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«Wir haben auch kirchenintern eine Scheu, über den Glauben zu sprechen»

Interview mit Daniel Kosch zum «Mission Manifest» auf kath.ch

Im Rahmen einer Tagung zum «Mission Manifest» (MM) hat Daniel Kosch, Generalsekretär der RKZ, zehn Anregungen zur Diskussion verfasst. Im Interview mit kath.ch erklärt er, wo das MM ihn herausfordert und in welchen Bereichen es vertieft werden müsste.

Zum Interview auf kath.ch →



Wer ist eigentlich Dominique Pittet (GE)?

Porträt über einen RKZ-Delegierten

Herr Pittet, seit genau 10 Jahren sind Sie Generalsekretär der Eglise catholique romaine à Genève (ECR-Genève). Wie hat sich die Katholische Kirche im Kanton Genf seit Ihrem Antritt verändert und wo sehen Sie ihre Stärken?

Seit meinem Amtsantritt hat sich die römisch-katholische Kirche in Genf (ECR-Genève) als Institution kaum verändert, ihre finanzielle Situation ein wenig. Trotz finanziellen Schwierigkeiten konnte die ECR-Genève vor allem ihre Präsenz gegenüber den Schwächsten verstärken. Ohne unsere Dienstleistungen gegenüber den Pfarreien zu vernachlässigen, haben wir eine Seelsorgestelle für Randständigen aufgebaut, um dort präsent zu sein, wo der Staat keine Hilfe mehr anbietet. Zudem haben wichtige Entscheidungen die finanzielle Sicherheit verbessert.

Was steht im nächsten Jahr besonders gross in der Agenda der ECR-Genève?

Die wichtigsten Ereignisse im kommenden Jahr sind sicher unsere Kampagne an Ostern, das Filmfestival «Il est une foi» mit dem Thema «SpirituElleS», bei welchem es um die Rolle der Frauen in der Kirche geht, oder eine Podiumsdiskussion an welcher u.a. die erste französische Rabbinerin, Pauline Bebe, und Christine Pedotti, Journalistin und Mitbegründerin der Conférence catholique des baptisé-e-s francophones (CCBF), teilnehmen werden. Hinzu kommt die Umsetzung der neuen visuellen Identität der ECR-Genève.

Im Kanton Genf sind Kirche und Staat getrennt, weshalb keine Kirchensteuern erhoben und keinerlei Staatsbeiträge entrichtet werden. Wie finanziert sich die ECR-Genève?

Die Finanzierung der ECR-Genève basiert auf fünf Säulen: 1. Mehrere Spendenaufrufe pro Jahr, bei welchen der Beitrag der ECR-Genève an die Allgemeinheit im Vordergrund steht. 2. Eine gewinnbringende Bewirtschaftung der kirchlichen Immobilien zur Erzielung eines nachhaltigen Einkommens. 3. Die bessere Bewirtschaftung des Anlagevermögens, als wesentlichen Beitrag für eine ausgeglichene Rechnung. 4. Die Sensibilisierung der Pfarreien im Umgang mit ihren finanziellen Mitteln, wobei die ECR-Genève die Löhne der Priester und angestellten Laien finanziert. 5. Die Freiwilligen, die im Dienst der katholischen Kirchen unseren Glauben unentgeltlich bekannt machen.

Und was sind bei dieser Art von Kirchenfinanzierung die grössten Herausforderungen für die ECR-Genève und ihren Generalsekretär?

Für die römisch-katholische Kirche in Genf besteht die grösste Herausforderung darin, ihre Dienstleistungen zu Gunsten der Gesellschaft auch künftig im bisherigen Umfang bereitzustellen. Damit das gelingt, dürfen unsere Spendeeinnahmen, welche 60% unserer Einkünfte ausmachen, nicht weiter sinken. Wie andere gemeinnützige Organisationen, spürt auch die ECR-Genève einen Spendenrückgang. Verstärken müssen wir unser Engagement mit Blick auf Erbschaften und Legate.

In Ihrer Funktion als Generalsekretär der ECR-Genève sind Sie Delegierter in der RKZ. Wie hat sich die RKZ aus Ihrer Sicht in den letzten 10 Jahren verändert und wo sehen Sie die Stärken der heutigen RKZ?

