Menu
 Aktuell 

Mobiles Erlebnis «Niklaus von Flüe – Unterwegs» besucht alle Schweizer Kantone

Mehr Unterhaltung. Mehr Wohlstand. Mehr von allem...

Genau diesem Bestreben will das mobile Erlebnis «Niklaus von Flüe – Unterwegs», welches seit anfang Juli bis Ende September 2017 quer durch die ganze Schweiz tourt, entgegenwirken. Niklaus von Flüe, der Einsiedler aus dem Kanton Obwalden, wurde vor 600 Jahren geboren, in eine Welt, die für uns kaum mehr vorstellbar ist. Die Geschichte dieser facettenreichen Persönlichkeit kann in ihrer Komplexität nicht auf die Schnelle erzählt werden. Passanten und interessierte Besucher werden beim mobilen Erlebnis «Niklaus von Flüe – Unterwegs» vor Ort über die gelebten Werte und das weitgreifende Wirken des Friedensbotschafters und Ratgebers informiert. Sie erhalten Einblicke in das Leben und Schaffen Niklaus von Flües und können einen Augenblick ungestört mit dem Menschen, Mystiker und Mittler teilen. In einer Zeit voller Stress, Drucksituationen und Verlangen nach Mehr findet der Besucher in Stille und Einsamkeit für einen Moment Gelegenheit, über sich nachzudenken und sich mit den Fragen des Lebenssinns auseinanderzusetzen.

Flyer mit Tourneeplan

Weitere Informationen zum Gedenkjahr «600 Jahre Niklaus von Flüe» finden Sie auf MEHR RANFT



Kirchgemeinden entdecken Umweltmanagement

Im Oktober 2017 startet der zweite Lehrgang «Kirchliches Umweltmanagement»

oeku Kirche und Umwelt bildet in einem praxisnahen und kompakten Lehrgang kirchliche UmweltberaterInnen aus. Der Lehrgang richtet sich an Personen, die Kirchgemeinden zum Zertifikat «Grüner Güggel» führen wollen. Der «Grüne Güggel» ist das Zertifikat für Kirchgemeinden mit systematischem Umweltmanagement. Mit diesem Umweltzertifikat darf sich eine Kirchgemeinde schmücken, wenn sie ein vorgegebenes 10-Punkte-Programm erarbeitet und dieses von einem Gutachter prüfen lässt. Ziel ist die Verbesserung der Umweltleistung der Kirchgemeinde, sei es beim Sparen von Energie, bei der Förderung der Vielfalt von einheimischen Pflanzen und Tieren, beim Einkauf von umweltgerechten Produkten oder bei der Abfalltrennung.

Der Lehrgang findet an sechs Kurstagen zwischen Oktober 2017 und April 2018 in verschiedenen Kirchgemeinden der Deutschschweiz statt.

Flyer mit Terminen und Anmeldetalon (Anmeldeschluss ist der 31. August 2017)
Umweltmanagementsystem (UMS) Grüner Güggel



©Nathan Coley

Kirchenumnutzungen - Der Blick aufs Einzelne

Zweiter Schweizer Kirchenbautag, Freitag 25. August 2017

Der Schweizer Kirchenbautag widmet sich aktuellen Fragen zum Kirchenbau in der Schweiz. Er fördert den Austausch zwischen Entscheidungsträgerinnen und -trägern aus Kirche, Denkmalpflege und Öffentlichkeit. Der Erste Schweizer Kirchenbautag fand 2015 zum Thema Kirchenumnutzungen statt. Der Zweite Schweizer Kirchenbautag 2017 führt das Thema fort und vertieft die Problematik anhand konkreter Beispiele von bereits realisierten bzw. erst projektierten Umnutzungen von Kirchen und Klöstern in der Schweiz.

Der Zweite Schweizer Kirchenbautag findet am Freitag, 25. August 2017, in Bern statt. Detaillierte Informationen zum Programm und zur Anmeldung finden sie hier.

Flyer Zweiter Schweizer Kirchenbautag 2017



Dem Bettag eine Zukunft bereiten

Buchpublikation und -vernissage am 7. September 2017

Dass eine sozialdemokratische Regierungsrätin, ein jüdischer Theologe, ein katholischer Historiker, eine christkatholische Seelsorgerin, ein Ständerat aus Graubünden, eine muslimische Religionswissenschaftlerin und rund zwanzig weitere Autorinnen und Autoren zu einem gemeinsamen Thema ein Buch schreiben, kommt nicht alle Tage vor. Diese interessante Mischung macht ausgerechnet der Eidgenössische Dank-, Buss- und Bettag möglich, obwohl er für viele eher das Image eines langweiligen Auslaufmodells als den Ruf eines spannenden Zukunftsmodells hat.

