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Kirche und Geld » Zum Thema 

Gemeinsam die Gesellschaft mitgestalten oder einsam serbeln

Kommentar von Daniel Kosch zur STAV-Abstimmung auf kath.ch

Die AHV-Steuervorlage wurde am Sonntag 19. Mai 2019 vom Schweizer Stimmvolk mit 66,4 Prozent Ja-Stimmen angenommen. Steuerprivilegien für internationale Unternehmen werden damit abgeschafft. Das hat Auswirkungen auf die Kirchen, sagt der Generalsekretär der Römisch-Katholischen Zentralkonferenz der Schweiz (RKZ), Daniel Kosch, in seinem Gastkommentar für kath.ch...



www.kirchensteuer-sei-dank.ch

Informationsangebot zur Verwendung von Kirchensteuern des Katholischen Konfessionsteils des Kantons St.Gallen.

Der Titel der neuen Website, aufgeschaltet vom Katholischen Konfessionsteil des Kantons St.Gallen, macht deutlich: Dank Kirchensteuern kann die Kirche wichtige Aufgaben in den Bereichen Seelsorge und Soziales, Kultur oder Bildung leisten. Was alles mit Kirchensteuern finanziert wird, ist selbst vielen Katholikinnen und Katholiken nicht bekannt, das wird sich durch dieses neue Informations-Angebot ändern.

Der grösste Teil der Kirchensteuer-Gelder (38 Prozent) fliesst direkt in das kirchliche Seelsorge-Angebot und in die katholischen Hilfswerke wie beispielsweise die Caritas St.Gallen-Appenzell. 14 Prozent fördern das Pfarreileben und lokale Vereine wie Chöre oder Jugendorganisationen. 17 Prozent helfen dabei, junge Menschen in katholischen Schulen auszubilden sowie ein breites Erwachsenenbildungs-Angebot zu ermöglichen. Kirchen und Pfarreizentren dienen kirchlichen wie gesellschaftlichen Zwecken, für ihren Betrieb und Unterhalt werden rund 22 Prozent aufgewendet. Damit alles reibungslos funktioniert und das Geld da ankommt, wo es benötigt wird, fliesst ein kleiner Teil (9 Prozent) in die Verwaltung. Hingewiesen wird auf der Website zusätzlich darauf, dass keine Kirchensteuer-Gelder an den Vatikan gehen, der „Peterspfennig“ für den Papst stammt jeweils aus einer Kollekte, die jedes Jahr in den Kirchen des Bistums St.Gallen aufgenommen wird.

Auf der Website www.kirchensteuer-sei-dank.ch gibt es die Vielfalt der kirchlichen Aktivitäten zu entdecken. Die Seite wird weiter ausgebaut und ergänzt.



Kirche S. Maria degli Angeli, Lavertezzo (TI)

Geldsorgen der Tessiner Katholiken

Beitrag im «Echo der Zeit» vom 7. Dezember 2018 auf Radio SRF 1

In ihrem Beitrag im «Echo der Zeit» geht die Tessiner SRF Korrespondentin Karoline Thürkauf den Geldsorgen der katholischen Kirche im Tessin auf den Grund. Neben dem Kirchenpräsidenten von Viganello und dem Generalvikar des Bistums Lugano, nimmt auch Daniel Kosch, Generalsekretär der RKZ, dazu Stellung.



«Anliegen der Kirchen werden berücksichtigt»

Ergebnisse der Vernehmlassung zur Steuerreform 2017

Von September bis Dezember 2017 führte der Bundesrat eine Vernehmlassung zur Steuerreform 17, dem Nachfolgeprojekt zur gescheiterten Unternehmenssteuerreform III (USR III) durch. Auch die Kirchen beteiligten sich und brachten drei Anliegen ein: Erweiterung des finanziellen Spielraums für die Kantone, damit diese die Steuerausfälle bei Städten, Gemeinden und allenfalls auch Kirchgemeinden abfedern können; Berücksichtigung der Kirchgemeinden bei der Ausgestaltung der Reform durch die Kantone; Gemeinwohlverträglichkeit der Reform.

Eine Durchsicht der Vernehmlassungsantworten ergibt, dass das Thema der Berücksichtigung der Kirchgemeinden bei der Ausgestaltung der Vorlage in mehreren kantonalen Vernehmlassungen (ZH, BE, SZ, Bl) aufgenommen wurde, nicht aber von den Parteien und anderen Vernehmlassungsteilnehmenden.