Aufgrund des zunehmenden Kostendrucks bei der Mehrheit der kantonalkirchlichen Organisationen spüre ich bei den Delegierten eine deutliche Veränderung bei der Einstellung bezüglich der wiederkehrenden Erhöhungen der RKZ Zielsumme. Früher standen wir meistens alleine da, wenn wir uns aufgrund unserer finanziellen Schwierigkeiten gegen eine Erhöhung der RKZ Zielsumme aussprachen. Mit den zunehmenden Kirchenaustritten und der damit verbundenen Gefahr geringerer Steuereinnahmen, plädieren auch andere kantonalkirchliche Organisationen dafür, neue Ausgaben durch Einsparungen an anderer Stelle zu kompensieren.

Weiter hervorheben möchte ich das bessere Verhältnis zwischen SBK und RKZ. Im dualen System ist es wichtig, dass jede Partei in seinem eigenen Tätigkeitsbereich und seiner eigenen Verantwortung respektiert wird.

Von 2014-2017 waren Sie zudem Mitglied der Finanzkommission der RKZ. Wo sehen Sie die künftig die grossen Herausforderungen in der Finanzierung der RKZ bzw. der nationalen Ebene?

Im Mittelpunkt stehen die Kirchensteuern und die Fähigkeit der RKZ, nicht nur ihre Mitglieder zu sensibilisieren, sondern vor allem die Kirchgemeinden, wo die Steuern eingehen. Zwar sind die Kirchensteuern in den letzten Jahren insgesamt um 9% gestiegen, jedoch weder linear noch in allen Kantonen. Zudem wird es in der Zukunft notwendig sein, den Grundsatz neue Ausgaben durch Einsparungen zu kompensieren konsequent anzuwenden, um nicht Gefahr zu laufen, dass einige Mitglieder die finanzielle Solidarität innerhalb der RKZ in Frage stellen. Ein neuer Start?

Eine Finanz- und Fundraisingkommission, Förderung der Marke «RKZ» und Entwicklung der Projektfinanzierung durch Stiftungen und Grossspender.

Wenn Sie einen Wunsch an die Schweizer Bischofskonferenz richten könnten: Was würden Sie sich wünschen?

Die Beziehung zwischen SBK und RKZ hat sich deutlich verbessert. Es besteht eine echte Bereitschaft zur Zusammenarbeit unter Wahrung der gegenseitigen Zuständigkeiten. Ohne den Willen beider Parteien, wäre diese Zusammenarbeitsvereinbarung zwischen SBK und RKZ nutzlos. Man ändert nicht über Nacht seine alten Gewohnheiten, jedoch verändert sich die Gesellschaft in allen Bereichen, da bildet unsere Kirche keine Ausnahme. Mein Wunsch ist es daher, dass die beiden Partner in diesem Wirkungsmechanismus nicht einen Machtverlust sehen, sondern sich daran freuen, gemeinsam Kirche zu gestalten und die ergänzenden Fähigkeiten des Partners zur Geltung zu bringen.

Wenn Sie wählen müssten, was ziehen Sie vor?

mit dem Pedalo um den Lac Leman – mit dem E-Bike durch die Weinregion Genf
«mit dem E-Bike durch die Weinberge»

Ein Fussballspiel im Parc des Princes in Paris – eine Oper im Teatro alla Scala in Mailand
«Oper in der Mailänder Scala»

eine festliche Weihnachtsmesse – einen Jazz-Gottesdienst
«Festliche Weihnachtsmesse»

einen guten Film im Fernsehen – eine spannende Politik-Sendung
«einen guten Film im Fernsehen»

Ferien auf der Insel – eine Reise zu den Spitzbergen
«Ferien auf der Trauminsel»



Basis-Lehrgang Kirchenmanagement 2019/2020

Vorankündigung Kursauschreibung

In Zusammenarbeit mit dem Verbandsmanagement Institut (VMI) der Universität Freiburg bietet die RKZ 2019/2020 wiederum einen Basis-Lehrgang «Kirchenmanagement» an. Der Kurs richtet sich an Personen, die in kirchlichen oder staats-kirchenrechtlichen Strukturen Führungsaufgaben wahrnehmen. Er wird 2019/20 bereits zum siebten Mal ausgeschrieben und vermittelt theoretische und praktische Kenntnisse eines modernen Managements, das an die Bedürfnisse der Kirche angepasst ist.

