Menu
 Aktuell 

Stabwechsel bei der RKZ von Daniel Kosch zu Urs Brosi

Medienmitteilung vom 1. Dezember 2022

Per 1. Dezember 2022 hat Urs Brosi das Amt des Generalsekretärs der RKZ von Daniel Kosch übernommen.

Urs Brosi wurde am 26. März 2022 von der Plenarversammlung der Röm.-Katholischen Zentralkonferenz der Schweiz (RKZ) zum Generalsekretär gewählt. Im Oktober 2022 hat er seine bisherige Tätigkeit als Generalsekretär der Kath. Landeskirche des Kantons Thurgau beendet. Während des vergangenen Monats wurde er von Daniel Kosch in das Amt eingeführt, um eine gute Übergabe der vielfältigen thematischen Dossiers zu gewährleisten.

Planmässig hat Daniel Kosch seine Tätigkeit am 30. November 2022 beendet und die Verantwortung an Urs Brosi übergeben. Drei abgegrenzte Aufgaben wird er für einige Monate noch zu Ende führen.

An der Plenarversammlung der RKZ in Versoix (GE) vom 25.- 26. November 2022 wurde Daniel Kosch von den kantonalkirchlichen Delegierten mit stehendem Applaus verabschiedet. Im Rahmen einer Feierstunde in Zürich am 29. November 2022 konnte er von zahlreichen Personen Abschied nehmen, mit denen er während der 21 Jahre seiner Tätigkeit besonders intensiv unterwegs war.

Das Präsidium heisst Urs Brosi als neuen RKZ-Generalsekretär herzlich willkommen und wünscht ihm für die verantwortungsvolle Aufgabe viel Freude, Erfolg und Kraft.

Renata Asal-Steger
Präsidentin der Röm.-Kath. Zentralkonferenz



Die RKZ verabschiedet Daniel Kosch

Medienmitteilung zur Plenarversammlung der RKZ vom 25./26. November 2022 in Versoix (GE)

Insgesamt 8'890'000 Franken trägt die RKZ 2023 an 40 kirchliche Organisationen und 13 anderssprachige Missionen finanziell bei. Das hat die Plenarversammlung der RKZ an ihrer Versammlung vom 25./26. November 2022 in Versoix (GE) beschlossen. Mit viel Dankbarkeit und Wertschätzung verabschiedete die RKZ ihren Generalsekretär. Daniel Kosch war während 21 Jahren mit unermesslichem Einsatz für die katholische Kirche auf nationaler Ebene tätig. Er war «Mister RKZ» – oder sogar «der Leonardo da Vinci des dualen Systems».

Medienmitteilung vom 30. November 2022

Daniel Kosch verabschiedet sich mit vier Wünschen

Paprika, Parolin, Prophetie: Daniel Kosch über 21 Jahre als RKZ-Generalsekretär - Daniel Kosch im Gespräch mit kath.ch

«Die Menschenwürde ist unantastbar» - Daniel Kosch im Gespräch mit Sibylle Ratz, Informationsbeauftragte Katholische Kirche im Kanton Zürich



Synodal–solidarisch, spirituell–professionell, verbindlich–aufrecht, realistisch–hoffungsvoll

Daniel Kosch verabschiedet sich von der RKZ mit vier Wünschen, die zugleich auch Wünsche für die katholische Kirche in der Schweiz sind.

Während 21 Jahren, von 2001-2022, hatte ich als Generalsekretär der Römisch-Katholischen Zentralkonferenz der Schweiz (RKZ) die Möglichkeit, die katholische Kirche in der Schweiz, ihre Strukturen und ihre Kulturen, ihre Finanzen und ihren Reichtum an Erfahrungen, aber auch ihre Grenzen und ihre Schwierigkeiten kennenzulernen. Zudem gab mir meine Aufgabe die Chance, Entwicklungen mitzugestalten, an Debatten teilzunehmen und in Projekten Lösungen zu entwickeln. Immer wieder habe ich mich auch mit grundsätzlichen Fragen zum Verhältnis von Kirche, Staat und Gesellschaft, Kirchenfinanzierung, Management in der Kirche und Kirchenreform befasst und dazu geäussert. Im Sinne eines Dankes und eines Fazits am Ende dieser langen Zeit möchte ich in Form von vier Wortpaaren Wünsche für die RKZ formulieren, die zugleich Wünsche für die katholische Kirche in der Schweiz sind.

