Menu
Kirche und Recht » Zum Thema 

Staatskirchenrechtliche Körperschaften in Zeiten der Entkirchlichung

Bericht der RKZ für eine zeitgemässe Weiterentwicklung des staatlichen Religionsrechts.

In der Strategie- und Mittelfristplanung 2020-2023 hat die RKZ beschlossen, «für eine zeitgemässe Weiterentwicklung des staatlichen Religionsrechts und der öffentlichen Finanzierung der Kirche(n) einzutreten». Da der religionssoziologische Wandel zu tiefgreifenden Veränderungen der gesellschaftlichen Voraussetzungen für die Regelung des Verhältnisses von Staat und Kirchen ist, hat sich die Kommission für Staatskirchenrecht und Religionsrecht der Römisch-Katholischen Zentralkonferenz der Schweiz (RKZ) intensiv mit dieser Thematik auseinandergesetzt.

Auf der Grundlage dieser Diskussionen entstand der Bericht «Staatskirchenrechtliche Körperschaften in Zeiten der Entkirchlichung». Er dient als Grundlage  für weitere Überlegungen und die Entwicklung von Handlungsperspektiven.

Kosch, Daniel, Staatskirchenrechtliche Körperschaften in Zeiten der Entkirchlichung, Zürich 2022.



Die Römisch-Katholische Zentralkonferenz plant keine Namensänderung

Stellungnahme des Präsidiums der RKZ zum Artikel von Martin Grichting auf kath.net vom 24. Oktober 2022

In einem auf kath.net veröffentlichten Beitrag unter dem Titel «Katholische Kirche Schweiz (KSS)» behauptet Martin Grichting mit Berufung auf eine «Bemerkung» in einem Bericht zur Totalrevision der Verfassung der Katholischen Landeskirche Graubünden, die RKZ beabsichtige, künftig unter dem Namen «Katholische Kir-che Schweiz (KSS)» aufzutreten. Er zieht daraus weitreichende Schlüsse: Wenn die RKZ sich so nenne, «gibt es fortan in der Schweiz zwei katholische Kirchen».

Die Bemerkung, auf die sich Martin Grichting bezieht, ist jedoch unzutreffend und beruht auf einem Missverständnis. Es besteht keinerlei Absicht für eine Namensänderung, weder im Präsidium der RKZ, noch im Plenum oder in Äusserungen der RKZ war das je Thema. Hingegen bezeichnet die RKZ die Beiträge ihrer Mitglieder seit 2021 als «Kirche-Schweiz-Beiträge», weil diese Gelder grossmehrheitlich für sprachregionale und gesamtschweizerische Aufgaben der römisch-katholischen Kirche in der Schweiz bestimmt sind.

Die Zusammenarbeitsvereinbarung zwischen RKZ und SBK von 2015  hält fest: «SBK und RKZ anerkennen sich gegenseitig in ihren unterschiedlichen Aufgaben, Kompetenzen und Rollen» (Art. 2). Zudem anerkennt die RKZ ausdrücklich, dass die SBK und ihre Mitglieder «auf der Grundlage des kanonischen Rechts für die pastoralen Aufgaben verantwortlich» sind (Art. 5 Abs. 2). Die Behauptung Martin Grichtings, die staatskirchenrechtliche Struktur wolle «sich immer mehr an die Stelle der eigentlichen Kirche setzen», ist daher völlig unbegründet.

Hätte Martin Grichting bei der RKZ nachgefragt, was es mit der Bemerkung im Dokument der Bündner Landeskirche auf sich habe, wäre sofort klar geworden, dass die RKZ weder eine Namensänderung plant, noch die Tatsache in Frage stellt, dass die staatskirchenrechtlichen Körperschaften zwar im Dienst der Kirche stehen und ihre Behörden Teil der Kirche sind, sich aber keineswegs «an die Stelle der eigentlichen Kirche setzen wollen».

Renata Asal-Steger, Präsidentin der RKZ
Daniel Kosch, Generalsekretär der RKZ



Kirchenfinanzierung: Religionen und das liebe Geld

Artikelserie auf religion.ch zur Finanzierung der Religionsgemeinschaften in der Schweiz

Weshalb wird der Lohn des Pfarrers oder der Pfarrerin in vielen Kantonen mit staatlich organisierten Kirchensteuern finanziert, nicht aber der Lohn des Imams? In einem liberalen Staat sollten eigentlich alle Religionsgemeinschaften gleichbehandelt werden. Doch niemand, auch der Staat nicht, kann die Arbeit der Kirchen für die Gesellschaft im sozialen Bereich so günstig verrichten – ehrenamtlichem Engagement sei Dank. Trotzdem, die staatliche Kirchenfinanzierung könnte sich als Auslaufmodell erweisen.Wie soll es also weitergehen?

religion.ch erklärt in verschiedenen Artikeln, wie sich Religionsgemeinschaften in der Schweiz finanzieren, wie die Beziehung zum Staat geregelt ist und zeigt Perspektiven auf, wie es weitergehen könnte.