Deutlich besser steht es um die Stellungnahmen zur Frage des Anteils der Kantone an den Erträgen aus der Bundessteuer. Auch viele andere Vernehmlassungsteilnehmer fordern, dass dieser gegenüber dem Vorschlag des Bundesrates erhöht wird, was zwingend nötig ist, damit die Kantone überhaupt Spielraum haben, um Kirchenanliegen zu berücksichtigen.

Die mediale Berichterstattung zeigt allerdings, dass die gesamte Vorlage sehr umstritten bleibt, und aufgrund der zwischenzeitlichen Entwicklungen (Schweiz auf „grauer Liste“ der Europäischen Union) ist ebenfalls erkennbar, dass die Kirchenanliegen steuerpolitisch gesehen ein Randthema sind. Ob der Bundesrat die Kirchenanliegen bei der Ausarbeitung der Botschaft dennoch berücksichtigt, bleibt abzuwarten. Nach Vorliegen der Botschaft des Bundesrates wird zu prüfen sein, ob die Kirchen sich an der Diskussion um die Ausgestaltung der Reform auf nationaler Ebene beteiligen oder sich darauf beschränken, ihre Anliegen in jenen Kantonen zur Geltung zu bringen, wo sie sich auf die Erträge der Kirchen auswirkt.

Links



Sich für das Wohl der Schwachen einsetzen

Vernehmlassungsantwort der öffentlich-rechtlich anerkannten Kirchen zur Steuerreform 17

Die Reform der Unternehmenssteuern hat Auswirkungen auf das Gemeinwohl und betrifft in vielen Kantonen auch die Kirchgemeinden. Denn tiefere Erträge aus den Kirchensteuern von Unternehmen schränken deren Möglichkeiten ein, sich für das Wohl der Schwachen einzusetzen. Dies rufen die evangelisch-reformierte, die christkatholische und römisch-katholische Kirche in ihrer Vernehmlassungsantwort zur Steuerreform 17 in Erinnerung.

Grundsätzlich befürworten die Kirchen die eingeschlagene Richtung. Sie ermöglicht die Schaffung attraktiver Standortangebote für Unternehmen und schiebt gleichzeitig Riegel vor, damit die vorgeschlagenen Instrumente nicht auf Kosten des Gemeinwohls ausgenutzt werden. Zudem berücksichtigt die neue Vorlage des Bundesrates die Auswirkungen auf Städte und Gemeinden besser als die Unternehmenssteuerreform III.

In zwei Punkten schlagen die Kirchen jedoch Änderungen vor:

  • Erstens soll der Kantonsanteil an der direkten Bundessteuer erhöht werden. Nur so erhalten die Kantone den nötigen Spielraum für die Berücksichtigung der Städte, Gemeinden und Kirchgemeinden beim Ausgleich der Ertragsrückgänge.
  • Zweitens soll das Gesetz nicht nur dazu auffordern, bei der Umsetzung der Reform die Städte und Gemeinden zu berücksichtigen. Explizit sollen auch «die Finanzierung von dem Gemeinwohl dienenden Aufgaben» sowie die «Kirchgemeinden» erwähnt werden. 

Im Begleitschreiben erinnern die Kirchen an die Präambel der Bundesverfassung, gemäss der das staatliche Handeln sich am «Wohl der Schwachen» ausrichten soll, sowie an die besondere Bedeutung der kantonalen und der kommunalen Ebene für das soziale Engagement und für die Kirchenfinanzierung. Dem soll die Reform der Unternehmenssteuern Rechnung tragen.

Unterschrieben ist die Stellungnahme vom Ratspräsidenten des Evangelischen Kirchenbundes, Gottfried Locher, vom Bischof der Christkatholischen Kirche, Harald Rein, vom Präsidenten der Schweizer Bischofskonferenz, Charles Morerod, und vom Präsidenten der Römisch-Katholischen Zentralkonferenz, Luc Humbel.

Vernehmlassungsantwort
Begleitschreiben Vernehmlassung

Weitere Auskünfte erteilen



Sollen Unternehmen Kirchensteuern zahlen?

Eine Gegenüberstellung zweier Positionen

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Stichwort: FAKIR

«FAKIR» ist die Abkürzung für «Finanzanalyse Kirchen und Religionsgemeinschaften».

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