Synodal und solidarisch

Die Stärkung der Synodalität durch Papst Franziskus sehe ich – bei allen Mängeln in der Umsetzung – als grosse, unbedingt zu ergreifende Chance für die katholische Kirche in der Schweiz. Denn das synodale Prinzip hat das Potenzial, den Laien, insbesondere den Frauen in der Kirche jene Rolle zu geben, die ihnen zukommt, und den Gegensatz zwischen einer klerikal definierten Pastoral und demokratisch verwalteten Finanzen in ein partizipatives Miteinander zu transformieren. Zudem ist Synodalität ein inklusives Konzept, das Vielfalt nicht als Bedrohung, sondern als Ressource wahrnimmt. Die Stärkung dieses «Miteinanders» erfordert neben Synodalität auch Solidarität. Denn wenn die Kirchenkrise spürbar wird, die Kirchenmitglieder weniger und die Finanzen knapper werden, steigt das Risiko, dass jeder und jede zuerst für sich schaut, die eigenen Ressourcen, aber auch den eigenen bedrohten Glauben verteidigt. Für die RKZ und ihre Mitglieder ist finanzielle Solidarität daher ein Testfall für konkrete Synodalität. Nehmen Kantönligeist und Kirchgemeindeegoismus überhand, gefährdet das neben dem «Miteinander» auch das «Vorwärts», das wir uns auf nationaler Ebene nicht zuletzt von der SBK wünschen. Fehlen der RKZ und der SBK dazu die Mittel, schwinden Chancen und Motivation zur Zusammenarbeit. Nur eine solidarische Kirche kann kraftvoll synodale Kirche in der global vernetzten Welt von heute sein.

Spirituell und professionell

Je säkularer die Gesellschaft und je diffuser die Vorstellungen, was der Auftrag der Kirche in der Welt von heute ist, desto wichtiger wird, dass auch finanzielle und organisatorische Fragen von Menschen und Gremien entschieden werden, die bewusst und ausdrücklich im Glauben und in der Botschaft des Evangeliums verwurzelt sind. Gleichzeitig ist zunehmende Professionalität gefragt, denn die Kirche verpasst viele Chancen auch deshalb, weil sie bezüglich der Professionalität nicht auf der Höhe der Zeit ist. Ich wünsche der RKZ, dass sie weiterhin in Praxis und Theorie für ein Kirchenmanagement eintritt, das Spiritualität und Professionalität verbindet und fördert.

Verbindlich und aufrecht

Das Zusammenspiel zwischen staatskirchenrechtlichen und pastoralen Instanzen, zwischen SBK und RKZ wird weiterhin anspruchsvoll bleiben. Es gehört leider zur kirchlichen Kultur, dass die staatskirchenrechtliche Seite bei unterschiedlichen Sichtweisen eher dazu neigt, sich mit unverbindlichen Antworten zufrieden und klein beizugeben, statt auf Klarheit zu bestehen. Das hinterlässt ungute Gefühle und birgt die Gefahr, dass jenen die Rückendeckung fehlt, die im Einsatz für Demokratie, Transparenz und Gleichwürdigkeit etwas riskieren. Daher mein Wunsch an die RKZ, ihren Weg im Dialog mit den Bischöfen verbindlich und aufrecht zu gehen.

