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Kirche und Gesellschaft » Zum Thema 

Bildung in Religion ist Bildung fürs Leben

Schweizer Landeskirchen machen sich für ein obligatorisches Fach «Religionen» in der Maturitätsreform stark - Medienmitteilung vom 26.09.2022

Gemeinsam für eine kompetente Bildung in Religion: Die Evangelisch-reformierte Kirche Schweiz EKS, die Christkatholische Kirche Schweiz CKK, die Schweizer Bischofskonferenz SBK und die Römisch-katholische Zentralkonferenz RKZ plädieren in ihrer Vernehmlassungsantwort an das Departement für Wirtschaft, Bildung und Forschung für einen obligatorischen Unterricht, der Wissen über Religionen vermittelt.

Die EKS, die SBK, die RKZ und die CKK haben sich gemeinsam an der Vernehmlassung zur Revision der Maturitäts-Anerkennungsverordnung und der Verwaltungsvereinbarung über die Anerkennung von Maturitätszeugnissen beteiligt.

Die Kirchen stellen sich grundsätzlich hinter die Ausrichtung der Bildungsziele und Strategien, die in der Maturitäts-Anerkennungsverordnung definiert sind. So soll «die geistige Offenheit und die Fähigkeit zum kritischen Denken und selbstständigen Urteilen der Schülerinnen und Schüler gefördert» werden sowie «die Intelligenz, die Willenskraft, die Sensibilität in ethischen und musischen Belangen sowie die physischen Fähigkeiten». Die Kirchen sehen hier auch die Begründung eines Grundlagenfachs «Religionen», da es die genannten Fähigkeiten fördert. So schreiben die Kirchen in ihrer Vernehmlassungsantwort vom 20. September 2022: Ein solches Grundlagenfach «schafft die Voraussetzungen, um religiösen, ethischen und philosophischen Fragen den Stellenwert zu geben, den sie verdienen, und um Maturandinnen und Maturanden zu existentiellen Fragen herauszufordern und anzuregen. […]. Der Austausch über Religion dient der Dialogfähigkeit, dem gesellschaftlichen Zusammenhalt und der Stärkung der Zivilgesellschaft». In ihrer Antwort verweisen die Kirchen auf die kulturelle und gesellschaftliche Relevanz von Religionsgemeinschaften. Ausserdem leistet der Unterricht «einen unverzichtbaren Beitrag, dass junge Menschen kompetent mit Ethik und gelebter Moral, Freiheit und Verbindlichkeiten, Kritik und erhobenen Geltungsansprüchen umgehen können». Der Bildungsprozess wirkt zudem der Gefahr durch fundamentalistische Tendenzen entgegen.

Die Kirchen fordern, dass in der Maturitäts-Anerkennungsverordnung das Fach «Religionen» eigenständig oder in Kombination mit «Philosophie» für alle Schülerinnen und Schüler in allen Kantonen als obligatorisches Grundlagenfach vorgesehen wird. Sie begrüssen zudem, dass das Schulfach neu als Schwerpunktfach angeboten werden kann.

Die Vernehmlassungsantwort wurde von Pfarrerin Rita Famos, Präsidentin der EKS, Bischof Harald Rein, CCK, Bischof Felix Gmür, Präsident der SBK und Renata Asal-Steger, Präsidentin der RKZ, unterzeichnet.

Vernehmlassungsantwort



«Freiwilligenarbeit gestaltet die Gesellschaft»

Netzwerk freiwillig engagiert - Jahrestagung 2022: Jetzt anmelden!

Das Netzwerk freiwillig engagiert lädt  am 22. November 2022 im PROGR zu ihrer jährlichen Fachtagung in Bern ein. Aus unterschiedlichen Perspektiven wird das Thema «Freiwilligenarbeit gestaltet die Gesellschaft» entdeckt, diskutiert und reflektiert.

Melden Sie sich bis spätestens am 15. Oktober 2022 an. Das Anmeldeformular finden Sie hier.



Religionstrends in der Schweiz

Neue Forschungsergebnisse

In Zusammenarbeit des SPI mit Forschenden der Universitäten Lausanne und Luzern wurden neue Forschungsergebnisse über Religion, Spiritualität und Säkularität in der Schweiz erarbeitet.

