Nahrungsmittel- und Tierschutzgesetzgebung wo religiöse Speisevorschriften bestehen, Rundfunk- bzw. Medienrecht, wo Religionsgemeinschaften die Medien für ihre Verkündigung nutzen möchten, Schulrecht und Lehrpläne, wo es um die religiöse Unterweisung von Kindern geht, Ehe- und Familienrecht, weil viele Religionsgemeinschaften dem Zusammenleben in Ehe und Familie grosse Aufmerksamkeit schenken, etc. Und weil der Übergang vom Leben zum Tod, der Umgang mit den Verstorbenen und die Vorstellungen darüber, was nach dem Tod ist, für die Religionen ein zentrales Thema ist, hat auch das Friedhofsrecht eine religionsrechtliche Dimension. In einer rechtsgeschichtlichen Studie zum staatlichen Bestattungsrecht in der Schweiz zeichnet René Pahud die Entwicklung nach. Sie beginnt im Mittelalter unter dem Stichwort «Nähe zur Kirche als Nähe zum religiösen Heil» und schliesst mit der «neue(n) Friedhofskultur zwischen Individualisierung und Anonymisierung». Cla Reto Famos steuert verfassungsrechtliche Überlegungen bei und eine umfangreiche, von Burim Ramaj erstellte Dokumentation gibt Einblick in die Rechtslage in den Kantonen und auf kommunaler Ebene. In allen Beiträgen wird ein Spannungsfeld deutlich: Einerseits wird die Gesellschaft immer säkularer, die Zahl der konfessionslosen Menschen nimmt zu – anderseits generiert die religiöse Pluralisierung neue Erwartungen an die Berücksichtigung konfessions- bzw. religionsspezifischer Normen und Wertvorstellungen im Bestattungsrecht. Das wird weiterhin für Diskussionen sorgen. Der schmale, aber gehaltvolle Band trägt zu einer sachlichen Diskussion bei – und bietet Anschauungsmaterial für jene, die nach guten, situationsangepassten Lösungen und Formulierungen suchen.

Cla Reto Famos, René Pahud de Mortanges, Burim Ramaj, Konfessionelle Grabfelder auf öffentlichen Friedhöfen. Historische Entwicklung und aktuelle Rechtslage (FVRR 34), Zürich 2016, 125 Seiten.



Religion

terra cognita 28/2016 - Schweizer Zeitschrift zu Integration und Migration der Eidgenössischen Migrationskommission EKM

Welchen Stellenwert nimmt Religion in der Migrationsgesellschaft ein? Wie verändern sich Glaubensinhalte und religiöse Praktiken in diesem Kontext? Wie ist angesichts der fortschreitenden Säkularisierung das grosse öffentliche Interesse an religiösen Themen zu erklären? terra cognita 28 beleuchtet die religiöse Vielfalt in der Schweiz, geht den Diskursen in Religions- und Wertefragen nach, fragt nach der Bedeutung des interreligiösen Dialogs und widmet sich den Fragen rund um Religionsfreiheit, die Rolle des Staates, individueller Glaubenspraxis und der Bedeutung von Religion als Differenzierungsmerkmal. Im Fokus stehen Angehörige von Glaubensgemeinschaften und Konfessionslose, Gläubige und Nicht-Gläubige.

Religion - Zeitschrift terra cognita 28/2016



Glauben und Religiosität in- und ausserhalb der Gotteshäuser

Erste Ergebnisse der Erhebung zur Sprache, Religion und Kultur 2014

Die Vielfalt religiöser Praktiken und Glaubensformen hat zugenommen, obschon quer durch die Religionsgemeinschaften religiöse Einrichtungen, wie Kirchen oder Moscheen, eher selten besucht werden. Nur die Mitglieder evangelikaler Gemeinden sind eifrige Gottesdienstbesucher. Die grösste Distanz zu ihren Gottesdiensten zeigen dagegen die Mitglieder von muslimischen Gemeinschaften auf: Fast die Hälfte der befragten Muslime und Musliminnen geht nie in eine Moschee. Hingegen glaubt über alle Religionen und Konfessionen hinweg fast jede zweite Person an einen einzigen Gott und fast jede vierte Person an eine höhere Macht. Ferner finden sich auch unter den Konfessionslosen religiöse oder spirituelle Menschen.

Das Schweizerische Pastoralsoziologische Institut (SPI) hat die Ergebnisse der vom Bundesamt für Statistik (BFS) 2014 durchgeführten Erhebung zur Sprache, Religion und Kultur (ESRK) zusammengefasst.

Download Publikation BFS



Digitalisierung der Schweizerischen Kirchenzeitung

Die Schweizerische Kirchenzeitung ist neu für die Jahrgänge 1832–2014 unter www.e-periodica.ch frei zugänglich.

E-Periodica ist die Plattform der ETH-Bibliothek für digitalisierte Schweizer Zeitschriften. Auf ihr kann die Schweizerische Kirchenzeitung kostenlos eingesehen werden. Allerdings werden die einzelnen Jahrgänge erst nach einer Sperrfrist von zwei Jahren aufgeschaltet. Für Abonnentinnen und Abonnenten ist die aktuelle SKZ über www.kirchenzeitung.ch zugänglich.

Unter E-Periodica wie auch unter der SKZ-Homepage ist eine Volltextsuche möglich. Die einzelnen Artikel können unter E-Periodica als PDF-Dateien heruntergeladen werden. Die SKZ konnte dank Unterstützung der Eidgenossenschaft und der Römisch-Katholischen Zentralkonferenz digitalisiert werden.



Kirchgemeinden entdecken Umweltmanagement

Im September 2016 startet der schweizweit erste Lehrgang «Kirchliches Umweltmanagement».

Der «Grüne Güggel» ist das Zertifikat für Kirchgemeinden mit systematischem Umweltmanagement. Mit diesem Umweltzertifikat darf sich eine Kirchgemeinde schmücken, wenn sie ein vorgegebenes 10-Punkte-Programm erarbeitet und dieses von einem Gutachter prüfen lässt. Ziel ist die Verbesserung der Umweltleistung der Kirchgemeinde, sei es beim Sparen von Energie, bei der Förderung der Vielfalt von einheimischen Pflanzen und Tieren, beim Einkauf von umweltgerechten Produkten oder bei der Abfalltrennung.

Neuer Lehrgang «Kirchliches Umweltmanagement»

Ab diesem Herbst bietet die oeku einen neuen Lehrgang an, bei dem die zehn Schritte zum Umweltzertifikat erlernt werden können. Der Kurs dauert insgesamt sechs Tage von September 2016 bis April 2017 und richtet sich an Personen, die Kirchgemeinden zum «Grünen Güggel» führen wollen. Das können Kirchgemeinderäte, kirchliche Angestellte, Personen aus dem Pfarrteam, SigristInnen oder Ehrenamtliche sein. Während des Lehrgangs werden Kirchgemeinden besucht, die im Umweltmanagement bereits aktiv sind. So werden praktische Beispiele und die Personen dahinter vor Ort kennengelernt. Die Teilnehmenden erhalten ein Abschlusszertifikat und erarbeiten sich das Wissen, mit dem sie Kirchgemeinden bis zum internen Audit begleiten können.

Weiter Informationen:
Flyer Informationsabend
www.oeku.ch