Der zweiteilige Basis-Lehrgang 2019/2020 findet vom 24. bis 26. Oktober 2019 und vom 23. bis 25. Januar 2020 statt.

Voranmeldung unter: info(at)rkz.ch



Kirche S. Maria degli Angeli, Lavertezzo (TI)

Geldsorgen der Tessiner Katholiken

Beitrag im «Echo der Zeit» vom 7. Dezember 2018 auf Radio SRF 1

In ihrem Beitrag im «Echo der Zeit» geht die Tessiner SRF Korrespondentin Karoline Thürkauf den Geldsorgen der katholischen Kirche im Tessin auf den Grund. Neben dem Kirchenpräsidenten von Viganello und dem Generalvikar des Bistums Lugano, nimmt auch Daniel Kosch, Generalsekretär der RKZ, dazu Stellung.



© Susanne Goldschmid

Religion im Rechtsstaat - Von der Neutralität zur Toleranz?

Von der RKZ mitgetragene Veranstaltung im Polit-Forum Bern vom 3. Dezember 2018

Mehr als hundert Personen nahmen am 3. Dezember an einer Veranstaltung im Politforum Bern teil, die sich aktuellen religionspolitischen und religionsrechtlichen widmete. Im Zentrum stand ein Referat von Prof. Markus Müller (Universität Bern). Er erläuterte die brisanten Thesen seines Buches «Religion im Rechtsstaat. Von der Neutralität zur Toleranz»:

  • An die Stelle der «matt und abgebleicht» wirkenden Forderung nach «religiöser Neutralität» soll «religiöse Toleranz als individuelle Grundpflicht und staatliche Handlungsmaxime» treten.
  • Der Staat soll «sich als tiefgreifend christlich-jüdisch geprägt» verstehen, ohne den freiheitlichen Anspruch und das Ziel des religiösen Pluralismus zu gefährden».
  • Die öffentlich-rechtliche Anerkennung macht eine Religionsgemeinschaft zur «staatlichen Einrichtung», weshalb der Staat von öffentlich-rechtlich anerkannten Religionsgemeinschaften verlangen muss, dass sie rechtsstaatliche Grundprinzipien einhalten.
  • Der Staat soll rechtsgleiche und diskriminierungsfreie Anerkennungsverfahren für weitere Religionsgemeinschaften definieren.

Aus unterschiedlichen Perspektiven nahmen Amira Hafner-Al Jabaji (Islamwissenschafterin), Angela Beerlis (christkatholische Theologin), Lorenz Engi (Spezialist für staatliches Religionsrecht) und Christoph Neuhaus (Regierungspräsident Bern) zu diesen Thesen Stellung. Dabei zeigte sich, wie wichtig schon die Klärung der Begriffe ist: Was versteht der Staat unter «Religion» und was schützt er, wenn er die «Religionsfreiheit» schützt? Was heisst «staatliche Anerkennung»? Ist «religiöse Neutralität» überhaupt möglich?

Vorbereitet und moderiert wurde die Veranstaltung von André Flury, Michael Braunschweig und Daniel Kosch. Möglich wurde sie durch die Beteiligung der Kirchen in der Trägerschaft des Käfigturms, namentlich der RKZ und des SEK, aber auch der Berner Landeskirchen und der Stadtkirchgemeinden.

Informationen und eine Aufzeichnung der Veranstaltung sind zugänglich unter: www.polit-forum-bern.ch 



«Five up»

Unterstützung einfach organisiert

Mit «Five up» können freiwillige Engagements einfacher und spontaner organisiert werden. Ob für interne Aktivitäten oder den nächsten Gemeindeanlass – über eine App stehen alle Beteiligten miteinander in Kontakt. Praktisch, einfach, überall.

Die App wird aktuell gemeinsam mit Organisationen und Privatpersonen aus verschiedenen Einsatzbereichen getestet und weiterentwickelt. Die RKZ unterstützt dieses Startup in der Verbreitung ihrer App. Jetzt anmelden und die App unverbindlich ausprobieren!

Mehr erfahren →



Ich bin besorgt...

