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RKZ beteiligt sich an der Aufarbeitung des sexuellen Missbrauchs in der katholischen Kirche

Medienmitteilung zur Plenarversammlung der RKZ vom 26. Juni 2021

Anlässlich ihrer zweiten Plenarversammlung im Jahr 2021 sprach sich die RKZ für die Beteiligung an verschiedenen Vorhaben aus: Sie trägt die Studie zur Aufarbeitung des sexuellen Missbrauchs in der katholischen Kirche in der Schweiz mit, engagiert sich für den Aufbau einer Koordinationsstelle für die Seelsorge im Gesundheitswesen, bleibt weiterhin in der Trägerschaft des Polit-Forums Bern im Käfigturm und ermöglicht mit finanziellen Beiträgen ein verstärktes Engagement von oeku – Kirchen für die Umwelt in der Romandie sowie die Professionalisierung der Allianz Gleichwürdig Katholisch. Daneben behandelte sie eine Reihe von Finanzgeschäften und befasste sich mit der Zusammenarbeit mit der Schweizer Bischofskonferenz.

Medienmitteilung vom 2. Juli 2021



«Wir brauchen einander»

Begegnung von SBK und RKZ am 8. Juni 2021 in Einsiedeln

Zum ersten Mal trafen sich am 8. Juni 2021 die ganze Schweizer Bischofskonferenz (SBK) und eine zahlenmässig gleich grosse Delegation der Römisch-Katholischen Zentralkonferenz der Schweiz (RKZ).

Die Begegnung fand auf Einladung der SBK im Kloster Einsiedeln statt und stand im Zusammenhang mit dem Thema «Gemeinsam auf dem Weg für die Erneuerung der Kirche». Hauptthemen waren die Zusammenarbeit zwischen SBK und RKZ und die Frage nach gemeinsamen Perspektiven für eine gesellschaftlich präsente Kirche von morgen. Die Gespräche brachten viel Gemeinsames zu Tage. So hielt Stefan Müller (RKZ) in der Schlussrunde fest «Alles Wesentliche haben wir gemeinsam». Und Bischof Jean-Marie Lovey (SBK) zeigte sich erfreut, wie deutlich der «gemeinsame Wunsch, den Menschen und dem Evangelium zu dienen» spürbar geworden sei.

«Keine Kirchenregierung der Schweiz»

Der Blick auf das Gemeinsame förderte zugleich auch die unterschiedlichen Funktionsweisen der beiden Organisationen zu Tage. In seinem Statement zum Selbstverständnis der SBK hielt Präsident Bischof Felix Gmür fest, es handle sich «nicht um eine Kirchenregierung der Schweiz», sondern um eine «Plattform der Diözesanbischöfe, Territorialäbte und Weihbischöfe». Im Zentrum der SBK steht der «brüderliche Austausch». Erst in zweiter Linie geht es um die Wahrnehmung von Aufgaben, die alle Diözesen und die ganze Gesellschaft betreffen, z.B. bioethische Themen. Die Autonomie der einzelnen Bischöfe bleibt unangetastet. Die SBK stehe mit unterschiedlichen Partnern im Austausch, unter denen die RKZ der wichtigste sei.

«Höchste Zeit für ein Treffen mit der gesamten SBK»

Der Vorstellung der RKZ durch ihre Präsidentin, Renata Asal-Steger, war zu entnehmen, dass es sich um eine Organisation handelt, die in demokratischen Prozessen Entscheidungen über gesamtschweizerische Belange der katholischen Kirche herbeiführt. Die Zusammenarbeit mit der SBK ist für die RKZ zentral und so ist es «50 Jahre nach der Gründung der RKZ im Jahr 1971 höchste Zeit für ein Treffen mit der gesamten SBK».

