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Gemeinsam für eine starke Präsenz der Seelsorge im Gesundheitswesen

Medienmitteilung Kompetenzzentrums Seelsorge im Gesundheitswesen (KSiG) vom 22. Januar 2026

Die Kirchen stärken die Seelsorge im Gesundheitswesen neu und gemeinsam: Am 19. Januar 2026 fand in Bern die erste nationale Konferenz des neu gegründeten Kompetenzzentrums Seelsorge im Gesundheitswesen (KSiG) statt. Rund 80 Fachpersonen aus Kirchen, Religionsgemeinschaften, Berufsverband, Weiterbildung und Praxis diskutierten, wie Seelsorge als professioneller Bestandteil einer ganzheitlichen Gesundheitsversorgung unter wachsendem Kostendruck und gesellschaftlicher Vielfalt langfristig gesichert werden kann.

Mit dem Start des KSiG am 1. September 2025 bündeln die Evangelisch-reformierte Kirche Schweiz, die Schweizer Bischofskonferenz und die Römisch-Katholische Zentralkonferenz ihre Kräfte auf nationaler Ebene. Die Co-Präsidentinnen des Steuerungsausschusses, Catherine Berger und Sabine Stalder, betonten den Meilensteincharakter dieses Schritts: Erstmals übernehmen die Kirchen gemeinsam Verantwortung für ein zentrales gesellschaftliches Handlungsfeld – dort, wo Menschen in Krankheit, Krise und am Lebensende Begleitung und Orientierung suchen, unabhängig von religiöser Zugehörigkeit.

Das Kompetenzzentrum versteht sich als Plattform, Stimme und Ressource. Es setzt sich für gute Rahmenbedingungen der Seelsorge im Gesundheitswesen ein, erarbeitet Entscheidungsgrundlagen für die Kirchen und fördert den Dialog mit Akteuren aus Gesundheitswesen, Politik und Gesellschaft. Ziel ist nicht institutionelle Selbstsicherung, sondern die nachhaltige Verankerung des Werts der Seelsorge im Dienst am Menschen.

Im geschäftlichen Teil wurde das Budget 2026 in der Höhe von CHF 180’000 vorgestellt. Die Finanzierung erfolgt zu 40 Prozent durch die Evangelisch-reformierte Kirche Schweiz und zu 60 Prozent durch die Römisch-Katholische Zentralkonferenz. Schwerpunkte bilden Interessenvertretung, Vernetzung, Arbeitsgruppen sowie nationale Austauschformate.

Ein inhaltlicher Akzent der Konferenz war das Referat von Nationalrätin Ursula Zybach zu den aktuellen Herausforderungen des Schweizer Gesundheitswesens. Sie beschrieb ein leistungsfähiges, aber zunehmend überlastetes System und hob hervor, dass chronische Erkrankungen, psychische Belastungen und die Situation am Lebensende langfristige Begleitung erfordern. Seelsorge könne hier eine wichtige Rolle spielen – an Übergängen, in ambivalenten Entscheidungssituationen und auch in der Unterstützung von belastetem Gesundheitspersonal.

Praxisbeispiele aus allen Sprachregionen der Schweiz zeigten die grosse Vielfalt der Seelsorge im Gesundheitswesen: von ambulanter Begleitung über ökumenische und multireligiöse Teams bis hin zu kantonalen und interkantonalen Modellen. Deutlich wurde der Bedarf nach nationaler Koordination, klaren Qualitätsstandards und einer Stärkung ambulanter Angebote.

Die Konferenz markierte den Auftakt eines gemeinsamen Weges. Das KSiG wird die gewonnenen Erkenntnisse bündeln und weiterentwickeln – ökumenisch, mehrsprachig und vernetzt.

Die nächste nationale Konferenz des Kompetenzzentrums Seelsorge im Gesundheitswesen findet am Freitag, 30. Oktober 2026, in Luzern statt.