Eingangsstatement von Luc Humbel anlässlich der Plenarversammlung der RKZ vom 30.11/1.12 2018 in Zürich

Sie alle wissen, dass wir uns in der RKZ im wahrsten Sinne des Wortes um vieles sorgen. Immer geht es darum, kirchliches Leben und Wirken zu ermöglichen und zu fördern. Mit diesem Engagement sind wir nie alleine unterwegs. Es wird ermöglicht durch die Mitglieder der Kirche, welche bereit sind, dafür Steuern zu zahlen oder Beiträge zu leisten. Weiter sind wir im dualen System im Einvernehmen mit den pastoral Verantwortlichen der Kirche in der Schweiz unterwegs. Dass um dieses Einvernehmen immer wieder gerungen werden muss, macht mir auch Sorgen, doch dies steht nicht im Vordergrund, weil mich in diesen Wochen andere Ereignisse in unserer Kirche viel stärker mit Sorge erfüllen.

… aufgrund des Ausmasses der Missbräuche

Ich bin besorgt aufgrund des Ausmasses der Missbräuche, welche von Priestern, Ordensleuten und kirchlichen Institutionen in den vergangenen Jahrzehnten begangen worden sind. Es ist notwendig und gut, dass wir diese massiven Verfehlungen benennen und alles tun, was in unserer Macht liegt, um Versöhnung zu ermöglichen. Dieser Weg ist für alle steinig. Wenn wir glaubwürdig unterwegs sein wollen, müssen wir diesen steinigen Weg gehen, ungeachtet der Kräfte, die er von uns allen abverlangt. Es besorgt mich, dass es noch mehr Geld für die Genugtuungsleistungen braucht, weil die Anzahl der verjährten, von den Opfern bisher nicht thematisierten Missbräuche weit höher ist als vermutet. Dieses Geld steht den Opfern zu; es wird aber auch fehlen, um anderweitig für die Menschen Unterstützung leisten zu können. Noch mehr beunruhigt mich, dass bei der Bewältigung dieser Glaubwürdigkeitskrise in der Kirche Singularinteressen eine ganzheitliche und rechtsgleiche Lösung infrage stellen.

… wegen der Abwendung sechs engagierter Frauen von der Kirche

Ich bin besorgt, weil letzte Woche sechs prominente Frauen sich von der katholischen Kirche öffentlich abgewandt haben. Diesen Entscheid verkündeten die beiden früheren Nationalrätinnen Cécile Bühlmann (gp., Luzern) und Ruth-Gaby Vermot (sp., Solothurn), die ehemalige grüne Zürcher Stadträtin Monika Stocker, die beiden Theologinnen Regula Strobel und Doris Strahm sowie Anne-Marie Holenstein, die frühere Direktorin des katholischen Hilfswerks Fastenopfer. Obwohl wir Austritte gewohnt sind, schockiert mich diese Nachricht. Es handelt sich samt und sonders um kirchlich engagierte Persönlichkeiten, welche in ihrem Leben pointiert für unsere Werte und spezifisch für die Ärmeren der Gesellschaft eingetreten sind. Ich durfte dies persönlich erfahren. Diese Frauen haben ihren Schritt damit begründet, dass die Frauenfeindlichkeit in der römisch-katholischen Klerikerkirche seit Jahrhunderten System habe. Diese Frauen anerkennen wohl, dass es in der Folge des Zweiten Vatikanischen Konzils in den 1960er-Jahren gewisse Reformen in der Kirche gegeben hat, und auch, dass Papst Franziskus gegenüber Geschiedenen oder Homosexuellen mildere Töne hat verlauten lassen. Doch in der Frauenfrage habe es keinen Millimeter Bewegung gegeben. Letzter Auslöser für ihre Entscheidung sei gewesen, dass Papst Franziskus jegliche Abtreibung mit einem bestellten Auftragsmord verglichen habe.

Unterschiedliche Äusserungen von Papst Franziskus zur Abtreibung

Es würde zu kurz greifen, diese Austritte einzig auf die auch aus meiner Sicht undifferenzierte und dadurch unhaltbare Äusserung des Papstes zu reduzieren. Zudem liesse sich dazu anführen, dass gerade dieser Papst im Jahr der Barmherzigkeit sehr differenziert zur Abtreibungsfrage Stellung genommen hat und einer echten Vergebung das Wort geredet hat. Damals äusserte er sich auch explizit zum Dilemma bei Frauen, welche selbst Opfer geworden sind, oder wenn es um die Abwägung von anderem menschlichem Leid geht. Dass längst nicht jede Abtreibung einem solchen Dilemma geschuldet ist, und dass der Papst energisch für den Schutz des werdenden Lebens eintritt, trifft ebenfalls zu.