«Um Lösungen ringen und auch die Perspektive des anderen berücksichtigen»

In der Diskussion zum Thema «Zusammenarbeit» zielten viele Beiträge auf das Grundverständnis der Zusammenarbeit: Nicht die Institutionen sollen im Zentrum stehen, sondern der gemeinsame Fokus auf das «Wohl des gesamten Volkes Gottes». Und in der Gremienarbeit ist beides im Auge zu behalten: Dass die Mitglieder von SBK und RKZ sich einerseits als Vertretungen ihrer Institutionen und anderseits als Getaufte begegnen. In der Zusammenarbeit agieren die RKZ‑Delegierten deshalb nicht nur als «Finanzierer» und die Bischöfe nicht nur als «Sakramentenspender». Vielmehr bieten die unterschiedlichen Schwerpunkte die bereichernde Chance, ein Thema auch aus der Perspektive des anderen zu betrachten.

Es ist im offenen Austausch anzustreben, um gemeinsam verantwortete Lösungen zu ringen und «Schulter an Schulter» für das Gemeinsame einzutreten, wie es Thomas M. Bergamin (RKZ) formulierte. Dennoch lassen sich Differenzen und Dissens nicht immer vermeiden, weder innerhalb der eigenen Organisation, noch zwischen SBK und RKZ. Wichtig ist es dann, diese rechtzeitig anzusprechen und zu klären, wie man damit umgehen will.

Zur Sprache kam auch die Notwendigkeit von «Begrenzungen». Es gilt, sich mit den vorhandenen Kräften auf das auf gesamtschweizerischer und sprachregionaler Ebene gemeinsam Machbare zu fokussieren. Und es gilt anzuerkennen, dass vieles, was für die Kirche wichtig ist, auf Ebene von SBK und RKZ weder machbar noch verfügbar ist.

Gemeinsame Perspektiven für die Kirche von morgen

Im Vorfeld der Begegnung hatten SBK und RKZ sich verständigt, im Zusammenhang mit dem breiten Thema «Erneuerung der Kirche» nur eine Frage zu thematisieren, nämlich: Welche strategischen Herausforderungen bearbeiten SBK und RKZ gemeinsam, damit die katholische Kirche auf gesamtschweizerischer Ebene auch in Zukunft eine gesellschaftlich relevante Akteurin und Stimme ist?

In den Rückmeldungen aus den Arbeitsgruppen dominierten zwei Aspekte: Der Glaubwürdigkeits- und Relevanzverlust auf der einen Seite. Die Forderung, dem Evangelium in der Welt von heute den Vorrang zu geben, auf der anderen. Dabei betonte Erwin Tanner, Generalsekretär der SBK, wie wichtig es ist, die «Sprachlosigkeit» zu überwinden und «von der Ich-Kultur zur Gottes-Kultur» zu gelangen. Daniel Kosch, sein Gegenüber in der RKZ, unterstrich «Dem Evangelium den Vorrang zu geben, heisst auch, in sich widersprüchliche Haltungen – etwa im Verhältnis zu den Menschenrechten und zur Gleichwürdigkeit aller Kinder Gottes – zu überwinden».

«Viele Fragen bleiben offen»

In der Auswertung des Tages überwogen die Stimmen, die mit einer gewissen Überraschung und Erleichterung festhielten, dass SBK und RKZ viele Grundüberzeugungen und Anliegen teilen. Besonders jene, die nicht in gemeinsamen Gremien mitarbeiten, betonten den Wert der Begegnung und des persönlichen Austauschs. Er schafft nicht nur eine gemeinsame Basis, sondern kann auch helfen, mit Meinungsdifferenzen umzugehen. Dass es durchaus unterschiedliche Sichtweisen gibt, zeigten verschiedene Wortmeldungen zum Umgang mit der Missbrauchsthematik, zur spezifischen Rolle der RKZ im kirchlichen Gesamtgefüge, zum genaueren Verständnis der oft gewünschten «Augenhöhe» zwischen SBK und RKZ, sowie zur Zukunft des dualen Systems in einer sich verändernden Gesellschaft
oder zum Kirchenbild. Allerdings wurde auch sichtbar, dass die Auffassungen – auch zur Frage, woher die «Erneuerung» in der Kirche kommt und welche Erneuerung wünschbar ist – keineswegs nur zwischen SBK und RKZ, sondern auch innerhalb ihrer selbst unterschiedlich sind.

