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Synodaler Weg: RKZ begrüsst die Absicht der Bischofskonferenz

Medienmitteilung zur Plenarversammlung der RKZ vom 21./22. Juni 2019 in La Chaux-de-Fonds (NE)

An ihrer Juni-Plenarversammlung befasste sich die RKZ mit dem Beschluss der Bischofskonferenz, einen synodalen Prozess einzuleiten. Zudem entschied sie, die Mittel für die schweizerischen Aufgaben der Kirche um 2% zu erhöhen. Mit Spannung wird der Ausgang der Volksabstimmung über den RKZ-Beitritt der Schwyzer Katholiken am 30. Juni 2019 erwartet.

Medienmitteilung vom 27. Juni 2019



Bild von JIN.JAE LEE auf Pixabay

Einzeln sind wir Steinchen – gemeinsam ein farbenfrohes Mosaik

Medienmitteilung zur Plenarversammlung der RKZ vom 22./23. März 2019 in Luzern.

Anerkennende Worte von Bischof Felix Gmür, Präsident der SBK, ein positives Rechnungsergebnis, eine differenzierte Bestandesaufnahme zur Situation der Migrantenpastoral und die Wahl der Zürcher Synodalratspräsidentin Franziska Driessen-Reding ins Präsidium der RKZ gehören zu den erfreulichen Ergebnissen der ersten Plenarversammlung der RKZ in diesem Jahr. Trotz dieser Pluspunkte traf RKZ-Präsident Luc Humbel die Stimmung der Delegierten, indem er festhielt, dass «unsere Besorgnis seit der letzten Plenarversammlung nicht abgenommen hat». Auch Bischof Felix Gmür sprach von der «Kirche im Gegenwind». Und Bernd Nilles, Geschäftsleiter des Hilfswerks Fastenopfer, fragte mit Papst Franziskus: «Hören wir den Schrei der Erde und der Armen?»

Medienmitteilung vom 27. März 2019



Chance Migrationspastoral

Medienmitteilung vom 25. März 2019 zum Bericht «Migrantenpastoral in der Schweiz. Auswertung einer Erhebung der Ist-Situation und ihrer Beurteilung».

Rund ein Drittel der Mitglieder der katholischen Kirche in der Schweiz haben Migrationshintergrund und prägen das kirchliche Leben auf unterschiedlichste Art mit. Um der Mehrsprachigkeit und der kulturellen Vielfalt Rechnung zu tragen, stehen etwa 110 Missionen oder Seelsorgestellen für ihre pastorale Betreuung zur Verfügung. Jährlich werden rund 21'000 Gottesdienste in über 20 Fremdsprachen und Riten gefeiert. Die der Migrationspastoral zugewiesenen finanziellen Mittel belaufen sich auf rund 35 Millionen Franken jährlich.

Diese und viele andere Zahlen, Daten und Informationen enthält der Bericht «Migrantenpastoral in der Schweiz», der nach seiner Beratung durch die Schweizer Bischofskonferenz (SBK) und die Römisch-Katholische Zentralkonferenz (RKZ) der interessierten Öffentlichkeit zugänglich gemacht wird. Entstanden ist der Bericht im Rahmen eines gemeinsamen Projektes von SBK und RKZ zur Zukunft der Migrantenpastoral. Er analysiert die Ist-Situation und zieht daraus Schlussfolgerungen für folgende zentrale Fragestellungen:

  • Vielfalt der pastoralen Wirklichkeit: Problem oder Chance?
  • Zukunftsmodelle und Entwicklungspfade der Missionen
  • Sensibilisierung der in der herkömmlichen Seelsorge und in der Migrantenpastoral Tätigen
  • Fokussierung des Auftrags der Dienststelle migratio auf pastorale Aufgaben
  • Stärkung der Subsidiarität in Finanz- und Administrationsaufgaben und gerechtere Verteilung der Mittel.

Verfasst wurde der Bericht von Regula Ruflin und Samuel Wetz (beide socialdesign ag), Patrick Renz (Nationaldirektor migratio, SBK) und Daniel Kosch (Generalsekretär, RKZ). Begleitet wurde ihre Arbeit von einer Steuerungsgruppe. Dieser gehörten Seelsorgende aus der Migrantenpastoral, Mitglieder staatskirchenrechtlicher Behörden, Mitarbeitende von Bistumsleitungen sowie Vertreter von SBK und RKZ. Sie stand unter der Leitung von Bischof Jean-Marie Lovey, der in der SBK für den Bereich Migration zuständig ist.

Angesichts des Weggangs von Patrick Renz per 31. März 2019 und der Tatsache, dass der bisherige Verlauf des Projektes Anpassungen der Planung erforderten, sind SBK und RKZ übereingekommen, die Steuerungsgruppe aufzulösen. Die noch zu klärenden Fragen sollen auf möglichst effiziente Art bearbeitet und der Einbezug der Betroffenen auf andere Weise sichergestellt werden.