Der Sammelband, der anfangs September erscheint, enthält Beiträge zur Geschichte, zur Aktualität und zum Potenzial dieses Feiertags, der zwar religiösen Charakter hat, aber staatlich angeordnet ist. Der Blick ins Inhaltsverzeichnis zeigt, dass das Buch nicht nur thematisch vielfältig ist, sondern auch Beiträge unterschiedlicher Art bietet: Artikel, die breit informieren, Reden und Predigten, Berichte über neue Formen der Gestaltung dieses Feiertages, Anregungen für die religionspädagogische Praxis und vertiefende Reflexionen. Unübersehbar ist das Anliegen, unterschiedliche Perspektiven zu berücksichtigen.

Vorgestellt wird diese neue Buchpublikation am 7. September 2017 um 18 Uhr im Zürcher Rathaus.

Flyer Buchvernissage

Eva-Maria Faber / Daniel Kosch (Hg.), Dem Bettag eine Zukunft bereiten. Geschichte, Aktualität und Potenzial eines Feiertags, Theologischer Verlag Zürich (260 Seiten).



Wer ist eigentlich Roland Loos (VD)?

Porträt über einen RKZ-Delegierten

Herr Loos, beruflich coachen Sie als «Business Angel» Startup Unternehmen. Lässt sich ihre Aufgabe als Mitglied des Exekutivrates bei der Fédération ecclésiastique catholique romaine du Canton de Vaud (FEDEC-VD) mit einem solchen Coaching vergleichen?

Jedes Mitglied unseres Rates bringt seine beruflichen und menschlichen Kompetenzen ein. Als «Business Angel» stelle ich den Startup Unternehmen meine Berufserfahrungen in den Bereichen Organisation, Verhandlungsgeschick und Geschäftsführung zur Verfügung. Das gleiche versuche ich auch als Mitglied des Exekutivrates der FEDEC-VD, jedoch ohne geschäftliche Absichten. Ich versuche eher, neue Zugänge zu erschliessen.

Was steht im nächsten Halbjahr besonders gross in der Agenda bei der Katholischen Kirche im Kanton Waadt?

Neben dem laufenden Geschäft hat der Exekutivrat der FEDEC-VD für das nächste Halbjahr drei strategische Perspektiven definiert: (1) Kommunikation; (2) Verbesserung der Zusammenarbeit mit den Pfarreien, dem Vikariat, dem Bistum und der Politik (3) Bewirtschaftung unserer Vermögenswerte mit dem Ziel, unsere Ressourcen zu steigern. Die gute Zusammenarbeit mit den anderssprachigen Gemeinschaften und die Wertschätzung ihres wichtigen Beitrages zum kirchlichen Leben ist ein weiteres aktuelles Thema.

Stellen Sie sich vor, der Exekutivrat der FEDEC-VD setzt seine Pläne der laufenden Legislaturperiode erfolgreich um. Was ist dann anders? Woran merken die Katholikinnen und Katholiken im Kanton Waadt, dass sich etwas verändert hat?

Auf der Basis der Resultate einer Umfrage von 2016 wird die FEDEC-VD noch besser auf die Bedürfnisse ihrer Mitglieder eingehen und diese vor allem in den Bereichen Finanzen und Liegenschaftsbewirtschaftung unterstützen. Zudem wird sich die Sichtbarkeit und die Präsenz der katholischen Kirche in der Bevölkerung des Kantons Waadt aufgrund von Stellungnahmen zu aktuellen Themen und von anspruchsvollen Vorhaben verbessern. Erwähnt sei etwa die kürzliche ökumenische «Aktion Patenschaft» mit gezielter Unterstützung von Flüchtlingen, welche durch die Kirchen koordiniert wird.

Das Milizengagement ist ein wichtiger Pfeiler unserer nationalen Identität. In den letzten 10 Jahren hat dieses Engagement jedoch aus verschiedenen Gründen stark abgenommen. Mit welchen Argumenten und Anreizen würden Sie eine junge erwachsene Person dazu motivieren, ein Milizamt in der Kirche zu übernehmen?