Ein kleiner und zugleich wichtiger Schritt

Das Fassen konkreter Beschlüsse war nicht geplant. Sehr wohl bestehen aber konkrete Vorstellungen, wie die Arbeit weitergeht.

  • Rechtliche Grundlage für die Zusammenarbeit von SBK und RKZ ist eine Zusammenarbeitsvereinbarung aus dem Jahr 2015. Eine kleine Arbeitsgruppe und dann der Kooperationsrat als wichtigstes Gremium für das Miteinander von SBK und RKZ werden auswerten, wie es um die Umsetzung dieser Vereinbarung steht, und unterschiedliche Auffassungen zur Bedeutung einzelner Bestimmungen erörtern.
  • Die verschiedenen, teils seit Jahrzehnten bestehenden gemeinsamen Gremien im Bereich der Mitfinanzierung SBK-RKZ werden prüfen, wie sie ihre Arbeitsweise anpassen können, um den wirklichen Austausch zu stärken und den strategischen Fragen mehr Raum und Gewicht zu geben. Sie sollen noch entschiedener fragen: Wie können wir beim Einsatz der knapper werdenden personellen und finanziellen Ressourcen auf die heutigen Herausforderungen antworten? Und wo müssen wir den Mut haben, Bestehendes aufzugeben oder zu transformieren?

Passend zum «Gemeinsamen Weg für die Erneuerung der Kirche» bezeichneten viele die erste derartige Begegnung von SBK und RKZ als einen «Schritt». Unabhängig davon, ob er als «kleiner» oder als «wichtiger» Schritt gewertet wurde, waren alle sich einig: Es ist weder der «erste» noch der «letzte». Der Weg wird weitergehen, «denn wir brauchen einander», wie Bischof Markus Büchel bilanzierte.

Freiburg und Zürich, 11. Juni 2021

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Lichtschenken.ch - Die digitale Gedenkseite der Schweiz

Ökumenische Solidaritätsaktion ruft zum Gedenken, Hoffen, Danken und Verbunden sein auf.

Nach über einem Jahr in der Coronapandemie bekommt zwischen Karsamstag und Pfingstmontag (3. April bis 24. Mai 2021) die schweizweite Solidarität eine Plattform. Gemeinsam lancieren die Evangelisch-reformierte Kirche Schweiz EKS, die Schweizer Bischofskonferenz SBK, die Römisch-Katholische Zentralkonferenz der Schweiz RKZ, die Christkatholische Kirche der Schweiz CKK, die Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen in der Schweiz AGCK und die Schweizerische Evangelische Allianz SEA dafür die dreisprachige Gedenkseite Lichtschenken.ch. Deren Herzstück ist eine Schweizerkarte, die durch Lichter des Gedenkens, der Hoffnung, des Dankes und der Verbundenheit nach und nach erstrahlen soll. Alle Menschen sind eingeladen, hier Gedanken, Grüsse und Botschaften verbunden mit einem Licht zu teilen. Dieses leuchtet dann im jeweiligen Wohnkanton und kann sogar weiterversendet werden.

Materialien zu Lichtschenken.ch

Medienmitteilung
Flyer Lichtschenken
Lichtschenken – Schweizerkarte – Streichholzschachtel
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Lichtschenken Visual 640x360



Kommunikationsfähigkeit als zentrale Herausforderung

Medienmitteilung zur Plenarversammlung der RKZ vom 20. März 2021

Die zum zweiten Mal online durchgeführte Plenarversammlung der Römisch-Katholischen Zentralkonferenz vom 20. März 2021 fand am Ende einer kirchenpolitisch spannenden und spannungsvollen Woche statt.