Die Studie Religionstrends in der Schweiz zeigt den aktuellen Pegelstand von Religiosität und Spiritualität in der Schweiz. Die Studie reiht sich in die Serie der „Sonderfall-Studien“ ein, und setzt diese schweizerische Forschungstradition fort. Neu rückt das Phänomen Religionsloser in den Blick. Ebenso neu ist die Thematisierung der parteipolitischen Folgen angesichts der Veränderungen in der Schweizer Religionslandschaft.

Wichtigste Erkenntnisse:

  • Gut zwei Drittel der Schweizer Bevölkerung fühlen sich einer Religionsgemeinschaft zugehörig. Zugleich ist die Religionslandschaft der Schweiz im Wandel.
  • Kirchliche Religiosität nimmt seit Jahrzehnten ab. Jede Generation ist etwas weniger religiös.
  • Das Vertrauen in die Kirchen sinkt. Die Austrittsneigung steigt.
  • Die Mitgliederbindung der Gläubigen an ihre Kirchen wird insgesamt schwächer. Schwache religiöse Prägungen finden sich innerhalb und ausserhalb der Kirchen.
  • Die Bedeutungen der Begriffe «Religiosität» und «Spiritualität» verschieben sich. Nicht mehr der Begriff «spirituell» ist heute eher negativ besetzt, sondern der Begriff «religiös».
  • Neben der Religionszugehörigkeit wird auch Religionslosigkeit in der Schweiz immer stärker familiär weitergegeben.
  • Die schweizerischen Religionstrends spiegeln sich in parteipolitischen Präferenzen der Bevölkerung und in Anpassungsleistungen der politischen Parteien.

Die Ergebnisse der Studie fordern die Kirchen heraus. Mit den sichtbar gewordenen stabilen Trends muss umgegangen werden. Die detaillierten Daten und Analysen bieten dazu wichtige Grundlagen und sie ermöglichen eine Neubewertung und Neuausrichtung des kirchlichen und pastoralen Engagements. 

Religionstrends in der Schweiz - Religion, Spiritualität und Säkularität im gesellschaftlichen Wandel
Jörg Stolz, Arnd Bünker, Antonius Liedhegener, Eva Baumann-Neuhaus, Irene Becci, Zhargalma Dandarova Robert, Jeremy Senn, Pascal Tanner, Oliver Wäckerlig, Urs Winter-Pfändler, Wiesbaden (Springer VS) 2022

Die Studie ist im open access frei zugänglich:
Zugang Open access: hier
Zugang PDF: hier
Eine gedruckte Buchversion ist im Buchhandel erhältlich.

Weitere Informationen gibt es hier.
Eine Medieninformation finden Sie hier.



Dossier freiwillig engagiert

Das Arbeitszeugnis für Freiwillige

Freiwilligenarbeit hat in der Kirche eine lange Tradition und verstärkt die Verbindung mit dem Glauben, der Gemeinschaft sowie der Gesellschaft. benevol Schweiz und die Schweizerische Arbeitsgemeinschaft der Jugendverbände (SAJV) haben das bekannte und beliebte «Dossier freiwillig engagiert», das seit zehn Jahren zur Verfügung steht, überarbeitet.

Die Website www.dossier-freiwillig-engagiert.ch, der Textgenerator sowie die Dossiermappe wurden komplett modernisiert. Über die neue Webapplikation können weiterhin auf der Grundlage von 16 kirchlichen Tätigkeiten in deutscher und französischer Sprache Einsätze erfasst und Einsatznachweise generiert werden. Damit wird freiwilliges und ehrenamtliches Engagement sichtbar gemacht und sorgt für einen reellen Mehrwert in der Arbeitsbiografie von Freiwilligen. 

Quick Guide Dossier freiwillig engagiert: für Organisationen
Quick Guide Dossier freiwillig engagiert: für Freiwillige

Am Mittwoch, 28. September 2022, 11:45h bis 13:00h, findet via Zoom eine Online-Schulung für Organisationen statt, an welcher die Funktionen des neuen «Dossier freiwillig engagiert» vorgestellt werden. Hier geht es zur Anmeldung



Schweizer Bericht für die Bischofssynode 2023

Der nationale Synodenbericht der katholischen Kirche in der Schweiz liegt vor.