Freiwilligenarbeit bringt eine hohe persönliche Genugtuung. Dabei müssen die erworbenen Fähigkeiten einen Mehrwert für die Berufstätigkeit generieren. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Anerkennung der Freiwilligenarbeit während und am Ende des jeweiligen Engagements. Zudem muss den Freiwilligen genügend Freiheit zugestanden werden, um ihre eigenen Ideen umzusetzen, auch wenn diese unkonventionell erscheinen.

Wenn Sie einen Wunsch frei hätten: Mit welcher Organisation / welchem Partner in der Kirche würden Sie gerne ein Projekt anpacken? Und was wäre das?

Zum Beispiel mit der Stiftung Laafi, welche einerseits in Afrika kleine Entwicklungsprojekte durchführt und andererseits hier im Kanton Waadt benachteiligten Familie finanziell unterstützt, damit deren Kinder an ausserschulischen Aktivitäten teilnehmen können. Gleichzeitig hier in der Schweiz und in Afrika für benachteiligte Menschen aktiv zu sein, erscheint mir in unserer globalen Welt essentiell.

Und was wäre, wenn Sie bei der Bischofskonferenz einen Wunsch frei hätten?

Ich wünsche mir, dass sich die Bischofskonferenz eine gewisse geistige Unabhängigkeit bewahrt und sich den grossartigen Ausdruck von Papst Franziskus zu eigen macht: «Wer bin ich um zu urteilen?». Zudem wünsche ich mir, dass die Bischofskonferenz die Gemeinden vor Ort vermehrt ihre eigenen Ideen entwickeln lässt, die ausgetretenen Pfade verlässt, über den eigenen Tellerrand hinausblickt, ohne zu urteilen, zu verbieten und zu kritisieren. Denn Gott weist uns den Weg.

Als passionierter Weltraumforscher träumen Sie davon, auf den Mars zu fliegen. Welche Träume haben Sie für die Katholische Kirche?

Ich träume von einer offenen, einladenden und ökumenischen Kirche, welche jeden Menschen akzeptiert und am kirchlichen Leben teilhaben lässt, unabhängig von seiner persönlichen und familiären Situation. Ich träume von einer einfachen und bescheidenen Kirche, die sich auf die wesentlichen Botschaften des Evangeliums beruft: «Liebe deinen Nächsten wie dich selbst» - «Was du nicht willst, das man dir tut, das füg auch keinem Andern zu» - «Was ihr den einfachsten getan habt, das habt ihr mir getan».

Wenn Sie wählen müssten, was ziehen Sie vor?

mit dem Solarmobil über einen Pass fahren – ein Buch lesen
«mit dem Solarmobil über einen Pass fahren»

ein gutes Glas Wein am Kaminfeuer – an einer Segelregatta teilnehmen
«an einer Segelregatta teilnehmen»

eine festliche Orchestermesse – einen Jazz-Gottesdienst
«einen Jazz Gottesdient»

20 Jahre alt sein – 56 Jahre alt sein
«bei dieser Frage nehme ich den Joker»

ein Gespräch mit dem Papst – mit Claude Nicollier
«ein Gespräch mit dem Papst, denn Claude Nicollier habe ich bereits kennengelernt»

Ferien auf der Insel – eine Reise zum Mond
«Was meinen Sie? Selbstverständlich eine Reise auf den Mond»



«Das Recht fliesse wie Wasser»

100 Jahre kirchliches Gesetzbuch

Aus Anlass des «runden Geburtstags» des CIC von 1917 hat Sabine Demel, Professorin für Kirchenrecht an der Universität Regensburg, ein spannendes und gut lesbares Buch herausgegeben. Es trägt den Titel «Das Recht fliesse wie Wasser» und fragt: «Wie funktioniert und wem nützt Kirchenrecht?». Es blickt nicht nur auf die Geschichte des Kirchenrechts zurück und erläutert dessen Eigenart. Vielmehr befasst es sich – in konstruktiver und zugleich kritischer Art – mit zentralen Fragen eines heutigen Rechtsverständnisses: Wie ist das Verhältnis zwischen Kirchenrecht und Gewissen? Wie ist die Beziehung zwischen meinem Glauben und dem Recht der Kirche zu verstehen? Wie steht es um Machtkontrolle und Beteiligung? Was ist zu den Dauerbrennern «Laien, Wiederheirat nach ziviler Scheidung und Eucharistiegemeinschaft» aus rechtlicher Sicht zu sagen?