Medienmitteilung vom 25. März 2021



Für ein vermehrtes Miteinander auf dem Weg zu einer interkulturellen Pastoral

Medienmitteilung zum Gesamtkonzept Migrationspastoral vom 14. Dezember 2020

Die 110 anderssprachigen Missionen und Seelsorgestellen der katholischen Kirche der Schweiz leisten einen erheblichen Beitrag zur kirchlichen und gesellschaftlichen Integration der Migrantinnen und Migranten sowie Menschen unterwegs. Mit dem Gesamtkonzept Migrationspastoral soll künftig das Verständnis der Kirche als Gemeinschaft in Vielfalt erweitert werden.

Dokumente:



Abstimmungsdebatte zur Konzernverantwortungsinitiative

Gemeinsame Erklärung von SBK und RKZ

Die Abstimmungsdebatte zur Konzernverantwortungsinitiative und die Positionsbezüge von Kirchenvertretern haben in- und ausserhalb der Kirchen zu Diskussionen geführt. Eine vom Präsidenten der Schweizer Bischofskonferenz und von der Präsidentin der RKZ unterzeichnete Erklärung äussert sich zur Notwendigkeit der Aufarbeitung dieser Auseinandersetzungen und distanziert sich von einem historischen Rückgriff auf kath.ch, der die Ablehnung der Initiative mit dem Holocaust in Verbindung brachte. Zugleich hält die Erklärung fest, dass die Kirchen als gesellschaftliche Akteure auch in Zukunft ihre Kernanliegen in die politischen Debatten einbringen werden.

Medienmitteilung vom 4. Dezember 2020



Beschlussfähig – auch in Zeiten von Corona und Videokonferenzen

Medienmitteilung zur Plenarversammlung der RKZ vom 28. November 2020

Erstmals in der Geschichte fasste die Plenarversammlung der RKZ ihre Beschlüsse im Rahmen einer Videokonferenz. Neben der Corona-Pandemie sorgten auch die neuesten Austrittszahlen und die Ereignisse im Bistum Chur für Besorgnis. Umso entschiedener stellten die Delegierten das «partnerschaftliche Miteinander» mit der Bischofskonferenz ins Zentrum der Strategie der RKZ 2020–2023. Denn der gemeinsame Weg der Erneuerung ist wichtiger denn je. Diese Dynamik kommt auch im Claim für das 50-Jahr-Jubiläum der RKZ im Jahr 2021 zum Ausdruck. Er lautet: «Miteinander. Vorwärts».

Medienmitteilung vom 3. Dezember 2020



Unterbrechen, aufbrechen, ausbrechen – Anstösse auf dem Weg zu einer glaubwürdigen Kirche

Medienmitteilung zum RKZ Fokus vom 14. September 2020.

Offener und bescheidener, politischer, mit gleichberechtigten Frauen, kohärent im Sein und im Handeln – so sieht die Kirche morgen aus, wenn über Nacht ein Wunder geschieht. Mit Stimmen aus der ganzen Schweiz lud die RKZ ihre Gäste am jährlichen nationalen Anlass zur Spurensuche für die Erneuerung ein. «Weltweite Mutausbrüche» wünschte sich RKZ-Vizepräsident Roland Loos und lancierte damit das Leitmotiv, das alle Mitwirkenden aus ganz unterschiedlichen Perspektiven bekräftigten: Mut zu radikalen Veränderungen – kleinen und grossen.

Medienmitteilung vom 29. September 2020

Videos zum Anlass «Wenn über Nacht ein Wunder geschieht»



Auf dem Weg zu einer solidarischen, glaubwürdigen und vielfältigen Kirche

Medienmitteilung zur Plenarversammlung der RKZ vom 20. Juni 2020 in Zürich

Corona-bedingt trat die RKZ dieses Jahr nicht schon im März, sondern erst im Juni zu einer Plenarversammlung zusammen. Entsprechend zahlreich waren die Traktanden. «Es stehen wichtige Weichenstellungen an, die weit über finanzielle Fragen hinausgehen», hielt RKZ-Präsidentin Renata Asal-Steger in ihrer Begrüssung fest. Zudem standen auch der Weg zu einer interkulturellen Pastoral und zu einer Erneuerung der Kirche zur Diskussion.