Realistisch und hoffnungsvoll

Aus den Reaktionen von Mitgliedern staatskirchenrechtlicher Behörden auf Zahlen zu Kirchenfinanzen, Personalentwicklung und wachsender Kirchendistanzierung höre ich oft die Erwartung heraus, dass eine Trendwende mit gutem Willen und grossem Engagement gelingen sollte. Nüchtern betrachtet ist mit einer quantitativen Trendwende nicht zu rechnen; es wäre schon viel gewonnen, gingen wir gelassener und fröhlicher darauf zu, in der Gesellschaft eine Rolle zu spielen, die nicht auf unserer Grösse, sondern auf Glaubwürdigkeit und Leuchtkraft beruht. Gefragt ist also eine Hoffnung, die weiter und tiefer reicht als bis zur nächsten Austrittsstatistik. So wünsche ich der RKZ und der katholischen Kirche in der Schweiz eine mit nüchternem Realismus gepaarte Hoffnung.

Eine solche hat ihr Fundament im unverbrüchlichen Vertrauen, für das der evangelische Theologe Dietrich Bonhoeffer in weitaus schwieriger und hoffnungsärmerer Zeit in einem seiner Gefängnistexte folgende Worte fand:

«Von guten Mächten wunderbar geborgen
erwarten wir getrost, was kommen mag.
Gott ist bei uns am Abend und am Morgen
und ganz gewiss an jedem neuen Tag.»

Daniel Kosch, scheidender Generalsekretär der RKZ
25. November 2022



Bilder rechtskonform nutzen

Das Merkblatt Bildrechte informiert darüber, was kirchliche Mitarbeitende bei der Publikation und Verwendung von Bildern auf Websites und in sozialen Medien beachten müssen.



«Und jetzt merken wir, dass wir eigentlich alle gemeinsam für die ganze Kirche verantwortlich sind.»

Daniel Kosch würdigt im Interview mit Vatican News die Synodalität

Daniel Kosch hört Ende November 2022 als RKZ-Generalsekretär auf und geht in Pension. Über zwei Jahrzehnte lang prägte Daniel Kosch die RKZ, die sich nicht nur um das Geld der katholischen Kirche in der Schweiz kümmert.

Hier geht es zum Interview



Tag der Freiwilligen

Jetzt Botschaft erstellen

Am 5.12.2022 ist der internationale Tag der Freiwilligen. Erstellen Sie dazu eine persönliche Botschaft und sagen Sie, weshalb Sie sich engagieren. Und zeigen Sie die Botschaft in ihrer Kommunikation.

Hier geht es zum Botschaften Generator



Kirchenaustritte und die Frage nach dem Warum

Artikel zum Thema Kirchenaustritt zu bisher unveröffentlichten Ergebnissen aus der Erhebung Sprache-Religion-Kultur aus dem Jahr 2019.

Die Austrittszahlen bleiben auf hohem Niveau und ein Gegentrend scheint sich nicht abzuzeichnen. So sind im Jahr 2021 34'182 Personen aus der katholischen und 28'540 Personen aus der evangelisch-reformierten Kirche ausgetreten. Was führt Menschen dazu, sich von der Kirche abzuwenden? 

Alle fünf Jahre befragt das Bundesamt für Statistik tausende von Menschen in der Schweiz zu den Themen Sprache, Religion und Kultur (ESRK). Auch Fragen zum Kirchenaustritt finden sich in den Daten. Diese hat das Schweizerisches Pastoralsoziologisches Institut (SPI) in seinem Beitrag «Kirchenaustritte und die Frage nach dem Warum» ausgewertet.

Dabei zeigt sich z.B., dass die öffentlichen Stellungnahmen der katholischen Kirche den Ausgetretenen (insbesondere Frauen und Menschen im mittleren Lebensalter) Mühe machen. Und jede und jeder fünfte ehemals evangelisch-reformierte Gläubige gab an, nie einen Glauben gehabt zu haben. Es fällt weiter auf, dass junge Menschen, welche austreten, offenbar wenig bis keinen Zugang zu einem Glauben finden. Was bedeutet dies für die Katholische als auch Evangelisch-Reformierte Kirche, wenn gerade bei der jüngeren Generation der Glaube verdunstet bzw. gar nicht beginnt?

Und, grundsätzlich: Wie gehen die Kirchen mit Menschen um, welche sich von ihr aufgrund negativer Erfahrungen abwenden und dadurch ihren persönlichen Glauben verlieren?