Vernehmlassung im Kanton Freiburg zur Beziehung zwischen den Kirchen und dem Staat

Medienmitteilung des Kanton Freiburg vom 4. Juli 2022

Der Staatsrat des Kantons Freiburg schickt den Gesetzesvorentwurf zur Änderung des Gesetzes über die Beziehungen zwischen den Kirchen und dem Staat in die Vernehmlassung. Er schlägt die Einführung eines «Runden Tischs der Religionen» vor und modernisiert die Bestimmungen zu den öffentlich-rechtlichen Vorrechten, die den Religionsgemeinschaften gewährt werden können.

Medienmitteilung vom 4. Juli 2022



50 Jahre Synode 72 - und es geht weiter!

Schlussdokumentation der Tagung vom 11. Juni 2022 in der Paulus Akademie, Zürich.

Über 100 Personen nahmen im Juni 2022 an einer vom Verein «Tagsatzung» mit anderen organisierten Tagung aus Anlass des 50-Jahr-Jubiläums der Synode 72 teil. Sechs profilierte Impulsreferate befassten sich mit je drei gesellschaftspolitischen und drei kirchlichen Herausforderungen. Die gesellschaftspolitischen Referate befassten sich mit Kirche und Politik, dem Klimawandel und politische Mitwirkungsrechte für alle. Die kirchlichen Referate befassten sich mit Sakramentalität, Frauen und kirchlichem Amt sowie mit Mitwirkungsrechten aller Getauften. In Ateliers diskutierten die Teilnehmenden das Gehörte und leiteten daraus Visionen und Forderungen für die Zukunft ab.

Obwohl nüchtern konstatiert werden muss, dass viele Visionen und Impulse der Synode 72 bis heute nicht umgesetzt sind, wurde an der Tagung auch deutlich, dass Theologie und Pastoral heute an anderen Orten stehen als vor 50 Jahren. Und es war spürbar, dass das Evangelium, die Texte des Zweiten Vatikanischen Konzils und der Synode 72 auch heute noch das Potenzial haben, das Antlitz der Kirche jesuanischer, ihre Strukturen geschwisterlicher und ihre gesellschaftliche Präsenz prophetischer zu machen.

Im Hinblick auf die aktuellen Bestrebungen, die Synodalität der Kirche zu stärken, machte die Tagung deutlich, dass es dabei nicht nur Fragen der «Innenarchitektur» der Kirche auf dem Spiel stehen, sondern auch die Glaubwürdigkeit und die Kraft, mit der sie als Teil der Gesellschaft für Gerechtigkeit, Frieden und Nachhaltigkeit eintritt.

Die sorgfältig gestaltete Tagungsdokumentation fasst den Ertrag zusammen. Sie sei insbesondere all jenen zur Lektüre empfohlen, die sich für eine Kirche einsetzen, die es mit der Aufmerksamkeit für die Zeichen der Zeit und mit dem Übergang von der klerikalen zu einer synodalen Kirche ernst meinen.

Schlussdokumentation der Tagung vom 11. Juni 2022



«Auf das Zusammenspiel kommt es an» – für das Miteinander im dualen System

Positionspapier mit Leitlinien für eine sachgemässe und wirkungsvolle Koordination pastoraler und finanzieller Entscheidungen im dualen System.

Das Spannungsfeld zwischen «Geld und Geist» und das Miteinander von staatskirchenrechtlichen Behörden und pastoral Verantwortlichen sind ständige Herausforderungen. Betroffen sind alle, von der kleinen Pfarrei/Kirchgemeinde bis zu den grossen Körperschaften und Bistümern oder zu RKZ und Bischofskonferenz. Die Kommission für Staatskirchenrecht und Religionsrecht hat dazu ein Positionspapier erarbeitet. Die RKZ hat es genehmigt und seiner Veröffentlichung zugestimmt. Es soll dazu beitragen, dass die Entscheidungen aufeinander abgestimmt werden und die jeweiligen Rollen und Kompetenzen respektieren. Der Titel «Auf das Zusammenspiel kommt es an», stammt aus der Welt der Musik: Ein Orchester oder ein Chor klingt dann gut, wenn man gleichzeitig die je eigene Melodie spielt und auf die anderen hört.

Positionspapier «Auf das Zusammenspiel kommt es an»



Kirchenasyl

Positionspapier mit Hilfestellungen und Denkanstösse zur Meinungsbildung

Nicht sehr häufig, aber immer wieder sind die Kirchen mit der Frage des sogenannten «Kirchenasyls» konfrontiert. In kirchlichen Räumen soll Flüchtlingen zeitlich befristet Schutz gewährt werden, um nach einem ablehnenden Asylentscheid eine erneute Überprüfung ihrer Situation zu ermöglichen. Das wirft rechtliche Fragen auf, stellt vor praktische Probleme und erfordert im katholischen Kontext auch ein Zusammenwirken der pastoralen und staatskirchenrechtlichen Instanzen. Das von der Kommission für Staatskirchenrecht und Religionsrecht der RKZ erarbeitete Grundlagendokument zeigt auf, worauf im Umgang mit konkreten Einzelsituationen zu achten ist und enthält Denkanstösse für die Meinungsbildung.

Positionspapier Kirchenasyl



Dual Stark

Animationsfilm zum dualen System in der katholischen Kirche in der Schweiz

weiterlesen...

Verändert sich mit der Gesellschaft auch das Recht?

Online-Veröffentlichung von Vorstössen mit Bezug zum Staatskirchen- und Religionsrecht

weiterlesen...