Die Schweizer Bischofskonferenz (SBK) hat den Schweizer Synodenbericht veröffentlicht, der das Ergebnis der nationalen Etappe der Weltbischofssynode 2023 «Für eine synodale Kirche: Gemeinschaft, Partizipation und Mission» ist. Der Bericht wurde nach Rom geschickt und als Arbeitsdokument für die kontinentale Etappe der Synode im Frühjahr 2023 verwendet.

 Gemeinsame Schweizer Anliegen zeigen sich trotz unterschiedlicher pastoraler und struktureller Herausforderungen in den Bistümern und Sprachregionen:

  • Die katholische Kirche soll dauerhaft und verbindlich synodaler werden. 
  • Die katholische Kirche soll die Ungleichbehandlung von Frauen unterlassen.
  • Die katholische Kirche soll einladen und nicht ausgrenzen.
  • Die katholische Kirche soll ein Verständnis des besonderen Priestertums erarbeiten, das seinen Platz in einer synodalen Kirche hat.

Viele weitere Beobachtungen und Hinweise werden im nationalen Synodenbericht benannt, den Sie hier einsehen können.



Machen Sie mit bei «Lasst uns reden»: Mehr Dialog, weniger Vorurteile.

Die Plattform für konstruktive Streitgespräche

Wann haben Sie das letzte Mal mit einer Person über Politik gesprochen, die andere Einstellungen hat als Sie?
«Lasst uns reden» ist Ihre Chance, mit Menschen ins Gespräch zu kommen, die anders denken als Sie. 

Pro Futuris, der neue Think + Do Tank der Schweizerischen Gemeinnützigen Gesellschaft, hat eine nationale Plattform für konstruktive Streitgespräche lanciert. Diese Plattform bringt Menschen mit unterschiedlichen Einstellungen für ein Vier-Augen-Gespräch zusammen. Im Dialog üben die Teilnehmenden, gegensätzliche Meinungen besser zu verstehen und gegenseitiges Vertrauen aufzubauen.

Warum ist es wichtig, dass wir mit Menschen mit anderer Meinung und anderem Glauben ins Gespräch kommen?
Miteinander zu reden, bedeutet, Demokratie zu leben. Die beiden letzten Jahre haben gezeigt, dass es uns in der Schweiz an Räumen und Formaten fehlt, um auch dann im Gespräch zu bleiben, wenn uns Krisen durchschütteln. In unserer vielfältigen Demokratie müssen wir mit unseren Unterschieden umgehen können. Vielen von uns fällt dieser Austausch schwer.

Wie funktioniert’s?
Differenzen aushalten benötigt Übung, Überwindung und eine gute Portion Neugierde. Deshalb vermittelt «Lasst uns reden» Gesprächspartner:innen für kontroverse und respektvolle Vier-Augen-Gespräche. Die Gespräche finden im August und September 2022 statt. Tragen auch Sie zu einer besseren Dialogkultur bei und melden Sie sich an!

Die Römisch-Katholische Zentralkonferenz der Schweiz (RKZ) unterstützt dieses Vorhaben ideell und ermuntert zum Mitmachen.

Mehr Information finden Sie unter lasstunsreden.ch



50 Jahre Synode 72 - und es geht weiter!

Schlussdokumentation der Tagung vom 11. Juni 2022 in der Paulus Akademie, Zürich.

Über 100 Personen nahmen im Juni 2022 an einer vom Verein «Tagsatzung» mit anderen organisierten Tagung aus Anlass des 50-Jahr-Jubiläums der Synode 72 teil. Sechs profilierte Impulsreferate befassten sich mit je drei gesellschaftspolitischen und drei kirchlichen Herausforderungen. Die gesellschaftspolitischen Referate befassten sich mit Kirche und Politik, dem Klimawandel und politische Mitwirkungsrechte für alle. Die kirchlichen Referate befassten sich mit Sakramentalität, Frauen und kirchlichem Amt sowie mit Mitwirkungsrechten aller Getauften. In Ateliers diskutierten die Teilnehmenden das Gehörte und leiteten daraus Visionen und Forderungen für die Zukunft ab.