Am Ende der letzten Sitzung der Steuergruppe vom 13. März 2019 dankte der zuständige Bischof, Jean-Marie Lovey, allen Beteiligten und insbesondere dem scheidenden Nationaldirektor, Patrick Renz. Aus seiner Sicht sei das wichtigste Ergebnis der geleisteten Arbeit, «bewusst gemacht und aufgezeigt zu haben, dass die Beteiligung vieler Migrantinnen und Migranten am Leben der Kirche in der Schweiz viel zu ihrer Lebendigkeit, ihrer Vielfalt und zur Erfahrbarkeit von Weltkirche vor Ort beiträgt». Bischof Lovey schloss mit den Worten: «Wenn ein vermehrtes Miteinander und wertschätzenderes Nebeneinander von Einheimischen und Zugewanderten gelingt, ist die Migrationspastoral für die katholische Kirche in der Schweiz eine grosse Chance.»

Ruflin, Regula; Wetz, Samuel; Renz, Patrick; Kosch, Daniel (2018). Migrantenpastoral in der Schweiz. Auswertung einer Erhebung der Ist-Situation und ihrer Beurteilung. socialdesign ag im Auftrag des Kooperationsrates von SBK und RKZ, Bern.

Download Bericht



«Auf dem Weg des Aggiornamento mutige Schritte tun»

Medienmitteilung zur Plenarversammlung der RKZ vom 30. November/1.Dezember 2018 in Zürich

Das Ausmass der sexuellen Missbräuche in den vergangenen Jahrzehnten und die Abwendung engagierter Frauen von der Kirche waren für RKZ-Präsident Luc Humbel Anlass für ein eindringliches Statement zur Eröffnung der Plenarversammlung der RKZ. Er schloss mit der Forderung «die weiterhin bestehenden Probleme zu benennen und konkret anzugehen» und «auf dem Weg des Aggiornamento mutige Schritte zu tun». Einen weiteren Akzent setzte die Zürcher Regierungsrätin Jacqueline Fehr mit einem klaren Bekenntnis zur «Bedeutung religiöser Überzeugungen als Grundlage des gesellschaftlichen Zusammenlebens» und zum dualen System. In der Geschäftssitzung wurden Beiträge an kirchliche Institutionen in der Höhe von rund 8,3 Mio. Franken beschlossen.

Medienmitteilung vom 4. Dezember 2018



Ich bin besorgt...

Eingangsstatement von Luc Humbel anlässlich der Plenarversammlung der RKZ vom 30.11/1.12 2018 in Zürich

Sie alle wissen, dass wir uns in der RKZ im wahrsten Sinne des Wortes um vieles sorgen. Immer geht es darum, kirchliches Leben und Wirken zu ermöglichen und zu fördern. Mit diesem Engagement sind wir nie alleine unterwegs. Es wird ermöglicht durch die Mitglieder der Kirche, welche bereit sind, dafür Steuern zu zahlen oder Beiträge zu leisten. Weiter sind wir im dualen System im Einvernehmen mit den pastoral Verantwortlichen der Kirche in der Schweiz unterwegs. Dass um dieses Einvernehmen immer wieder gerungen werden muss, macht mir auch Sorgen, doch dies steht nicht im Vordergrund, weil mich in diesen Wochen andere Ereignisse in unserer Kirche viel stärker mit Sorge erfüllen.

… aufgrund des Ausmasses der Missbräuche

Ich bin besorgt aufgrund des Ausmasses der Missbräuche, welche von Priestern, Ordensleuten und kirchlichen Institutionen in den vergangenen Jahrzehnten begangen worden sind. Es ist notwendig und gut, dass wir diese massiven Verfehlungen benennen und alles tun, was in unserer Macht liegt, um Versöhnung zu ermöglichen. Dieser Weg ist für alle steinig. Wenn wir glaubwürdig unterwegs sein wollen, müssen wir diesen steinigen Weg gehen, ungeachtet der Kräfte, die er von uns allen abverlangt. Es besorgt mich, dass es noch mehr Geld für die Genugtuungsleistungen braucht, weil die Anzahl der verjährten, von den Opfern bisher nicht thematisierten Missbräuche weit höher ist als vermutet. Dieses Geld steht den Opfern zu; es wird aber auch fehlen, um anderweitig für die Menschen Unterstützung leisten zu können. Noch mehr beunruhigt mich, dass bei der Bewältigung dieser Glaubwürdigkeitskrise in der Kirche Singularinteressen eine ganzheitliche und rechtsgleiche Lösung infrage stellen.