Eine ausführliche Buchrezension findet man auf feinschwarz.net

Sabine Demel, Das Recht fliesse wie Wasser. Wie funktioniert und wem nützt Kirchenrecht?, Regensburg 2017 (170 Seiten).



Gesellschaftspolitisch aktiver und sichtbarer werden

Medienmitteilung zur Plenarversammlung der RKZ vom 23./24. Juni 2017 in Sarnen (OW)

Die neue Trägerschaft für das Polit-Forum Käfigturm in der Landeshauptstadt Bern kann auf die Unterstützung der RKZ zählen, in der Migrantenpastoral soll ein Gesamtkonzept für ein besseres Miteinander zwischen «Einheimischen» und Zugewanderten sorgen und die Finanzflüsse werden stärker gebündelt – diese drei wichtigen Beschlüsse fällten die Delegierten der Römisch-Katholischen Zentralkonferenz der Schweiz (RKZ) an ihrer Juni-Plenumsversammlung in Sarnen. Zudem sorgte eine Ergänzungswahl dafür, dass die französischsprachige Schweiz wieder im Präsidium der RKZ vertreten ist.

Medienmitteilung vom 27. Juni 2017

Bildlegende (von links nach rechts):
Beat Hug, Geschäftsleiter des Trägervereins «600 Jahre Niklaus von Flüe»
Franz Enderli, Landammann Kanton Obwalden und Präsident des Trägervereins «600 Jahre Niklaus von Flüe»
Albert Gasser, Prof. em. Dr. und Mitglied wissenschaftlicher Beirat «Mehr Ranft»



«Brüder und Schwestern»

Zwei neue Bibelübersetzungen

Rechtzeitig zum Reformationsjubiläum ist Ende 2016 eine Revision der Bibelübersetzung von Martin Luther erschienen. Und praktisch zeitgleich veröffentlichten die Bischofskonferenzen der deutschsprachigen Länder eine revidierte Fassung der «Einheitsübersetzung». Diese war erstmals 1980 als offizielle Übersetzung für den Gebrauch in der katholischen Kirche, namentlich in der Liturgie, veröffentlicht worden.

Auch wenn heute biblische Texte nicht mehr gleich zur Alltagskultur gehören wie in Zeiten, in denen der Gottesdienstbesuch selbstverständlich war und auch in Schule und Religionsunterricht die Bibel einfach «dazugehörten», haben Bibelübersetzungen nach wie vor eine sprach- und kulturprägende Kraft. Es ist deshalb bemerkenswert dass sowohl die neue Luther-Bibel als auch die neue Einheitsübersetzung sich wieder stärker am ursprünglichen Wortlaut orientieren und weniger an der Alltagssprache als die letzten Ausgaben. Die Texte gewinnen dadurch an Prägnanz.

Eine wichtige Ausnahme machen beide Übersetzungen bezüglich der Rolle der Frauen. Wo es sicher zu sein scheint, dass eine ganze Gemeinde angesprochen wird, lautet die Anrede «Brüder und Schwestern». Damit wird der Tatsache Rechnung getragen, dass sich das deutsche Sprachempfinden so deutlich gewandelt hat, dass die meisten Bibelleser/innen nicht mehr verstehen und akzeptieren, dass sie – wie im ursprünglichen Text - «mitgemeint» sind.

Da dies längst nicht die einzige Frage ist, die sich bei der Übersetzung der Bibel zu Beginn des 21. Jahrhunderts stellt, lohnt es sich nicht nur, eine oder beide Neuausgaben zu kaufen und sich damit zu befassen, sondern auch einen Einblick in die «Übersetzerwerkstatt» zu gewinnen und die Hintergründe der Revision kennen zu lernen.

Gemeinsam mit dem deutschen und österreichischen Bibelwerk hat das Schweizerische Katholische Bibelwerk, dessen bibelpastorale Arbeitsstelle von der RKZ seit Jahrzehnten unterstützt wird, je eine sehr gut gemachte Ausgabe der Zeitschrift Bibel und Kirche der neuen Einheitsübersetzung und Martin Luthers Bibel gewidmet.