Obwohl nüchtern konstatiert werden muss, dass viele Visionen und Impulse der Synode 72 bis heute nicht umgesetzt sind, wurde an der Tagung auch deutlich, dass Theologie und Pastoral heute an anderen Orten stehen als vor 50 Jahren. Und es war spürbar, dass das Evangelium, die Texte des Zweiten Vatikanischen Konzils und der Synode 72 auch heute noch das Potenzial haben, das Antlitz der Kirche jesuanischer, ihre Strukturen geschwisterlicher und ihre gesellschaftliche Präsenz prophetischer zu machen.

Im Hinblick auf die aktuellen Bestrebungen, die Synodalität der Kirche zu stärken, machte die Tagung deutlich, dass es dabei nicht nur Fragen der «Innenarchitektur» der Kirche auf dem Spiel stehen, sondern auch die Glaubwürdigkeit und die Kraft, mit der sie als Teil der Gesellschaft für Gerechtigkeit, Frieden und Nachhaltigkeit eintritt.

Die sorgfältig gestaltete Tagungsdokumentation fasst den Ertrag zusammen. Sie sei insbesondere all jenen zur Lektüre empfohlen, die sich für eine Kirche einsetzen, die es mit der Aufmerksamkeit für die Zeichen der Zeit und mit dem Übergang von der klerikalen zu einer synodalen Kirche ernst meinen.

Schlussdokumentation der Tagung vom 11. Juni 2022



«Weniger ist mehr!» - Demenz als Herausforderung für Kirchgemeinden

Nationale ökumenische Tagung für Verantwortliche und Interessierte der Kirchen im Bereich Palliative Care am 26. Oktober 2022 in Bern.

Demenz wird bis 2050 ein Megathema für unsere Gesellschaft, für das Gesundheitswesen und für die Kirchen. Die Zahl der Demenzkranken wird sich bis dahin weltweit verdreifachen. Damit stellen sich Fragen für die Pastoral vor Ort.

Die Nationale ökumenische Tagung vom 26. Oktober 2022 für Seelsorgende und Interessierte der Kirchen im Bereich Palliative Care wird von den Fachgruppen Palliative Care der Schweizer Bischofskonferenz SBK und der Evangelisch-reformierten Kirche Schweiz EKS veranstaltet.

Weiter Informationen finden Sie hier



Anders. Bildung. Kirche

Neue Publikation zur Pastoral- und Kirchenentwicklung

Orientierungswissen, Werkzeuge, Fähigkeiten… – was bietet kirchliche Bildung? Bildung und Kirche können ein produktives Gespann sein: Wo trägt Bildung zur Kirchenentwicklung bei? Was prägt kirchliche Bildungsangebote?

Auf Initiative der AG Praktische Theologie Schweiz ist das Buch «Anders. Bildung. Kirche» entstanden. «Anders. Bildung. Kirche» schärft den Blick auf Bildung und Kirche – in einer Zeit des Wandels. Es gibt Impulse für Bildungspersonen, Pastoralteams oder Kirchenverwaltungen. Die Beiträge zeigen für Schule, Aus- und Weiterbildung, Studium und kirchliche Erwachsenenbildung, was Bildung für die Kirche ausmachen kann. 

Arnd Bünker, Christoph Gellner, Jörg Schwaratzki (Hg.); Anders. Bildung. Kirche. Edition SPI: St. Gallen 2022; 272 Seiten.

Buchvorstellung und -bestellung



© Schweizer Solarpreis 2019

Klimaneutrale Kirchgemeinde - Notwendig und möglich?

Save the date für das zweite ökumenische Netzwerktreffen vom 28. September 2022

Bis zum Jahr 2050 soll die Schweiz klimaneutral werden. Was bedeutet das für Kirchen und Kirchgemeinden?

Am 28. September 2022 führt die Fachstelle «oeku Kirchen für die Umwelt» ihr zweites ökumenische Netzwerktreffen durch. Thema des Anlasses ist es, Möglichkeiten von Kirchen aufzuzeigen, wie sie den Ausstoss von Klimagasen reduzieren können (Flyer).