… wegen der Abwendung sechs engagierter Frauen von der Kirche

Ich bin besorgt, weil letzte Woche sechs prominente Frauen sich von der katholischen Kirche öffentlich abgewandt haben. Diesen Entscheid verkündeten die beiden früheren Nationalrätinnen Cécile Bühlmann (gp., Luzern) und Ruth-Gaby Vermot (sp., Solothurn), die ehemalige grüne Zürcher Stadträtin Monika Stocker, die beiden Theologinnen Regula Strobel und Doris Strahm sowie Anne-Marie Holenstein, die frühere Direktorin des katholischen Hilfswerks Fastenopfer. Obwohl wir Austritte gewohnt sind, schockiert mich diese Nachricht. Es handelt sich samt und sonders um kirchlich engagierte Persönlichkeiten, welche in ihrem Leben pointiert für unsere Werte und spezifisch für die Ärmeren der Gesellschaft eingetreten sind. Ich durfte dies persönlich erfahren. Diese Frauen haben ihren Schritt damit begründet, dass die Frauenfeindlichkeit in der römisch-katholischen Klerikerkirche seit Jahrhunderten System habe. Diese Frauen anerkennen wohl, dass es in der Folge des Zweiten Vatikanischen Konzils in den 1960er-Jahren gewisse Reformen in der Kirche gegeben hat, und auch, dass Papst Franziskus gegenüber Geschiedenen oder Homosexuellen mildere Töne hat verlauten lassen. Doch in der Frauenfrage habe es keinen Millimeter Bewegung gegeben. Letzter Auslöser für ihre Entscheidung sei gewesen, dass Papst Franziskus jegliche Abtreibung mit einem bestellten Auftragsmord verglichen habe.

Unterschiedliche Äusserungen von Papst Franziskus zur Abtreibung

Es würde zu kurz greifen, diese Austritte einzig auf die auch aus meiner Sicht undifferenzierte und dadurch unhaltbare Äusserung des Papstes zu reduzieren. Zudem liesse sich dazu anführen, dass gerade dieser Papst im Jahr der Barmherzigkeit sehr differenziert zur Abtreibungsfrage Stellung genommen hat und einer echten Vergebung das Wort geredet hat. Damals äusserte er sich auch explizit zum Dilemma bei Frauen, welche selbst Opfer geworden sind, oder wenn es um die Abwägung von anderem menschlichem Leid geht. Dass längst nicht jede Abtreibung einem solchen Dilemma geschuldet ist, und dass der Papst energisch für den Schutz des werdenden Lebens eintritt, trifft ebenfalls zu.

Gespräche reichen nicht aus …

Es hat mich Anfang diese Woche geärgert, dass die Amtskirche auf diese Rücktritte überhaupt nicht reagiert hat. Auch die Medienmitteilung nach der Vollversammlung der Bischofskonferenz verliert dazu kein Wort. Immerhin kann den Medien entnommen werden, dass sich Vertreter der Bischofskonferenz mit diesen Frauen zum Austausch treffen wollen. Das ist ein guter Ansatz. Dabei kann es aber kein Bewenden haben. Ein solches Treffen alleine gibt keine Antworten an alle Frauen und Männer in unserer Kirche, welche dieselbe Not in Bezug auf den Umgang der Amtskirche mit der Rolle und Stellung der Frau kennen und damit hadern. Es braucht verbindliche Aussagen, wo und wie ernsthaft die römisch-katholische Kirche in der Frauenfrage auf dem Weg ist. Dieser Weg ist auch steinig, schon lange. Wenn aber der Eindruck entsteht, dass dieser Weg in die Sackgasse führt, werden weitere Kirchenmitglieder resignieren, sich abwenden und andere Wege einschlagen.

… gefordert sind Wege, die nicht in die Sackgasse führen …

Deshalb appelliere ich an unsere Bischöfe, in dieser wichtigen Frage für die Kirche Pfadfinder zu sein. Das erfordert, dass man auch im unsicheren Gelände nach sicheren Wegen sucht und die Mitglieder auf diesen Wegen begleitet. Wir sind wohl alle bereit, dafür Kräfte aufzuwenden. Wir sind aber mit vielen unserer Mitchristen und Mitchristinnen nicht gewillt, den Weg in eine Sackgasse zu gehen. Ein Bekenntnis zur Gleichstellung von Frauen und Männern in der Kirche und zu ihrem Recht, auf allen Ebenen mitreden, mittun und mitentscheiden zu können, hätte, wäre es schon früher erfolgt, nicht nur die zuletzt Ausgetretenen vor der für beide Seiten schmerzhaften Abwendung bewahrt.

… ein mutiges Aggiornamento ist an der Zeit

Beim Umgang mit Missbrauchsfällen haben wir gelernt, dass Wegschauen verantwortungslos ist und uns wieder einholt. Setzen wir uns also gemeinsam dafür ein, dass wir die weiterhin bestehenden Probleme in unserer Kirche benennen und konkret angehen. Es ist an der Zeit, auf dem Weg des Aggiornamento mutige Schritte zu tun. Für jeden einzelnen Schritt, den Sie auf kantonaler und wir als RKZ auf schweizerischer Ebene tun, danke ich Ihnen.

Luc Humbel, Präsident der RKZ
Zürich, 1. Dezember 2018



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