Bibel und Kirche 1/2017 (Martin Luther und «seine» Bibel), Bibel und Kirche 2/2017 (Die neue Einheitsübersetzung), Bezugsadresse: Bibelpastorale Arbeitsstelle SKB, Bederstrasse 76, 802 Zürich; info(at)bibelwerk.ch



Kirchliche Finanzen – Ein Ort der Mit-Verantwortung für Laien

Fachtagung des ZdK für eine verantwortungsvolle, nachvollziehbare und transparente Finanzgestaltung in der Kirche

Am 16./17. Juni 2017 führte das Zentralkomitee der deutschen Katholischen (ZdK) in Siegburg bei Bonn eine Fachtagung zum Thema «Kirchliche Finanzen – Ein Ort der Mit-Verantwortung für Laien» durch. Gerade aus Schweizer Sicht war diese Fachtagung sehr interessant, wird doch die Laien-Mitverantwortung in Fragen der Kirchenfinanzierung in der Schweiz oft als «die Spezialität» und Qualität des schweizerischen Sonderfalls mit seiner dualen Struktur gewürdigt. Und dies gar nicht so selten auch in kritischer Absetzung vom deutschen Nachbarland, wo Demokratie und Mitbestimmung in der katholischen Kirche keine Rolle spiele, weil das Geld bei den Bischöfen sei.

Als Tagungsergebnis lässt sich jedoch festhalten, dass es zwischen Deutschland und der Schweiz viele Parallelen bezüglich des Kirchensteuersystem und der finanziellen Herausforderungen, mit denen sich die Kirche auseinandersetzen muss, gibt. Ein vertiefter Erfahrungsaustausch und ein Blick auf unterschiedliche Bestrebungen, das Miteinander von Finanz- und Pastoralgremien zu verbessern und den Mitteleinsatz auf die zentralen Aufgaben und Ziele zu fokussieren, könnte zweifellos Impulse für die je eigene Weiterentwicklung geben. Aus Schweizer Sicht besonders bemerkenswert sind Modelle, wie die Verknüpfung von pastoraler Strategie und Einsatz finanzieller Mittel nicht nur vor Ort sondern auf diözesaner Ebene sicherstellt wird – und dies nicht nur zwischen «Kirchensteuervertretung» und Bischof/Ordinariat, sondern auch unter Einbezug des Pastoralrates. Finanzverwaltung wird damit zu einem «synodalen Geschehen» im eigentlichen Sinn.

Vielleicht kann eine nächste oder übernächste Tagung den Wissens- und Erfahrungsaustausch über die Landesgrenzen hinaus verstärken – mit dem Ziel, voneinander zu lernen und so das je eigene System zu verbessern und weiter zu entwickeln.

Tagungsbericht von Daniel Kosch

Medienmitteilung des ZdK

Die Bedeutung der Finanzgestaltung für Arbeit und Ansehen der Kirche in Deutschland 
Referat Prof. T. Sternberg, Präsident des ZdK

Der deutsche Sonderweg – Die kirchlichen Finanzen im deutschen Staatskirchenrecht
Referat Prof. M. Pulte



Präsidium der Landeskirche Bern ist wieder besetzt

Der neue Präsident an der Spitze der Berner Katholiken heisst Heinrich Gisler

Nach einer Vakanz von fast einem Jahr hat die Synode der Römisch-katholischen Landeskirche des Kantons Bern am 9. Juni 2017 Heinrich Gisler zum neuen Präsidenten des Synodalrates gewählt. Der 68-Jährige gehört dem Synodalrat seit dem vergangenen Sommer an. Früher war der Personalfachmann Leiter des Bereichs Sozialversicherungen und Vorsorge Post sowie Mitglied der Geschäftsleitung Personal Post. Daneben war er seit 2012 Mitglied der Synode.

Die Wahl eines neuen Synodalratspräsidenten war nötig geworden, weil die im vergangenen Sommer neu gewählte Präsidentin Claire Haltner wenige Tage nach ihrer Wahl schwer erkrankte und ihren Rücktritt erklären musste.



«Hoffnung und Zuversicht für eine aufbrechende Kirche»

Interview mit Renata Asal-Steger, Vizepräsidentin der RKZ, zur Eröffnungsfeier der Weltausstellung zu 500 Jahre Reformation in der Lutherstadt Wittenberg (D).

Frau Asal-Steger, am 20. Mai 2017 waren Sie als Vertreterin der RKZ in Wittenberg, um an der Eröffnung der Weltausstellung zu 500 Jahren Reformation teilzunehmen. Warum engagiert sich die katholische und schweizerische RKZ für ein reformiertes und ausländisches Vorhaben?