Medienmitteilung vom 25. Juni 2020



Mit Renata Asal-Steger übernimmt eine Frau das Präsidium der RKZ

Medienmitteilung zur Plenarversammlung der RKZ vom 29./30. November 2019 in Zürich

Zwei Höhepunkte prägten die letzte Plenarversammlung der RKZ in der Amtsdauer 2018-2019: Die Aufnahme der Schwyzer Kantonalkirche und die Wahl von Renata Asal-Steger zur Präsidentin der Zentralkonferenz. Daneben gaben weitere wichtige Geschäfte zu reden: Der «Gemeinsame Weg zur Erneuerung der Kirche», die Erneuerungswahlen für sämtliche Gremien, die Revision des Schlüssels für die RKZ-Beiträge, der Abschluss von Leistungsvereinbarungen und teils kontroverse Finanzentscheidungen.

Medienmitteilung vom 3. Dezember 2019



Nicht ohne Einvernehmen - die Chancen des dualen Systems nutzen

Medienmitteilung und Video zum RKZ Fokus vom 9. September 2019

Die Einzigartigkeit der katholischen Kirche in der Schweiz ist hierzulande vielen – auch Katholikinnen und Katholiken – nicht bewusst: Zwei Seiten tragen gemeinsam die Verantwortung, die pastorale und die staatskirchenrechtliche. Der jährliche nationale Anlass der RKZ beleuchtete die Chancen und Spannungsfelder des dualen Systems aus unterschiedlichen Perspektiven. Nicht weniger als eine Revolution sei nötig, bilanzierte Philippe Eckert, der designierte Direktor des Universitätsspitals Lausanne CHUV. Nur so sei es möglich, eine dual aufgebaute Organisation zu gemeinsamem Handeln zu bringen. Der Präsident der Bischofskonferenz, Bischof Felix Gmür, und der RKZ-Präsident Luc Humbel zeigten beide auf, dass wohl genau das in der katholischen Kirche nötig ist.

Medienmitteilung vom 24. September 2019

Filmischer Zusammenschnitt des RKZ Fokus 2019

www.rkz.ch/zusammenspiel



Synodaler Weg: RKZ begrüsst die Absicht der Bischofskonferenz

Medienmitteilung zur Plenarversammlung der RKZ vom 21./22. Juni 2019 in La Chaux-de-Fonds (NE)

An ihrer Juni-Plenarversammlung befasste sich die RKZ mit dem Beschluss der Bischofskonferenz, einen synodalen Prozess einzuleiten. Zudem entschied sie, die Mittel für die schweizerischen Aufgaben der Kirche um 2% zu erhöhen. Mit Spannung wird der Ausgang der Volksabstimmung über den RKZ-Beitritt der Schwyzer Katholiken am 30. Juni 2019 erwartet.

Medienmitteilung vom 27. Juni 2019



Bild von JIN.JAE LEE auf Pixabay

Einzeln sind wir Steinchen – gemeinsam ein farbenfrohes Mosaik

Medienmitteilung zur Plenarversammlung der RKZ vom 22./23. März 2019 in Luzern.

Anerkennende Worte von Bischof Felix Gmür, Präsident der SBK, ein positives Rechnungsergebnis, eine differenzierte Bestandesaufnahme zur Situation der Migrantenpastoral und die Wahl der Zürcher Synodalratspräsidentin Franziska Driessen-Reding ins Präsidium der RKZ gehören zu den erfreulichen Ergebnissen der ersten Plenarversammlung der RKZ in diesem Jahr. Trotz dieser Pluspunkte traf RKZ-Präsident Luc Humbel die Stimmung der Delegierten, indem er festhielt, dass «unsere Besorgnis seit der letzten Plenarversammlung nicht abgenommen hat». Auch Bischof Felix Gmür sprach von der «Kirche im Gegenwind». Und Bernd Nilles, Geschäftsleiter des Hilfswerks Fastenopfer, fragte mit Papst Franziskus: «Hören wir den Schrei der Erde und der Armen?»