Gespräche reichen nicht aus …

Es hat mich Anfang diese Woche geärgert, dass die Amtskirche auf diese Rücktritte überhaupt nicht reagiert hat. Auch die Medienmitteilung nach der Vollversammlung der Bischofskonferenz verliert dazu kein Wort. Immerhin kann den Medien entnommen werden, dass sich Vertreter der Bischofskonferenz mit diesen Frauen zum Austausch treffen wollen. Das ist ein guter Ansatz. Dabei kann es aber kein Bewenden haben. Ein solches Treffen alleine gibt keine Antworten an alle Frauen und Männer in unserer Kirche, welche dieselbe Not in Bezug auf den Umgang der Amtskirche mit der Rolle und Stellung der Frau kennen und damit hadern. Es braucht verbindliche Aussagen, wo und wie ernsthaft die römisch-katholische Kirche in der Frauenfrage auf dem Weg ist. Dieser Weg ist auch steinig, schon lange. Wenn aber der Eindruck entsteht, dass dieser Weg in die Sackgasse führt, werden weitere Kirchenmitglieder resignieren, sich abwenden und andere Wege einschlagen.

… gefordert sind Wege, die nicht in die Sackgasse führen …

Deshalb appelliere ich an unsere Bischöfe, in dieser wichtigen Frage für die Kirche Pfadfinder zu sein. Das erfordert, dass man auch im unsicheren Gelände nach sicheren Wegen sucht und die Mitglieder auf diesen Wegen begleitet. Wir sind wohl alle bereit, dafür Kräfte aufzuwenden. Wir sind aber mit vielen unserer Mitchristen und Mitchristinnen nicht gewillt, den Weg in eine Sackgasse zu gehen. Ein Bekenntnis zur Gleichstellung von Frauen und Männern in der Kirche und zu ihrem Recht, auf allen Ebenen mitreden, mittun und mitentscheiden zu können, hätte, wäre es schon früher erfolgt, nicht nur die zuletzt Ausgetretenen vor der für beide Seiten schmerzhaften Abwendung bewahrt.

… ein mutiges Aggiornamento ist an der Zeit

Beim Umgang mit Missbrauchsfällen haben wir gelernt, dass Wegschauen verantwortungslos ist und uns wieder einholt. Setzen wir uns also gemeinsam dafür ein, dass wir die weiterhin bestehenden Probleme in unserer Kirche benennen und konkret angehen. Es ist an der Zeit, auf dem Weg des Aggiornamento mutige Schritte zu tun. Für jeden einzelnen Schritt, den Sie auf kantonaler und wir als RKZ auf schweizerischer Ebene tun, danke ich Ihnen.

Luc Humbel, Präsident der RKZ
Zürich, 1. Dezember 2018



«Auf dem Weg des Aggiornamento mutige Schritte tun»

Medienmitteilung zur Plenarversammlung der RKZ vom 30. November/1.Dezember 2018 in Zürich

Das Ausmass der sexuellen Missbräuche in den vergangenen Jahrzehnten und die Abwendung engagierter Frauen von der Kirche waren für RKZ-Präsident Luc Humbel Anlass für ein eindringliches Statement zur Eröffnung der Plenarversammlung der RKZ. Er schloss mit der Forderung «die weiterhin bestehenden Probleme zu benennen und konkret anzugehen» und «auf dem Weg des Aggiornamento mutige Schritte zu tun». Einen weiteren Akzent setzte die Zürcher Regierungsrätin Jacqueline Fehr mit einem klaren Bekenntnis zur «Bedeutung religiöser Überzeugungen als Grundlage des gesellschaftlichen Zusammenlebens» und zum dualen System. In der Geschäftssitzung wurden Beiträge an kirchliche Institutionen in der Höhe von rund 8,3 Mio. Franken beschlossen.