Die Bezeichnung Weltausstellung verrät es bereits: Die Wittenberger Veranstaltung «Tore der Freiheit» zum Gedenken an 500 Jahre Reformation soll weltweit und nicht nur national ausstrahlen und so Menschen aus den verschiedenen Erdteilen zusammenbringen. Konkret angestossen hat die Teilnahme der Schweiz der ehemalige Schweizerbotschafter in Deutschland, Tim Guldimann. Die Schweizer Präsenz dokumentiert, dass zeitgleich zur Reformation in Deutschland auch in der Schweiz eine solche Bewegung stattgefunden hat und die Reformationsgeschichte somit nicht allein von Luther, sondern massgeblich auch von Personen und Entwicklungen im Gebiet der heutigen Schweiz mitgeprägt ist. Die RKZ erachtete es daher als sinnvoll und wichtig, dass gerade in Wittenberg, der Lutherstadt, aufgezeigt wird, dass eine Gleichsetzung von Reformation und Luther zu kurz greift. Daher hat die Plenarversammlung auf Antrag des Evangelischen Kirchenbundes SEK und im Einvernehmen mit der Bischofskonferenz SBK beschlossen, die Schweizer Präsenz an der „Weltausstellung Reformation“ mit 70‘000 Franken zu unterstützen.

Zu den Eröffnungsfeierlichkeiten gehörte ein ökumenischer Gottesdienst auf dem Marktplatz der Lutherstadt. Was hat sie daran besonders beeindruckt?

Der feierliche ökumenische Gottesdienst bei strahlendem Sommerwetter und unter freiem Himmel mitten im Zentrum des Städtchens Wittenberg wird mir unvergessen bleiben. Rund 4’000 Menschen haben daran teilgenommen. Diese Zahl an Mitfeiern-der beeindruckte mich ganz besonders, sind doch lediglich ca. 10% der Bewohnerin-nen und Bewohner dieser Kleinstadt Christinnen und Christen. Rund 90% gehören keiner Konfession oder Religion an. Eindrucksvoll war neben der ökumenischen Gestaltung der Gottesdienstfeier insbesondere das Predigtwort von Margot Kässmann, Botschafterin der Evangelischen Kirche für das Reformationsjubiläum. Sie sieht in der Weltausstellung ein «Aufbruchsignal für Kirche und Gesellschaft». Neben namhaften Vertreterinnen und Vertreter der Kirchen nahmen auch zahlreiche politische Grössen an der Feier teil, so auch Bundespräsident Frank Walter Steinmeier. In seinem Eröffnungsgrusswort zu «Tore der Freiheit» rief er eindringlich dazu auf, der heutigen Gefahr von Nationalismus und Abgrenzung entgegenzutreten und Tore der Freiheit zu öffnen, nicht zu schliessen.

Im Zentrum des Schweizer Pavillons, der ein gemeinsames Projekt des Schweizerischen Evangelischen Kirchenbundes und der Bischofskonferenz ist, steht eine Druckerpresse. Sie erinnert an die Bibelübersetzung des Reformators Huldrych Zwingli. Woran aber können die Besucherinnen und Besucher erkennen, dass es sich um einen ökumenischen Pavillon handelt?

Der Schweizer Pavillon mit dem Titel «Prophezey – die Schweizer Reformation» ist in 4 thematische Räume unterteilt. Bereits im ersten Raum wird augenfällig, dass es sich um eine ökumenische Ausstellung handelt. Neben den Silhouetten der Reformatoren Zwingli, Calvin und Luther findet sich auch diejenige von Niklaus von Flüe. Ausserdem hat die Schweizer Bischofskonferenz eine Übersetzung der Bibel ins Deutsche nach Wittenberg gebracht, welche in der Schweiz noch vor der Reformation entstand. Die Bibel als Ausdruck der gemeinsamen Glaubensgrundlage steht im Zentrum der Ausstellung. Bemerkenswert ist, dass einzig dem Schweizerpavillon ein ökumenisches Ausstellungskonzept zugrunde liegt.

Wenn Unternehmen sich finanziell an kulturellen Events oder Ausstellungen beteiligen, ist ihr Sponsoring manchmal gut sichtbar. Die RKZ aber erscheint im ganzen Pavillon nur auf einer Tafel mit anderen Projektpartnern und wurde bei der Eröffnung mit keinem Wort erwähnt. Finden sie das als Präsidentin der RKZ-Kommunikationskommission richtig? Oder wünschten sie sich etwas mehr Öffentlichkeit für die Leistungen der RKZ?