Medienmitteilung vom 27. März 2019



Chance Migrationspastoral

Medienmitteilung vom 25. März 2019 zum Bericht «Migrantenpastoral in der Schweiz. Auswertung einer Erhebung der Ist-Situation und ihrer Beurteilung».

Rund ein Drittel der Mitglieder der katholischen Kirche in der Schweiz haben Migrationshintergrund und prägen das kirchliche Leben auf unterschiedlichste Art mit. Um der Mehrsprachigkeit und der kulturellen Vielfalt Rechnung zu tragen, stehen etwa 110 Missionen oder Seelsorgestellen für ihre pastorale Betreuung zur Verfügung. Jährlich werden rund 21'000 Gottesdienste in über 20 Fremdsprachen und Riten gefeiert. Die der Migrationspastoral zugewiesenen finanziellen Mittel belaufen sich auf rund 35 Millionen Franken jährlich.

Diese und viele andere Zahlen, Daten und Informationen enthält der Bericht «Migrantenpastoral in der Schweiz», der nach seiner Beratung durch die Schweizer Bischofskonferenz (SBK) und die Römisch-Katholische Zentralkonferenz (RKZ) der interessierten Öffentlichkeit zugänglich gemacht wird. Entstanden ist der Bericht im Rahmen eines gemeinsamen Projektes von SBK und RKZ zur Zukunft der Migrantenpastoral. Er analysiert die Ist-Situation und zieht daraus Schlussfolgerungen für folgende zentrale Fragestellungen:

  • Vielfalt der pastoralen Wirklichkeit: Problem oder Chance?
  • Zukunftsmodelle und Entwicklungspfade der Missionen
  • Sensibilisierung der in der herkömmlichen Seelsorge und in der Migrantenpastoral Tätigen
  • Fokussierung des Auftrags der Dienststelle migratio auf pastorale Aufgaben
  • Stärkung der Subsidiarität in Finanz- und Administrationsaufgaben und gerechtere Verteilung der Mittel.

Verfasst wurde der Bericht von Regula Ruflin und Samuel Wetz (beide socialdesign ag), Patrick Renz (Nationaldirektor migratio, SBK) und Daniel Kosch (Generalsekretär, RKZ). Begleitet wurde ihre Arbeit von einer Steuerungsgruppe. Dieser gehörten Seelsorgende aus der Migrantenpastoral, Mitglieder staatskirchenrechtlicher Behörden, Mitarbeitende von Bistumsleitungen sowie Vertreter von SBK und RKZ. Sie stand unter der Leitung von Bischof Jean-Marie Lovey, der in der SBK für den Bereich Migration zuständig ist.

Angesichts des Weggangs von Patrick Renz per 31. März 2019 und der Tatsache, dass der bisherige Verlauf des Projektes Anpassungen der Planung erforderten, sind SBK und RKZ übereingekommen, die Steuerungsgruppe aufzulösen. Die noch zu klärenden Fragen sollen auf möglichst effiziente Art bearbeitet und der Einbezug der Betroffenen auf andere Weise sichergestellt werden.

Am Ende der letzten Sitzung der Steuergruppe vom 13. März 2019 dankte der zuständige Bischof, Jean-Marie Lovey, allen Beteiligten und insbesondere dem scheidenden Nationaldirektor, Patrick Renz. Aus seiner Sicht sei das wichtigste Ergebnis der geleisteten Arbeit, «bewusst gemacht und aufgezeigt zu haben, dass die Beteiligung vieler Migrantinnen und Migranten am Leben der Kirche in der Schweiz viel zu ihrer Lebendigkeit, ihrer Vielfalt und zur Erfahrbarkeit von Weltkirche vor Ort beiträgt». Bischof Lovey schloss mit den Worten: «Wenn ein vermehrtes Miteinander und wertschätzenderes Nebeneinander von Einheimischen und Zugewanderten gelingt, ist die Migrationspastoral für die katholische Kirche in der Schweiz eine grosse Chance.»