Das Positionspapier «Treibhausgas und Klimaneutralität der Kirchen» der Forschungsstätte der Evangelischen Studiengemeinschaft (FEST) gibt einen Einblick über den Stand der Debatte in Deutschland. Dr. Oliver Foltin, Autor des Positionspapiers, konnte als Referent für das Netzwerktreffen gewonnen werden.



Pilotprojekt zu Missbrauch in der Kirche gestartet, Ergebnisse im Herbst 2023

Medienmitteilung der SBK, RKZ und KOVOS vom 4. April 2022

Die katholische Kirche der Schweiz stellt sich mit einem Pilotprojekt einem dunklen Kapitel: In ihrem Auftrag hat ein Forschungsteam der Universität Zürich mit der wissenschaftlichen Untersuchung der sexuellen Übergriffe im Umfeld der katholischen Kirche begonnen. Dafür sollen in den kommenden Monaten auch die bischöflichen Geheimarchive geöffnet werden. Dies wurde am 4. April 2022 an einer Medienkonferenz in Lausanne bekannt gegeben.

Die Schweizer Bischofskonferenz (SBK), die Römisch-Katholische Zentralkonferenz der Schweiz (RKZ) und die Konferenz der Vereinigungen der Orden und weiterer Gemeinschaften des gottgeweihten Lebens (KOVOS) haben den beiden Professorinnen Monika Dommann und Marietta Meier des Historischen Seminars der Universität Zürich den Auftrag für ein Pilotprojekt erteilt. Innerhalb eines Jahres soll das Forschungsteam die Rahmenbedingungen einer historischen Untersuchung sexueller Ausbeutung im kirchlichen Umfeld seit der Mitte des 20. Jahrhunderts evaluieren und damit Grundlagen für künftige Forschungsprojekte bereitstellen. Die Ergebnisse werden im Herbst 2023 präsentiert.

Medienmitteilung der Auftraggeberinnen SBK, RKZ und KOVOS

Medienmitteilung des Forschungsteams, Statements der Auftraggeberinnen und der Betroffenenorganisationen sowie weitere Informationen zum Pilotprojekt: www.missbrauch-kath-info.ch



Freiwilligenarbeit

Neue Publikation des Bundesamtes für Statistik BFS «Freiwilliges Engagement in der Schweiz 2020»

Im Jahr 2020 gaben 41% der ständigen Wohnbevölkerung der Schweiz ab 15 Jahren an, in den letzten 4 Wochen Freiwilligenarbeit geleistet zu haben (institutionalisierte und / oder informelle), das entspricht rund 3 Millionen Personen. Sie haben dafür im Durchschnitt 4,1 Stunden pro Woche unbezahlt gearbeitet. Die institutionalisierte Freiwilligenarbeit in Vereinen und Organisationen war 2020 aufgrund der Covid-19-bedingten Schutzmassnahmen für die Bevölkerung relativ stark eingeschränkt. Dieser Rückgang ist bei allen Altersgruppen zu verzeichnen.

Die Freiwilligenarbeit umfasst unbezahlte Tätigkeiten für eine Organisation, einen Verein oder eine öffentliche Institution (=institutionalisierte Freiwilligenarbeit) und unbezahlte Hilfeleistungen aus persönlicher Initiative für Personen, die nicht im selben Haushalt leben (=informelle Freiwilligenarbeit).

Das aktuelle Leporello «Freiwilliges Engagement in der Schweiz 2020» präsentiert neben Eckdaten zur Beteiligung an institutionalisierter und informeller Freiwilligenarbeit der ständigen Wohnbevölkerung ab 15 Jahren, weiterführende Informationen zu Motivation und Rekrutierungspotential sowie zu Spenden. Die Publikation wurde vom Bundesamt für Statistik in Zusammenarbeit mit der Schweizerischen Gemeinnützigen Gesellschaft realisiert.



«Totgesagte leben länger»

Entwicklung der Mitgliedschaft in der katholischen Kirche über die vergangenen 10 Jahre und Ausblick in die Zukunft.