Dass die Beteiligung der RKZ anlässlich der Eröffnung des Schweizer Pavillons unerwähnt blieb, hat mich irritiert und erstaunt. Zu einer professionellen Kommunikation gehört, dass Beteiligte erwähnt und Ihnen gedankt wird. Das ist das eine. Aber das «Nicht-erwähnt- werden» der RKZ in Wittenberg liess und lässt noch etwas Weitergehendes vermissen als lediglich das Nichteinhalten von Kommunikationsregeln. Die RKZ wurde in Wittenberg weder von der SBK noch vom SEK als kirchliche Mitträgerin wahrgenommen. Sie war ein Gast unter vielen. Nichtsdestotrotz: Die Ausstellung in Wittenberg öffnet Tore - mir persönlich Tore der Hoffnung und der Zuversicht im Hinblick auf eine Kirche, die aufbricht und mit den Menschen von heute und ihren Fragen unterwegs ist.



©sekfeps

«PROPHEZEY - die Schweizer Reformation»

Eröffnung des Schweizer Pavillons an der Weltausstellung Reformation «Tore der Freiheit»

In Wittenberg (D), der Geburtsstadt Martin Luthers, findet derzeit die Weltaustellung zu 500 Jahre Reformation unter dem Motto «Tore der Freiheit» statt. Im Rahmen dieser Ausstellung eröffneten die Schweizer Botschafterin in Deutschland, Christine Schraner Burgener, der Ratspräsident des Schweizerischen Evangelischen Kirchenbundes (SEK), Gottfried Locher, und der Präsident der Schweizer Bischofskonferenz (SBK), Bischof Charles Morerod, am 20. Mai 2017 den Schweizer Pavillon «Prophezey – die Schweizer Reformation». Die RKZ war durch ihre Vizepräsidentin Renata Asal-Steger und Generalsekretär Daniel Kosch vertreten.

Mit dem Pavillon «Prophezey – die Schweizer Reformation» präsentiert die Schweiz die «andere» Reformationsbewegung, für welche eine Gleichsetzung von Reformation und Luther zu kurz greift. In der Schweiz waren die Reformation und die anschliessenden Auseinandersetzungen zwischen Katholiken und Reformierten nicht nur religiös geprägt, sondern auch politisch und kulturell. Die beiden Konfessionen lernten, dass ein gedeihliches Zusammenleben voraussetzt, dass sich die Eidgenossenschaft aus religiösen Fragen heraushält. Das stärkte den Föderalismus und sorgt bis heute dafür, dass die Kantone für das Verhältnis zu den Kirchen zuständig sind. Wegen der ökumenischen Ausrichtung des Vorhabens unterstützte die RKZ den Schweizer Pavillon auf Wunsch von SBK und SEK mit CHF 70‘000.

Der Pavillon ist in vier thematische Räume unterteilt, welche die Bibel als gemeinsame Grundlage des Glaubens ins Zentrum stellt. Herzstück der Ausstellung ist eine nachgebaute Druckerpresse Forschauers.

Weitere Informationen:

Bildlegende (von links nach rechts):
Andrea Bianca, Vizepräsident des Kirchenrates der Reformierten Kirche des Kantons Zürich
Christine Schraner, Schweizer Botschafterin in Deutschland
Gottfried Locher, Ratspräsident SEK
Mgr Charles Morerod, Präsident SBK



©Bruder-Klausen-Stiftung

MEHR RANFT

Programm zum Gedenkjahr «600 Jahre Niklaus von Flüe»

Die ersten der insgesamt elf Kern- und über 90 Mitmachprojekte zum Gedenkjahr «600 Jahre Niklaus von Flüe» sind bereits erfolgreich gestartet. Unter dem Leitmotiv «MEHR RANFT» wird das Bewusstsein für den Mystiker, Mittler und Menschen Niklaus von Flüe sowie seiner Frau Dorothee Wyss weit über die Kantonsgrenzen hinaus gestärkt und in alle Landesteile der Schweiz getragen.

Die RKZ und verschiedene kantonalkirchliche Organisationen unterstützen das Gedenkjahr mit namhaften Beiträgen.

Mehr Informationen zum Gedenkjahr 2017: www.mehr-ranft.ch
MEHR RANFT Programmflyer
Flyer zur Vortrags- und Gesprächsreihe «Nachdenken über Niklaus von Flüe»