Ruflin, Regula; Wetz, Samuel; Renz, Patrick; Kosch, Daniel (2018). Migrantenpastoral in der Schweiz. Auswertung einer Erhebung der Ist-Situation und ihrer Beurteilung. socialdesign ag im Auftrag des Kooperationsrates von SBK und RKZ, Bern.

Download Bericht



Ich bin besorgt...

Eingangsstatement von Luc Humbel anlässlich der Plenarversammlung der RKZ vom 30.11/1.12 2018 in Zürich

Sie alle wissen, dass wir uns in der RKZ im wahrsten Sinne des Wortes um vieles sorgen. Immer geht es darum, kirchliches Leben und Wirken zu ermöglichen und zu fördern. Mit diesem Engagement sind wir nie alleine unterwegs. Es wird ermöglicht durch die Mitglieder der Kirche, welche bereit sind, dafür Steuern zu zahlen oder Beiträge zu leisten. Weiter sind wir im dualen System im Einvernehmen mit den pastoral Verantwortlichen der Kirche in der Schweiz unterwegs. Dass um dieses Einvernehmen immer wieder gerungen werden muss, macht mir auch Sorgen, doch dies steht nicht im Vordergrund, weil mich in diesen Wochen andere Ereignisse in unserer Kirche viel stärker mit Sorge erfüllen.

… aufgrund des Ausmasses der Missbräuche

Ich bin besorgt aufgrund des Ausmasses der Missbräuche, welche von Priestern, Ordensleuten und kirchlichen Institutionen in den vergangenen Jahrzehnten begangen worden sind. Es ist notwendig und gut, dass wir diese massiven Verfehlungen benennen und alles tun, was in unserer Macht liegt, um Versöhnung zu ermöglichen. Dieser Weg ist für alle steinig. Wenn wir glaubwürdig unterwegs sein wollen, müssen wir diesen steinigen Weg gehen, ungeachtet der Kräfte, die er von uns allen abverlangt. Es besorgt mich, dass es noch mehr Geld für die Genugtuungsleistungen braucht, weil die Anzahl der verjährten, von den Opfern bisher nicht thematisierten Missbräuche weit höher ist als vermutet. Dieses Geld steht den Opfern zu; es wird aber auch fehlen, um anderweitig für die Menschen Unterstützung leisten zu können. Noch mehr beunruhigt mich, dass bei der Bewältigung dieser Glaubwürdigkeitskrise in der Kirche Singularinteressen eine ganzheitliche und rechtsgleiche Lösung infrage stellen.

… wegen der Abwendung sechs engagierter Frauen von der Kirche

Ich bin besorgt, weil letzte Woche sechs prominente Frauen sich von der katholischen Kirche öffentlich abgewandt haben. Diesen Entscheid verkündeten die beiden früheren Nationalrätinnen Cécile Bühlmann (gp., Luzern) und Ruth-Gaby Vermot (sp., Solothurn), die ehemalige grüne Zürcher Stadträtin Monika Stocker, die beiden Theologinnen Regula Strobel und Doris Strahm sowie Anne-Marie Holenstein, die frühere Direktorin des katholischen Hilfswerks Fastenopfer. Obwohl wir Austritte gewohnt sind, schockiert mich diese Nachricht. Es handelt sich samt und sonders um kirchlich engagierte Persönlichkeiten, welche in ihrem Leben pointiert für unsere Werte und spezifisch für die Ärmeren der Gesellschaft eingetreten sind. Ich durfte dies persönlich erfahren. Diese Frauen haben ihren Schritt damit begründet, dass die Frauenfeindlichkeit in der römisch-katholischen Klerikerkirche seit Jahrhunderten System habe. Diese Frauen anerkennen wohl, dass es in der Folge des Zweiten Vatikanischen Konzils in den 1960er-Jahren gewisse Reformen in der Kirche gegeben hat, und auch, dass Papst Franziskus gegenüber Geschiedenen oder Homosexuellen mildere Töne hat verlauten lassen. Doch in der Frauenfrage habe es keinen Millimeter Bewegung gegeben. Letzter Auslöser für ihre Entscheidung sei gewesen, dass Papst Franziskus jegliche Abtreibung mit einem bestellten Auftragsmord verglichen habe.