Wohin steuert die römisch-katholische Kirche in der Schweiz und wie werden sich die Mitgliedschaftszahlen entwickeln, wenn man die Trends der vergangenen Jahre zum Massstab nimmt? Antworten auf diese Fragen prognostiziert das Schweizerische Pastoralsoziologische Institut (SPI) in seiner neusten Studie zur Mitgliederentwicklung der katholischen Kirche.

Auf den Punkt gebracht: «Totgesagte leben länger». Die Zahlen und Prognosen für die katholische Kirche lassen vermuten, dass die Zahl der Kirchenmitglieder über die nächsten 10 Jahre in etwa stabil bleibt. Aufgrund der sinkenden Anteile an der wachsenden Gesamtbevölkerung dürfte jedoch der Rückhalt in der Bevölkerung weiter sinken. Zudem trügt der Eindruck von Stabilität der katholischen Kirche aus drei Gründen:

  • Erstens zeigen die Daten der Kirchenstatistik, dass die Kirchenbindung der Mitglieder schwächer wird und die Austrittsneigung hoch bleibt.
  • Zweitens ist unsicher, ob sich die Migrationsentwicklung der vergangenen Jahre auch in den kommenden Jahren fortsetzen wird.
  • Drittens dürfte der Rückhalt der Kirchen in der Bevölkerung weiter sinken, wenn ihr Anteil an einer wachsenden Bevölkerung kleiner wird. Dies wird für Erwartungen an die gesellschaftliche Rolle der Kirche nicht folgenlos bleiben. Zudem sanken auch die relativen Anteile der evangelisch-reformierten Kirche in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten. Der damit verbundene gemeinsame Relevanzverlust der beiden Kirchen dürfte sich noch stärker bemerkbar machen als wenn man nur auf den sinkenden Anteil der katholischen Kirche allein schauen würde.

Die Kirchenstatistik drängt daher beide grossen Kirchen zu genauem Hinschauen und zum Handeln.



Migration und Glaube: Grundwissen für interkulturelle Pastoral

Veröffentlichung erster Band der «Pastoralsoziologischen Impulse» des SPI.

Menschen unterschiedlicher Herkunft und Sprache prägen heute die Kirche in der Schweiz. Die wachsende kulturelle Vielfalt fordert alle Beteiligten heraus. Interkulturelles Wissen und die Bereitschaft voneinander zu lernen, bilden die Grundlage für ein gelingendes Miteinander.

Das SPI beschäftigt sich seit vielen Jahren mit dem Thema Migration und präsentiert nun mit dem ersten Band der «Pastoralsoziologischen Impulse» die wichtigsten Erkenntnisse aus einer Studie zu christlicher Migration in der Schweiz. Diese gibt Einblicke in das Glaubensleben von Migrantinnen und Migranten, aber auch in die vielfältigen Aufgaben und Unterstützungsleistungen von Migrationsgemeinden. Die Studie zeigt, wie Religion in der Migration zu einer Ressource werden kann und was es braucht, damit Menschen sich in der Gemeinde heimisch fühlen. Der Band stellt Grundwissen für eine migrationssensible und interkulturelle Pastoral zur Verfügung: kurz, verständlich und praxisnah. Interviews mit Fachpersonen der Migrationspastoral ergänzen dieses Grundwissen und öffnen unterschiedliche Fenster in die Praxis.

Die «Pastoralsoziologischen Impulse» richten sich an Seelsorgende, Kirchenverantwortliche und freiwillig Engagierte. Sie sind auch eine gute Grundlage für einen Austausch über interkulturelle Pastoral in Seelsorgeteams und kirchlichen Gremien.

Bestellen Sie hier das Buch Migration und Glaube



www.religion.ch

© Vera Rüttimann

Neue Internetplattform sagt Intoleranz und religiösem Analphabetismus den Kampf an

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«Nahe sein bis zuletzt»

Kostenloser Ratgeber für (pflegende) Angehörige ist in der 6. Auflage erschienen

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Manifest

©SRK, Susanne Goldschmied

zur Nationalen Förderung von freiweiliggem Engagement

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Kirchenasyl

Positionspapier mit Hilfestellungen und Denkanstösse zur Meinungsbildung

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