Antworten auf diese Fragen scheinen die Kirchen noch nicht gefunden zu haben. Zumindest in den momentan zur Verfügung stehenden Zahlen sind die Gewichtungen der Gründe über Jahre stabil geblieben.

Download Artikel «Kirchenaustritte und die Frage nach dem Warum»



Die Römisch-Katholische Zentralkonferenz plant keine Namensänderung

Stellungnahme des Präsidiums der RKZ zum Artikel von Martin Grichting auf kath.net vom 24. Oktober 2022

In einem auf kath.net veröffentlichten Beitrag unter dem Titel «Katholische Kirche Schweiz (KSS)» behauptet Martin Grichting mit Berufung auf eine «Bemerkung» in einem Bericht zur Totalrevision der Verfassung der Katholischen Landeskirche Graubünden, die RKZ beabsichtige, künftig unter dem Namen «Katholische Kir-che Schweiz (KSS)» aufzutreten. Er zieht daraus weitreichende Schlüsse: Wenn die RKZ sich so nenne, «gibt es fortan in der Schweiz zwei katholische Kirchen».

Die Bemerkung, auf die sich Martin Grichting bezieht, ist jedoch unzutreffend und beruht auf einem Missverständnis. Es besteht keinerlei Absicht für eine Namensänderung, weder im Präsidium der RKZ, noch im Plenum oder in Äusserungen der RKZ war das je Thema. Hingegen bezeichnet die RKZ die Beiträge ihrer Mitglieder seit 2021 als «Kirche-Schweiz-Beiträge», weil diese Gelder grossmehrheitlich für sprachregionale und gesamtschweizerische Aufgaben der römisch-katholischen Kirche in der Schweiz bestimmt sind.

Die Zusammenarbeitsvereinbarung zwischen RKZ und SBK von 2015  hält fest: «SBK und RKZ anerkennen sich gegenseitig in ihren unterschiedlichen Aufgaben, Kompetenzen und Rollen» (Art. 2). Zudem anerkennt die RKZ ausdrücklich, dass die SBK und ihre Mitglieder «auf der Grundlage des kanonischen Rechts für die pastoralen Aufgaben verantwortlich» sind (Art. 5 Abs. 2). Die Behauptung Martin Grichtings, die staatskirchenrechtliche Struktur wolle «sich immer mehr an die Stelle der eigentlichen Kirche setzen», ist daher völlig unbegründet.

Hätte Martin Grichting bei der RKZ nachgefragt, was es mit der Bemerkung im Dokument der Bündner Landeskirche auf sich habe, wäre sofort klar geworden, dass die RKZ weder eine Namensänderung plant, noch die Tatsache in Frage stellt, dass die staatskirchenrechtlichen Körperschaften zwar im Dienst der Kirche stehen und ihre Behörden Teil der Kirche sind, sich aber keineswegs «an die Stelle der eigentlichen Kirche setzen wollen».

Renata Asal-Steger, Präsidentin der RKZ
Daniel Kosch, Generalsekretär der RKZ



Kirchenfinanzierung: Religionen und das liebe Geld

Artikelserie auf religion.ch zur Finanzierung der Religionsgemeinschaften in der Schweiz

Weshalb wird der Lohn des Pfarrers oder der Pfarrerin in vielen Kantonen mit staatlich organisierten Kirchensteuern finanziert, nicht aber der Lohn des Imams? In einem liberalen Staat sollten eigentlich alle Religionsgemeinschaften gleichbehandelt werden. Doch niemand, auch der Staat nicht, kann die Arbeit der Kirchen für die Gesellschaft im sozialen Bereich so günstig verrichten – ehrenamtlichem Engagement sei Dank. Trotzdem, die staatliche Kirchenfinanzierung könnte sich als Auslaufmodell erweisen.Wie soll es also weitergehen?

religion.ch erklärt in verschiedenen Artikeln, wie sich Religionsgemeinschaften in der Schweiz finanzieren, wie die Beziehung zum Staat geregelt ist und zeigt Perspektiven auf, wie es weitergehen könnte.