Unterschiedliche Äusserungen von Papst Franziskus zur Abtreibung

Es würde zu kurz greifen, diese Austritte einzig auf die auch aus meiner Sicht undifferenzierte und dadurch unhaltbare Äusserung des Papstes zu reduzieren. Zudem liesse sich dazu anführen, dass gerade dieser Papst im Jahr der Barmherzigkeit sehr differenziert zur Abtreibungsfrage Stellung genommen hat und einer echten Vergebung das Wort geredet hat. Damals äusserte er sich auch explizit zum Dilemma bei Frauen, welche selbst Opfer geworden sind, oder wenn es um die Abwägung von anderem menschlichem Leid geht. Dass längst nicht jede Abtreibung einem solchen Dilemma geschuldet ist, und dass der Papst energisch für den Schutz des werdenden Lebens eintritt, trifft ebenfalls zu.

Gespräche reichen nicht aus …

Es hat mich Anfang diese Woche geärgert, dass die Amtskirche auf diese Rücktritte überhaupt nicht reagiert hat. Auch die Medienmitteilung nach der Vollversammlung der Bischofskonferenz verliert dazu kein Wort. Immerhin kann den Medien entnommen werden, dass sich Vertreter der Bischofskonferenz mit diesen Frauen zum Austausch treffen wollen. Das ist ein guter Ansatz. Dabei kann es aber kein Bewenden haben. Ein solches Treffen alleine gibt keine Antworten an alle Frauen und Männer in unserer Kirche, welche dieselbe Not in Bezug auf den Umgang der Amtskirche mit der Rolle und Stellung der Frau kennen und damit hadern. Es braucht verbindliche Aussagen, wo und wie ernsthaft die römisch-katholische Kirche in der Frauenfrage auf dem Weg ist. Dieser Weg ist auch steinig, schon lange. Wenn aber der Eindruck entsteht, dass dieser Weg in die Sackgasse führt, werden weitere Kirchenmitglieder resignieren, sich abwenden und andere Wege einschlagen.

… gefordert sind Wege, die nicht in die Sackgasse führen …

Deshalb appelliere ich an unsere Bischöfe, in dieser wichtigen Frage für die Kirche Pfadfinder zu sein. Das erfordert, dass man auch im unsicheren Gelände nach sicheren Wegen sucht und die Mitglieder auf diesen Wegen begleitet. Wir sind wohl alle bereit, dafür Kräfte aufzuwenden. Wir sind aber mit vielen unserer Mitchristen und Mitchristinnen nicht gewillt, den Weg in eine Sackgasse zu gehen. Ein Bekenntnis zur Gleichstellung von Frauen und Männern in der Kirche und zu ihrem Recht, auf allen Ebenen mitreden, mittun und mitentscheiden zu können, hätte, wäre es schon früher erfolgt, nicht nur die zuletzt Ausgetretenen vor der für beide Seiten schmerzhaften Abwendung bewahrt.

… ein mutiges Aggiornamento ist an der Zeit

Beim Umgang mit Missbrauchsfällen haben wir gelernt, dass Wegschauen verantwortungslos ist und uns wieder einholt. Setzen wir uns also gemeinsam dafür ein, dass wir die weiterhin bestehenden Probleme in unserer Kirche benennen und konkret angehen. Es ist an der Zeit, auf dem Weg des Aggiornamento mutige Schritte zu tun. Für jeden einzelnen Schritt, den Sie auf kantonaler und wir als RKZ auf schweizerischer Ebene tun, danke ich Ihnen.

Luc Humbel, Präsident der RKZ
Zürich, 1. Dezember 2018



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