Medienmitteilung vom 4. Dezember 2018



Mehr Zeit für die Seelsorge

Leitungsassistenz – neue Funktion in der Kirche

ForModula qualifiziert ab sofort für eine neue Aufgabe in der Deutschschweizer Seelsorge: «Leitungsassistentinnen und -assistenten» sollen Pfarrer oder Leitungspersonen vor allem grösserer Seelsorgeeinheiten bei der Administration unterstützen. Das hat die Deutschschweizerische Ordinarienkonferenz (DOK) an ihrer letzten Sitzung beschlossen. Demnach beschreiben zwei Module die kirchliche Standardqualifikation für das neue Tätigkeitsprofil. Das Bildungsangebot richtet sich an Personen, die in der Wirtschaft eine ähnliche Verantwortung getragen haben, aber auch an Pfarreisekretärinnen und -sekretäre, die über Weiterbildungen die nötige Fachkompetenz mitbringen. Ihre Mitarbeit in den komplexen Strukturen macht den Seelsorgenden bestenfalls den Blick wieder freier für das «Eigentliche» im Dienst an den Menschen und dem Evangelium.

Mehr zum Funktionsprofil
Mehr zum Ausbildungskonzept
Mehr zum Modulangebot des TBI

Medienmitteilung Bildungsrat vom 21. November 2018



Photo by Samuel Zeller on Unsplash

Was passiert mit der katholischen Kirche?

Die Kirchenstatistik der Schweiz drängt zu Veränderungen

Die aktuellen Zahlen zur Kirchenstatistik zeigen ein durchwachsenes Bild der katholischen Kirche in der Schweiz. Auf der einen Seite gehören der katholischen Kirche dank des Bevölkerungswachstums über drei Millionen Gläubige an. Auf der anderen Seite zeigt sich jedoch auch, dass sich das Mitgliederverhalten bzw. die Inanspruchnahme kirchlicher Angebote verändert. Diese Beobachtungen fordern die Kirche heraus, Veränderungen nicht nur passiv zu ertragen, sondern aktiv und gestaltend auf sie zu reagieren.

Medienmitteilung Kirchenstatistik SPI vom 15. November 2018

Kirchenstatistik des SPI online →



Wir sind uns einig!

Religionsgemeinschaften fordern mehr Schutz für Flüchtlinge

Die im Schweizerischen Rat der Religionen vertretenen Religionsgemeinschaften fordern ihre Mitglieder mit einer gemeinsamen Erklärung dazu auf, sich stärker für Flüchtlinge zu engagieren. Gleichzeitig appellieren sie an die Adresse des Staates und der Politik, Verantwortung für die Bedürfnisse von Flüchtlingen zu über-nehmen. Beispielsweise mit der Institutionalisierung von Resettlement. Es ist das erste Mal, dass sich Juden, Christen und Muslime gemeinsam zu Flüchtlingsfragen äussern. Diese Erklärung hat somit einmaligen Charakter und bedeutet einen grossen Schritt im interreligiösen Dialog. Unterstützt wird das Projekt vom UNO-Flüchtlingshilfswerk – einem langjährigen Partner engagierter Religionsgemeinschaften weltweit.

Interreligiöse Erklärung zu Flüchtlingsfragen
Flyer 5 Apelle zum Schutz von Flüchtlingen
Medienmitteilung, 7. November 2018
Fotos
SRF Beitrag hören
UNHCR: Fluchtgrund Religion 



Kirchliche Freiwilligenanimation

ForModula Berufsfelderweiterungen

Wer einen Fachausweis von ForModula hat, kann zukünftig auch weitere Aufgaben in der Seelsorge übernehmen. Jugendarbeitende sowie Katechetinnen und Katecheten sollen ihr Berufsfeld auf «Kirchliche Freiwilligenanimation» ausdehnen können. Diese neue Funktion haben die Bischöfe und Generalvikare am 30. Oktober 2018 in der Deutschschweizerischen Ordinarienkonferenz (DOK) auf Antrag des Bildungsrates eingeführt. Je nach Vorbildung vermittelt ForModula mit drei bis fünf Modulen ab 2019 die nötigen Kompetenzen – ergänzt durch den Lehrgang «Freiwilligen-Koordination» des Vereins «benevol».

Mehr zum Funktionsprofil «Kirchliche(r) Freiwilligenanimator(in)»
Mehr zum Modulangebot des TBI

 

 



Dual Stark

Animationsfilm zum dualen System in der katholischen Kirche in der Schweiz